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Der VW
Iltis begann seine Karriere auf der zweiten Paris-Dakar 1980 |
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Über ein
viertel Jahrhundert ist es inzwischen her, das die "Mutter
aller Wüstenrallys" - die "Paris-Dakar",
heute nur noch "Dakar" genannt, 1979 zum ersten Mal
ausgetragen wurde. Und, wer hätte es gedacht, schon einmal
war ein Volkswagen auf der Dakar vertreten: Ein VW Iltis, pilotiert
von Freddy Kottulinsky und Beifahrer Gerd Löffelmann, schaffte
gleich bei der zweiten Auflage der Rally 1980 einen Gesamtsieg.
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Der Sieger-Iltis
von einst, an den der Berlin-Breslau-Iltis optisch angelehnt
ist, steht heute als Ausstellungsobjekt im Wolfsburger "AutoMuseum
Volkswagen". Volkswagen beliess den 1,83 Meter hohen Geländewagen
im unveränderten Zustand. Von der gerissenen Windschutzscheibe
bis zum PVC-Verdeckgewebe, das einem Chamäleon gleich die
sandgelbe Umgebungsfarbe Afrikas angenommen hat, präsentiert
sich der Dakar-Iltis als unrestauriertes, sehr gut erhaltenes
Original.
Original ist auch die
Technik, die vor mehr als zwei Jahrzehnten fast unverändert
vom
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Serienfahrzeug übernommen wurde. In den nominellen
Daten nimmt sich der Iltis damit so bescheiden aus, dass man
ihm kaum Siegqualitäten zutraut. Ein Vierzylinder-Motor
mit 1,7 Liter Hubraum, 130 km/h Höchstgeschwindigkeit, Quer-Blattfedern
vorne und hinten und vier Trommelbremsen.
Volkswagen gab seinerzeit das Projekt Dakar selbst
"in Auftrag" und delegierte es an Konzerntochter Audi.
Doch Hintergrund waren weniger sportliche Aspekte. Der Iltis
wurde vordergründig für das Militär entwickelt,
10 Fahrzeuge liefen im Sommer 1979 testweise bei französischen
Behörden. Man erhoffte sich einen Deal mit dem französischen
Militär - was lag also näher, die Offroad-Tauglichkeit
und Zuverlässigkeit auf der Paris-Dakar - einer vielbeachteten
französischen Veranstaltung - zu beweisen.
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Sechs bis sieben
Monate vor der Dakar wurde mit den Vorbereitungen begonnen. Doch
die Modifikationen, die Techniker dem Gelände-wagen für
die Rally angedeihen lassen, blieben moderat. Von etwa 75 PS
wurde die Motor-leistung mittels Doppelvergaser und weiterer
kleiner Details auf 110 PS gesteigert, hinzu kamen Überrollkäfig,
Anzeigen für Öldruck, Öltemperatur, Drehzahl,
Wassertemperatur und Benzindruck bis zum Wegstreckenzähler.
Weiter Sportsitze, ein Dreispeichen-Lenkrad, Front-schutzgitter,
Unterboden-Schutz, Halogen-Zusatzscheinwerfer sowie ein Extra-Tank
von etwa 90 Litern als Ergänzung zum 85 Liter fassenden
Serientank.
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Um das Fahrwerk an die Rally-Strapazen
anzupassen, wurden Federung und Dämpfung verbessert. Ganze
1,52 Meter beträgt die Breite des Iltis, der Radstand gar
nur 2,01 Meter. Um trotzdem ein vernünftiges Fahrverhalten
zu ermöglichen, wurden die Anschlagpunkte der Querblattfedern
für ein früheres Abfangen harter Stösse vorverlegt.
Dazu kamen verstärkte und härter abgestimmte Boge-Stossdämpfer
zum Einsatz, Sandreifen von Uniroyal mit sieben statt der üblichen
vier Lagen in der Karkasse rundeten das Paket ab. Die weitere
Mechanik des in Ingolstadt produzierten Serien-Modells bleibt
im absoluten Serienzustand.
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Die Dakar sollte
funktionieren. Und so entsendeten die Wolfsburger gleich vier
der speziellen Rally-Iltis, einer davon sogar mit einem Fünfzylindermotor,
in die Wüste. Am Ende kamen nicht nur alle Vier ins Ziel,
sondern überzeugten zudem mit einem ersten, zweiten, vierten
und neunten Platz in der Gesamtwertung (Details siehe unten).
Neben dem Prestige und sicherlich
auch einigen Aufträgen des Militärs profitierte vor
allem die Weiterentwicklung der Technik von den Rallyerfolgen
- so profitierte vor allem der legendäre Audi "Quattro"
Allradantrieb von
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Volkswagens Dakar-Einsatz. Ein Coup gelang VW auch mit
der Öffentlichkeitsarbeit - Journalisten des dritten Programms
begleiten den Einsatz und produzieren einen 45-minütigen
Fernseh-Beitrag über den Doppelsieg von Volkswagen. Ihr
Begleitfahrzeug: Ein absolut serienmässiger Volkswagen Iltis,
der die Gesamtdistanz von 10.000 Kilometern mit vollständiger
Kamera-Ausrüstung ohne den geringsten Defekt übersteht.
Ergebnis 2. Rally Paris-Dakar
( 1. - 23. Januar 1980 )
01)
137 | Freddy Kottulinsky/Gerd Löffelmann (S/D) | VW Iltis
| 48:24:36 02) 136 | Patrick Zaniroli/Philippe
Colesse (F/F) | VW Iltis | + 00:12:03 04) 138
| Jean Ragnotti/Georges Vails (F/F) | VW Iltis | + 02:29:53 09) 139 | Roland Gumpert/Alois Eder (D/D) | VW Iltis
| + 09:00:33
Streckenlänge:
10.000 Kilometer; Prolog, dann 12 Spezialprüfungen (4.315
km).
Teilnehmer: Gestartet: 116 (Automobil-Klasse), im Ziel:
51. Durchquerte Länder: Frankreich,
Algerien, Mali, Niger, Obervolta, Mauretanien, Senegal
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