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Dakar 2006: Volkswagen mit allen Fahrzeugen in den Top 10




Umso mehr Mitsubishi heute von Pech verfolgt wurde, umso besser lief es heute für die blaue Truppe aus Wolfsburg. Überhaupt waren die Top-Ten heute sehr blau: Neben den Volkswagen schaffte es auch das französische Schlesser-Team, mit allen drei Fahrzeugen in die Top Ten zu fahren. Einzig Luc Alphand und Nasser Al Attiyah durchkreuzten die blaue Truppe mit rot, bzw. weiss (wir berichteten).

Mit dem dritten Sieg auf der vierten Etappe hat Volkswagen bei der Dakar wieder die Gesamtführung übernommen. Auf dem 639 Kilometer langen Teilstück von Er Rachidia nach Quarzazate in Marokko gewann Werksfahrer Carlos Sainz im Volkswagen Race Touareg 2 und holte sich damit die Spitzenposition zurück, die er bereits nach den ersten beiden Etappen innehatte. Bruno Saby als Gesamtzweiter und Jutta Kleinschmidt als Dritte komplettieren das Trio der 275 PS starken TDI-Diesel-Prototypen von Volkswagen an der Spitze. Giniel de Villiers gelang mit der viertbesten Etappenzeit ein Sprung von der zwölften auf die fünfte Position. Mark Miller komplettiert als Achter das Volkswagen-Quintett unter den ersten Zehn.

"Ich bin überrascht, wieder vorn zu sein" berichtete Carlos Sainz am Abend. "Wir sind als Zwölfte gestartet, folgten lange Luc Alphand und fuhren einen normalen Rhythmus. Wir hatten nicht den Eindruck, extrem schnell zu sein. Bei der Navigation haben wir von unserer Startposition deutlich profitiert." Auch Teamkollege Bruno Saby konnte seine Freude nicht verbergen: "Noch einmal einen Platz gewonnen! Das ist ein schönes Ergebnis nach einem anspruchsvollen Tag. Mein Beifahrer Michel Périn hat die schwierige Navigation perfekt gemeistert. Zur Mitte der Prüfung mussten wir einen Reifen vorne rechts wechseln."

Jutta Kleinschmidt, beste Deutsche im Feld, hatte heute mit losen Schrauben und einem Reifenschaden zu kämpfen: "Wir dachten schon, der Tag wäre gelaufen. Prima, dass wir uns trotzdem um einen Platz verbessert haben." Mark Miller, Neuzugang aus den USA und "Ersatz" für Robby Gordon, ist noch nicht ganz grün mit "seinem" Race-Touareg. Aber auch er hält tapfer an der Spitze mit und die Kollegen in rot in Schach. "Es ist fantastisch, in Afrika wieder in den ersten Dünen zu fahren. Wir haben den Fehler gemacht, Nani Roma durch eine Dünenpassage zu folgen, wovon wir uns einen Vorteil erhofften. Doch dann verirrte er sich, wodurch wir ebenfalls Zeit verloren."

Auch bei den VW-Service Trucks in Wertung geht es gut voran. Nach den ersten drei Etappen lag der Volkswagen Race-Truck mit den Fahrern Klaus Leihener/Thomas Baumann/Thorsten Goldberg auf dem neunten Gesamtrang der Truck-Wertung. "Ein unglaublich gutes Ergebnis, denn man muss bedenken, dass wir eigentlich als Not-Service für die fünf Race Touareg 2 unterwegs sind und unser Truck schwerer und schwächer ist als die reinen Renn-Lkw", freute sich Klaus Leihener. "Es lief einfach perfekt." Weniger Glück hatten ihre Teamkollegen Josep Pujol/Lucas Cruz Senra/François Verbist, die durch einen defekten Turbolader viel Zeit verloren, aber die Rally fortsetzen können.

Nachdem das Volkswagen Werksteam auf den Europa-Etappen in Hotels übernachtete, wurde nach der dritten Etappe im marokkanischen Er Rachidia das erste Biwak aufgeschlagen. Die Mehrzahl der Teammitglieder übernachtete in Ein-Mann-Zelten und erlebte eine kalte erste Nacht in Afrika: Die Temperaturen fielen auf frostige minus drei Grad. Dafür wurde die Mannschaft tagsüber mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von 15 Grad entschädigt.

Die beiden ersten Biwaks der Dakar auf afrikanischem Boden lagen auf den Flughäfen in Er Rachidia und Ouarzazate - für das Volkswagen Werksteams ein bekanntes Gebiet, denn zu den Testfahrten steuert das Team häufig diese beiden Flughäfen an. Wie Konkurrent Mitsubishi und früher auch Nissan testet Volkswagen überwiegend in der Region um Erfoud in Marokko - der einzigen Dünenregion im Lande.

Artikel vom 03.01.2006, Autor: Dakar-Live-Team/hs, VW-Presse


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