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Unterwegs auf dem 4-Stunden Rennen in Leipzig - ein Rallybericht des Nachwuchstalentes Markus Walcher - gerade einmal 16 jahre alt und schon in einem Mercedes G unterwegs

Bereits am Wochenende vom 22. bis 24. Oktober fand in Leipzig der dritte Lauf zur Deutschen 4-Stunden Offroad-Meisterschaft für PKW und 3-Stunden Meisterschaft für Motorräder in einem neuen Gelände bei Söllichau statt. Nach einigen Turbulenzen in diesem Jahr ist die Veranstaltungsserie insgesamt sehr gut gelaufen und soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Marathonrally.com Neuzugang und Nachwuchstalent Markus Walcher war für Sie nicht nur vor Ort, sondern trat selbst mit seinem Mercedes G300 an - mit einem hervorragenden fünften Platz als Resultat. Hier sein Bericht nach dem dritten Lauf:










Markus schnell im Wald unterwegs

Anders als die ersten beiden Veranstaltungen begann der 3. Lauf zur deutschen 4-Stunden Offroad Meisterschaft in Söllichau bei Leipzig mit einem Prolog am Samstag, da in dem engen, bewaldeten Gelände kein Massenstart möglich war.

Nachdem Anmeldung und Abnahme durchlaufen waren wurde der ca. 3,5 Kilometer lange, extrem tückische Prolog gestartet. Feuchte, mit Moos und Erde bedeckte Betonplatten sorgten für ein Fahrverhalten, dass nur mit dem auf Schnee oder gar Eis zu vergleichen war. Jeder Gas-Stoss führte sofort zu einem regen Eigenleben des Fahrzeugs.











Enger Überholvorgang im herbstlichen Wald

Am Sonntag wurde dann nach einer Einführungsrunde mehr oder weniger brav in Reih und Glied nach Prolog-Ergebnissen gestartet. 3, 2, 1 - die Flagge fällt - Start frei! Wir rasten auf die erste Kurve zu, die sofort extrem eng und kurvig in einen Wald führte, wo wir uns so schnell wie möglich nach vorne durchzukämpfen versuchten. In der 2. Runde unterlief dem Favoriten-Team Stensky/Stensky - unserem erklärten, zu schlagenden Konkurrenten - dann der erste Fehler: In einer scharfen Kurve verbremsten sie sich und glitten so weit nach aussen, dass ich innen vorbeiziehen konnte. Die Jagd durch den Wald ging weiter - nur in umgekehrter Reihenfolge. Ich vorne, er hinten.










Ein Nissan Patrol an der engsten Stelle

Nach weiteren 2 Runden fiel uns dann plötzlich der Auspuff ab, fast gleichzeitig begann die Hupe zu hupen und wollte nicht mehr aufhören - wir mussten also anhalten, und die Stenskys fuhren davon. Da der Auspuff direkt am Krümmer abgefallen war, wirbelte der Motor die Abgase nun in den Motorraum und von dort aus direkt in unser Cockpit. Dadurch wurde der Fussraum so heiss, dass Teile der Gummi-Abdeckungen schmolzen. Da sowohl mein elektrischer Fensterheber als auch das Gebläse zwei Tage vor dem Rennen den Geist aufgaben, konnten also weder Rauch noch Hitze entweichen, was die Sache natürlich nicht gerade vereinfachte.

Die Wald-Strecke war extrem eng, nur selten hatte man kurze Speed-Geraden. Vom Fahrer war daher konstant höchste Konzentration und viel, viel Lenkrad-Arbeit gefordert. Eine Stelle war derart eng, dass es mit dem Mercedes G nicht möglich war durchzukommen, ohne das linke Hinterrad Runde für Runde hängen zu lassen.


Nachdem Copilot Thomas Mayer und ich es in der ersten Stunde ziemlich krachen liessen, gingen wir die zweite Stunde etwas ruhiger an. Es tat sich folglich auch wenig Spektakuläres.

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Einige Überrundungen standen an, dabei kamen wir einmal von der Piste ab, standen plötzlich quer zur Strecke, konnten den G aber nach zwei Schlenkern wieder abfangen.










Markus Walcher und Thomas Mayer mit G

Nach der Hälfte der letzten Runde sahen wir dann noch einen Suzuki vor uns - und direkt vor ihm: Favorit Stensky! Da packte uns der Ehrgeiz erneut - der Suzuki liess uns fairerweise vorbei und wir schossen los... Stossstange an Stossstange jagten wir G´s nun durch den Wald, keiner gewillt, wirklich nachzugeben. Die Strecke war nicht mehr lang und ein Überholen im engen Wald unmöglich, dennoch - nachgeben war jetzt einfach nicht in unserem Sinn. Also: Kampflinie, noch mehr Kampflinie, zu viel Kampflinie - ein Baum gesellte sich dazwischen, und weil ich die Kurve dieses mal etwas zu eng schnitt krachten wir mit der Front dagegen. Doch wir hatten nocheinmal Glück und verbogen uns lediglich die Spurstange. Direkt hinter den Stenskys, die sich schliesslich den Meistertitel holten (Glückwunsch an Euch!!!) liefen wir also ins Ziel ein und mussten uns mit dem 5. Platz (von 35) begnügen.










Hetzjagd zwischen Suzuki und Mercedes

Ehrlich gesagt waren wir ziemlich happy über diese Platzierung. Völlig geschafft stiegen mein Beifahrer Thomas Mayer und ich aus dem Auto, als ob wir gerade eine Marathonrally hinter uns hätten. 4 Stunden Abgase, Lärm, Hitze, Staub und höchste Konzentration machen einem schon zu schaffen...

Ein grosses Lob und vielen Dank an den 4x4 Club Leipzig für ein Rennwochenende, dass wieder mal durch eine super Strecke, eine perfekte Organisation und viel Action glänzte. Diese Veranstaltung mitten in Deutschland, mit günstigen Startpreisen und einer kurzen Anreise ist wirklich jedem Offroader zu empfehlen.











Markus und Thomas kurz vor dem Start










Ein Suzuki kämpft sich durch den Schlamm

Noch eine Anmerkung der Redaktion: Der fünfte Platz von Markus Walcher ist ein besonderer fünfter Platz - denn neben seinem Alter war dies erst das zweite Rennen für ihn - und bei beiden Rennen kam er auch ins Ziel. Mit Sondergenehmigung des Veranstalters und Unterstützung der ORC Motorsport Jugendförderung sehen wir hier ein neues Talent heranwachsen und werden in Zukunft sicher noch viel von dem jungen Schwaben hören.

Eine ausführliche Bildergallerie sowie viele Kurzvideos finden Sie auch auf der offiziellen Webseite des Veranstalters, klicken Sie dazu einfach [ HIER ].


Links zum Thema:
[ www.4x4club-leipzig.de ]
[ www.g300.net ]
[ www.orc.de ]

Kurzvideo des Rennens zum Download:
[ HIER KLICKEN 1,4 MB ]

Artikel: M. Walcher, H.Schekahn
Fotos: Fritz Mosebach




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