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Balkan-Breslau PHOTOS: Impressionen vom finalen Beachrace in Varna (72). | 21.09.2013


Balkan-Breslau TICKER: Die Rally ist beendet, warten auf die Siegerehrung. | 21.09.2013


Balkan-Breslau TICKER: Alle Teilnehmer in die letzte Etappe gestartet. | 21.09.2013


Balkan-Breslau TICKER: Guten Morgen vom letzten Rallytag in Bulgarien. | 21.09.2013


Balkan-Breslau PHOTOS: Gallery vom Rundkurs nahe Stadt Sliven 2 (50). | 19.09.2013



















































SINGLE NEWS SECTION






SA-Dakar BLOG: Motorsport-Profi Ellen Lohr berichtet rund um die SA-Dakar.








































































Hier berichtet die deutsche Motorsport-Legende Ellen Lohr direkt vom Geschehen der Dakar-Rally in Süd Amerika. Dabei geht es nicht nur um die Erlebnisse der Dakar-Stars, sondern auch das "Drumherum" neben der Rally. Weitere Infos finden Sie auch auf Ellen´s offizieller Webseite [ ellenlohr.com ].

Start des Blogs 2013 - Wir sind in Peru angekommen (05.01.2013)

Die Dakar 2013 bricht mit einer Tradition und beginnt in diesem Jahr erstmalig nicht am 1. Januar, sondern lässt sich bis zum 5. Zeit um 457 Teilnehmer von Lima in Peru über Argentinien bis nach Santiago de Chile zu schicken.

Für mich heisst das nach neunmaligen Silversterparties in unterschiedlichsten Grosstädten in Europa und Südamerika endlich mal wieder zu Hause zu feiern. Tatsächlich hat sich in meiner Heimat Monaco und Frankreich in der Zwischenzeit einiges geändert, ohne dass ich das mitbekommen habe. In beiden Ländern ist Feuerwerk verboten! Ich fass es nicht!

In Peru zum Start der Dakar herrscht dagegen einmütig Feierstimmung. Wir reisten am 2. an, um alle Formalitäten wie Papier und Technische Abnahme für unser Presseauto, einen Mercedes G, zu absolvieren. Ausserdem hatten wir noch einen Termin bei Divemotor dem offiziellen Mercedes Importeur in Lima, um noch eine dakartaugliche Dachreeling verpasst zu bekommen. Immerhin wollen wir das zweite Ersatzrad, Benzinkanister (macht Sinn, da in der Gegend um Fiamballa manchmal über 800 km kein Sprit zu kriegen ist.

Oftmals sind die Tankstellen einfach leergetankt) Sandbleche, Schaufel etc. auf`s Dach packen, um im Innenraum mehr Platz zu haben. Okay, der Mann bei der Organisation, der für das Entladen der Fahrzeuge von der Fähre zuständig ist, meinte, wir wären ja wohl mit dem luxuriösesten Dakarauto überhaupt unterwegs - aber es geht eben immer auch noch ein bisschen besser.

Bei Divemotor wurden die neuen Geschäftsräume erst vor zwei Wochen eröffnet. Hochmodern das Ganze. Gestern war bereits Robby Gordon hier um etwas an seinem Frightliner reparieren zu lassen und heute stehen M und GL Assistenzfahrzeuge eines italienischen Unimogteams zur Vorbereitung hier. Mitten in diesen Arbeiten kommt einer der Mitarbeiter in die Halle und hat einen zahmen Falken auf dem Arm, den er immer mal wieder fliegen lässt. Kann man sich in einer deutschen Markenwerkstatt irgendwie nicht vorstellen.

Wir sind mit unserem Pressefahrzeug sehr unabhängig und müssen uns nicht an die genaue Assistenzroute halten. Mit unserem G wollen wir uns dieses Mal richtig tief in die Dünen wagen, da ist ein wenig passendes Equipment natürlich von Vorteil. Bei MB Peru arbeitet Rodrigo, der uns den Dachaufbau montiert. Er ist, wie so viele hier, Dakar Enthusiast. Er hat sich extra Urlaub genommen und wird die ersten drei Etappen mit seiner kompletten Familie dem Tross hinterherfahren und an den Zuschauerpunkten jubeln. Die Peruaner sind definitiv extrem stolz, dass sie ein Gastgeberland der Dakar sein dürfen.

Dass die Südamerikaner allgemein vom Offroad Virus befallen sind, sieht man auch an der Starterliste. Etliche Fahrer aus Peru, Argentinien, Chile, Bolivien stehen am Start. Zu den Favoriten zählen sie freilich nicht. Das stehen Vorjahressieger Mini, diverse Toyota Hilux, verschiedenste Buggies und nicht zuletzt ein deutsches Auto auf der Liste potentieller Siegkandidaten. Der SAM Mercedes wird seinen ersten Dakarauftritt in den erfahrenen Händen von Matthias Kahle haben. Da dürfen wir natürlich alle sehr gespannt sein.

Bei den Trucks hat sich im Vergleich zum Vorjahr, als erstmalig Iveco den Sieg davongetragen hat, einiges getan. Das ist nun meine neunte Dakar und ich würde nach dem ersten Rundgang durch den Servicepark sagen, dass das Truckfeld nie so stark war. Eine Prognose wage ich absolut nicht.

Alle, wirklich alle Topteams haben extrem aufgerüstet. Mathias Behringer, der den schnellen Service für Kahle/Schünemann fährt, hat sich ein MAN Monster gebaut, Tatra steht mit einem völligem Neuaufbau am Start; DAF, Iveco, Kamaz, MAN alle haben echte reinrassige Rennmaschinen zur Dakar gebracht. Selbst Mercedes ist mit dreizehn (!) Fahrzeugen vor Ort. Ich sehe mindestens fünf wunderschön aufgebaute Unimog und dass nachdem MB in den vergangenen Jahren eigentlich nur von den Holländern mit zwei Trucks die Treue gehalten wurde. Es wird megaspannend.

Bei den Motorrädern gab es im Vorfeld dagegen eine Enttäuschung. Comas der Dauergegner des Dauersiegers Dupres ist nicht am Start. Dieser Zweikampf der letzten Jahre wird uns also nicht mehr fesseln.

Gross auch der Andrang in der sogenannten T3 Klasse. Dort stehen sich eine Horde Polaris Buggies und diverse Can Am gegenüber. Nachdem bei der vergangenen Dakar eine Polaris unter die ersten 40 gefahren ist, sehen viele in den kleinen Rennern eine preiswerte Möglichkeit an der Dakar teilzunehmen. Ich werde diese side by sides besonders im Auge behalten, da es auch mein Plan ist, mit einem Polaris im kommenden Jahr hier am Start zu stehen.

Heute geht es kurz aber flott los, mit dem Showstart am Strand von Lima und einer Mini Etappe von 13 Kilometern in der Nähe von Pisco. Ein Offroad Rundkurs. Pures Gasgeben also. Ein bisschen wie das Ausfahren der Startaufstellung. Natürlich ist es eine grosse Motivation sich direkt vor vielen Zuschauern als Etappensieger feiern zu lassen. Einfacher wird es jedenfalls danach nicht mehr.

Stephane Peterhansel dürfte seine Chance greifen (14.01.2011)

Es ist fast vollbracht für Dauersieger Peterhansel. Nachdem er in den vergangenen vier Jahren eine `Volkswagen Durststrecke` überwinden musste, in der ihm maximal vierte Pätze blieben, wird er nun seine Chance ergreifen und den Dakarsieg einfahren. Zumindest sieht es heute danach aus, denn von Gas rausnehmen oder langsam machen keine Spur. Er gewinnt die Stage und lässt die Verfolger seinen Staub schlucken.

Gilles de Villier beeindruckt weiterhin und wird zweiter. Der Mann will auf`s Podium und da nur noch 29 Kilometer in Wertung zu fahren sind, könnte das auch funktionieren. Doch Achtung, man soll den Tag nie vor dem Abend loben. Immerhin warten morgen noch 12 Kilometer Dünen und damit ist es nicht so wie bei der Tour de France, bei der es am Ende keine Verschiebung mehr in der Reihenfolge gibt. Auch morgen ist schnell nochmal eine halbe Stunde verloren, allerdings würde das dann eher die Plätze vier bis sieben betreffen, an der Spitze bliebe alles beim Alten.

Auffällig ist aus meiner Sicht, dass wir unter den ersten Vier, die Beifahrer mitgerechnet, sieben (!!) Dakar Gewinner finden. Aus deutscher Sicht die Co Piloten Dirk von Zitzewitz und Andy Schulz, momentan auf drei und vier. Wenn das nicht zeigt, wie sehr sich auf dieser Rally Erfahrung auszahlt.

Das Bivak empfängt uns heute ähnlich staubig wie gestern. Immer am späten Nachmittag kommt hier in den Gegend ein unangenehmer Wind auf. Unangenehm, weil er den feinen Sand aufwirbelt und es permanent zwischen den Zähnen knirscht. Bei Aussentemperaturen von immer noch 34 Grad nicht unbedingt eine Freude. Es ist sogar so sandig, dass sich einige LKW festfahren. Den Peruanern ist`s egal und sie präsentieren sich in einem eigens aufgebauten Zelt trotzdem in Feierlaune.

Wenn ich mir die Bilder unsere Fahrt angucke, dann sieht das hier alles ziemlich unterentwickelt aus und natürlich fehlt es an Vielem (z.B. an einer schnellen Internetverbindung). Aber wenn man genauer in die dunklen (und kühlen) Hütten reinguckt, dann entdeckt man, dass es alles gibt, was man zum Leben braucht. Jeder hat hier seinen eigenen kleinen Laden und in den grösseren Städten sind diese Läden sogar nach Thema geordnet.

Dann gibt es Autolackierereien in der einen Strasse und in der nächsten die Autoglaser usw, usw. Sicher ist Peru von den drei Ländern die wir mit der Dakar bereisen das ärmste Land, aber eines haben die Einwohner mit den Argentinier und Chilenen gemein. Es ist ein unheimlich freundliches Volk. Das ist fast schon berührend.

Morgen Lima und eine gute Dusche!

Bis dahin

Ellen

In Peru kommt ein wenige Afrika-Mauretanien Feeling auf (13.01.2011)

Die Dakar in Peru bleibt staubig. Auf der Strecke und im Bivak Staub, Staub, Staub. Egal es kommt dadurch ja quasi sowas wie Afrika Dakar Feeling auf. Welcome to Mauretania.

Tatsächlich fordert die Wüste heute wieder ihren Tribut und einige fallen aus dem Rennen, selbst aus den Top 10 verabschiedet sich noch einer der Ex Werksmitsubishi. Ansonsten an der Spitze soweit alles klar für Stephane Peterhansel auf dem Weg zu seinem 11. Dakarsieg. Er buddelt sich zwar kräftig in einem Sandloch ein, kommt aber trotzdem nicht in Bedrängnis, was seine Gesamtführung angeht.

Stefanie Manns auf ihrem ersten Dakarabenteuer holt sich gestern und heute direkt mal die volle Dosis von allem und kommt nach Wasserpumpenschaden und Abschleppaktion heute morgen um fünf im Bivak an. Tanken, Wasser nachfüllen, weiter geht`s. Bin gespannt wie das werte Befinden heute Abend sein wird. Immerhin ist sie die einzige ihres Teams, die noch im Rennen ist. Die beiden anderen Mc RaeBuggies sind out.

Wir haben heute wirklich viel von Peru mitgekriegt, rund 550 Kilometer waren wir im Land unterwegs. Das Ganze dauerte aber fast sieben Stunden, da wir immer wieder hinter extrem langsamen LKW festhingen; die Autoqualität liegt hier im Schnitt ungefähr auf Argentinien Niveau - nur in Chile sieht man neuere Semester. Dort dann auch Jugenliche mit Tuningambitionen en masse, aber hier gibt’s eigentlich in der Hauptsache Zwiebeltransporter, Mopedtaxis und Klapperkarren.

Morgen gibt`s eine kürzere Verbindung für uns und das heisst, dass es sich auch wieder lohnt, an die Rennstrecke zu fahren und sich in den Staub zu stellen.

Viele sandknirschende Grüsse
Ellen

Wir sind in Peru! Marathonetappe und Gordon-Diskussion. (12.01.2011)

Es geht nach Peru. Der Grenzübertritt ist völlig problemlos, da wir alle Zollformalitäten bereits am Abend vorher im Bivak erledigen konnten. Für alle Dakarteilnehmer ist eine Extraspur auf Schotter eingerichtet und somit dauert das Ganze eine Minute, wenn es hoch kommt.

Immerhin werden die Presseleute gesondert behandelt, wir brauchen tatsächlich ein Arbeitsvisum für Peru. Es ist also offiziell: Frau Lohr ist zum Arbeiten hier, nur falls jemand nach Ansicht des gestrigen Videoblogs dachte wir wären hier auf einer Urlaubstour :-)

Die Peruaner sind happy, dass ihr Land durch die Dakar in den Focus gerät. Das merkt man an jeder Ecke. Freundliche Menschen, freie Fahrt an den Mautstationen, eine echte Showbühne im Bivak und fröhliche Gesichter bei allen Gelegenheiten.

Apropos Bivak, mit dem heutigen Tag gibt es eine Wiedergeburt der sogenannten Marathonetappe. Allerdings nur für die Motorräder und Quads. Das heisst, das sie in einem anderen Bivak übernachten als ihre Servicefahrzeuge. Man macht für einen Abend und eine Nacht alles alleine. Die meisten haben einen kleinen Schlafsack dabei und schlafen direkt neben ihrem Motorrad.

Das ist alles zwar echt anstrengend, da man selbst tanken muss etc. aber entspricht der ursprünglichen Ausführung der Rally Dakar. Vor gar nicht so langer Zeit wurden allerdings genaue diese Marathonetappen auf Wunsch von VW abgeschafft, da deren hochempfindliche Renngeräte nicht ohne einen entsprechenden Service am Abend den nächsten Tag überstanden. Doch diese Zeiten sind offensichtilich bald wieder vorbei.

Insofern ist es eigentlich schade, dass diese Besonderheit in 2012 nur für die Motos gilt. Die Autos und Trucks geniessen ihren normalen Service in einem separaten Bivak (welches allerdings nur auf der anderen Seite einer grossen Düne liegt)

Die Diskussionen um Robby Gordons Disqualifikation und seinen Einspruch bestimmten natürlich immer noch die Gespräche im Fahrerlager. Er hat sich inzwischen geäussert und sagt, dass sein Fahrzeug von einem technischen Kommissar als legal beurteilt wurde und sein System seit fünf Jahren genau so von ihm bei der Dakar genutzt wird.

Was genau er da so treibt ist allerdings immer noch nicht genau herauszufinden. Er arbeitet wohl mit seinem Tyre Inflation System, ein System, welches den Buggies erlaubt die Reifen vom Cockpit aus aufzupumpen (und die Luft auch wieder abzulassen) was ein Wettbewerbsvorteil ist, wenn sich Dünen (wenig Luftdruck) und Steine (viel Luft) abwechseln. Dieses Arbeitshilfe ist bei Allradlern verboten (weiss auch nicht warum, das habe ich schon immer für völlig dämlich gehalten).

Robby nun soll aber mit seinem System nicht nur das Aufpumpen der Reifen im Sinn haben, sondern führt wohl auch frische Luft vor den Air Restrictor. Was klar leistungssteigernd wäre, aber verboten? Keiner mag sich zu weit aus dem Fenster lehnen, aber die Tatsache, dass das System abgenommen wurde spricht in dem Prozess der nun folgt eher für Gordon. Auf der anderen Seite haben die obersten Sportbehörden auch schon oft gegen ihre eigenen Kommissare geurteilt.

Wie auch immer, am besten wäre eh, wenn die Dakar auf der Strecke entschieden würde und da hat Stephane Peterhansel heute den nächsten Schritt getan. Roma kann auf die Gesamtdistanz seinen Speed nicht ganz mitgehen; De Villiers und Zitzewitz liegen zwar mit dem neuen Toyota auf einem sensationellen dritten Gesamtrang sind aber noch keine echten Seigkandidaten (obwohl - Überraschungen gibt es ja immer wieder) und Gordon wird mal wieder von technischen Problemen geplagt und verliert heute deutlich den Anschluss.

Entschieden ist die Dakar aber eben erst mit der letzten Etappe und bis dahin sind noch 550 Kilometer racing.

Schon zu oft, hat ein einziger Fehler, ein einziges kleines Problem am Auto einen sicher aussehenden Sieger in einen Verlierer verwandelt, insofern kann man zum jetzigen Zeitpunkt immer nur von Vorentscheidungen reden. Nichtsdestotrotz, wird es Peterhansel sicher gelingen, seinen Erfahrungsschatz auf den für alle neuen Strecken in Peru auszunutzen, sollte also die Technik mitspielen fährt er hier seinem 11. Dakarsieg entgegen.

Ab heute gibt es die Infos leider spät, da der Zeitunterschied nun sechs Stunden beträgt.

Bis morgen

Ellen

Der Paukenschlag - Hat Robby Gordon wirklich manipuliert? (11.01.2011)

Gestern ging der Tag mit einem Paukenschlag zu Ende. Robby Gordon disqualifiziert! Die technischen Kommissare finden an seinem Buggy ein Extra-Loch zur Luftansaugung. Eigentlich darf sein Buggy per Reglement nur durch ein kleines Löchlein von 37,2 mm Luft ziehen. Man versucht die verschiedenen Antriebskonzepte in diesem Sport ungefähr auf ein Level zu bringen und erlegt jedem einzelnen Fahrzeugtyp verschiedene Handicaps auf, z.B. Luftmengenbegrenzer sog Restriktoren an der Luftansaugung der Motoren.

Offensichtlich holt sich Robby aber eine kleine Extraansaugung und damit ein paar Extra PS. Er wird disqualifiziert, legt jedoch sofort Revision ein. Das ist in unserem Sport möglich und bedeutet, das es ein endgültiges Ergebnis für die Dakar 2012 erst weit nach der Dakar geben wird, denn nun geht die ganze Angelegenheit vor ein Schiedsgericht der obersten Sportbehörde - und die tagen nunmal nicht so oft.

Wenn er gewinnen sollte, weiss man also erst viel später, ob er auch tatsächlich der Sieger des Rennens bleiben wird. Falls es ein Mini schafft, wäre zumindest der Sieger klar. Insofern wünscht man sich natürlich schon, dass Peterhansel, der das Rennen nach dem heutigen Tag nunmehr mit 19 Minuten anführt auch am Schluss ganz oben auf der Liste steht. So einen Hickhack nach der Veranstaltung kann wirklich niemand gebrauchen.

Auf der anderen Seite wird Gordon schon seine Gründe dafür haben, warum er sofort Revision eingelegt hat. Eine blöde Situation für alle Beteiligten. Natürlich steht nun auch der Ausstieg des aktuellen Dakarsiegers Al Attiyah in einem anderen Licht dar. Hat er vorher von Manipulation gewusst und wollte nicht mitmachen, oder war es wirklich nur die Lichtmaschine, die ihn gestern zum aufgeben zwang? Fragen über Fragen. Antworten darauf werden wir jedoch so schnell nicht bekommen.

Kurios bleibt so oder so, das das Team um Gordon ohne eigenen T4 Servicetruck angetreten ist. Ganz nach dem Motto "Hopp oder Topp". Den Ami verstehe wer will. Seiner Show auf der Strecke tut das Ganze aber keinen Abbruch, er beendet den Tag auf dem vierten Rang.

Immer mehr zu einem echten Favoriten für den Fall, das Peterhansel doch noch Probleme bekommt, entwickelt sich Nani Roma. Der Catalane, der die Dakar bereits auf dem Motorrad gewann, heimst seinen dritten Tagessieg ein. Zumal (mein persönlicher Geheimtipp) Holowczyc aus dem Titelrennen ausgeschieden ist. Er hat nach Servolenkungsproblemen, Plattfüssen und einem demolierten Kühler nach verpatzter Abschleppaktion, keine Chance mehr auf den Konfettiregen in Lima.

Immer noch richtig gut dabei ist Dirk von Zitzewitz als Co an der Seite von de Villier im vor der Dakar völlig ungetesteten neuen Toyota Hilux. "Und genau das ist unser Problem" verrät mir Dirk nach der stage, die sie als dritte beenden. "Wir wissen absolut nicht, wo das Limit von unserem Auto liegt, dementsprechend wäre sicher noch mehr drin, wenn wir mehr Zeit für die Vorbereitung gehabt hätten."

Es bleibt also spannend auf der Dakar 2012, auch wenn sich der Focus nun ein wenig mehr auf die MINI verschoben hat.

Viele Grüsse

Ellen

Auf der 9. Etappe ging es in den Norden Chiles - Duty Free! (10.01.2011)

Auf geht es nach Iquique im Norden Chiles. Iquique liegt in einer Freihandelszone und ist deshalb beliebtes Ausflugsziel für die Chilenen. Auf dem Weg dorthin, immer am Meer entlang, gibt es für 300 Kilometer keine richtige Stadt.

Die Menschen an diesem Küstenstreifen arbeiten alle auf sich allein gestellt. Die meisten ernten Algen aus dem Meer, oft ohne Boot einfach nur am Ufer `geerntet`. Sie sammeln es in kleinen Haufen und wenn entsprechend genug gefunden wurde wird das Ganze auf einen klapprigen LKW geladen und in die nächste grössere Stadt nach Antofagasta gebracht.

Somit sehen wir immer mal wieder Ansammlungen von heruntergekommenen aber irgendwie sympathischen Häuschen oder Wellblechhütten am Strand. Meist in einer längeren Reihe. Dann allerdings wieder für viele Kilometer nur Strasse, Strand, Meer und Berge.

Die Strasse schlängelt sich zwischen Meer und Bergen dahin und tatsächlich kommt nach einigen Stunden Fahrt eine grössere Stadt in Sicht. Mit bewässertem Mittelstreifen auf der Fahrbahn und Menschen an der Strasse, die dem Dakartross fröhlich zuwinken.

Dann die Überraschung, der Ort – Tocopilla – hat einen Golfplatz! Mitten im Sand, ohne jeglichen Grashalm. Hier lernen wir also, warum chilenische Golfspieler in Sandbunkern so gut putten können!

Auf dem weiteren Weg helfen wir noch einem Chilenen aus, der ohne Diesel liegengeblieben ist. Ziemlich einsam hier um ohne Sprit dazustehen, aber er hat sofort einen Schlauch parat, um bei uns abzuzapfen. Als sich der als zu kurz erweist (unser GL hat einen 100l Tank und der war gerade ziemlich leer) kommt schon der nächste Einheimische angefahren und kann mit einem Schlauch aushelfen. Scheint hier des Öfteren benötigt zu werden so ein Teil….

In Iquique ist die Dakar mehr als willkommen. An der Zieldüne stellt der Veranstalter sogar eine Tribüne auf. Viele wühlen sich aber auch direkt mitten in den Sand an den Rand der stage hinein und warten dort Stunden, bis alle durch sind.

Das ist allerdings relativ, den die Erfahrung zeigt, dass sich diese Etappe für viele bis in die Morgenstunden ziehen wird…der Veranstalter hat morgens eine Umleitung bekannt gegeben, was für die Teilnehmer über 50 Kilometer mehr racing bedeutet; damit ist die Etappe dann inklusive Neutralisation in der Mitte, über 600 Kilometer lang.

Die Zieldüne in Iquique ist insofern spektakulär, als dass sie Vollgas bergab befahren werden kann. Hier zeigt sich Robby Gordon in Bestform. Er hat dafür natürlich auch das beste Auto , denn mit den (per Reglement erlaubten) grossen Federwegen an seinem Buggy schreckt ihn kein Loch.

Robby wird dann auch endlich `seine` Etappe bei der diesjährigen Dakar gewinnen, nachdem ihm ja gestern schlappe fünf Sekunden dazu gefehlt haben. Er wird damit zum ärgsten Verfolger von immer-noch Spitzenreiter Peterhansel.

In den Top 7 tummeln sich damit vier Marken (Mini/Hummer/Toyota/Great Wall). Nach dem Abgang von Dauersieger VW wohltuend für die Competition, wobei nur Mini und Hummer echte Siegchancen eingeräumt werden. Aus deutscher Sicht erfreulich: Stephan Schott auf BMW kommt als 22. Ins Ziel und erreicht damit sein bestes Tagesergebnis.

Eine typische Dakarstory ereignet sich in unserem Umfeld. Ein Motorradfahrer, dem wir zu Beginn der Dakar zum Test eine Flexitec Sohle in die Motorradstiefel gegeben haben und der sie seitdem als unser Testfahrer im Motorradbereich im Schuh trägt, hat sich in einem Fluss festgefahren und ist dort umgefallen.

Da wir uns im Laufe der Rally mit ihm und seinem Team angefreundet haben drücken wir ihm natürlich die Daumen, dass er es ins Ziel schafft, zumal er an Platz 22 Gesamt liegt.

Miran ist ein Dakarveteran und schafft es tatsächlich, den Motor wieder flott zu kriegen. Er kämpft sich aus dem Matsch heraus in dem er komplett mit seinem Moto versunken war und repariert den Motor auf der stage indem er auf verschiedene Art und Weise das Wasser dem Aggregat herausholt. Dafür braucht er natürlich einheimisches Oel.

Aber wie bei einem 24 Stunden Rennen am Nürburgring sind die Zuschauer auch hier mit dem nötigsten präpariert um Liegengebliebenen zu helfen. Frisches Öl für Miran ist also kein Problem. Er schafft es ins Bivak, allerdings mit zweieinhalb Stunden Standzeit. Morgen geht es für ihn mit Ersatzmotor weiter. Viele hätten aufgegeben, aber dann wäre dies ja keine Dakarstory

Viele Grüsse

Eure Ellen

Die 8. Etappe - es wird wohl doch nicht leicht für X-Raid (09.01.2011)

Langsam stellt sich heraus, das es nicht so einfach wird mit dem Dakarsieg für die hochfavorisierte Mini-Mannschaft. Zwar führt Peterhansel das Gesamtklassement noch an, aber der Vorsprung ist nur noch minimal und er hat sein wichtigstes Pulver, seine Klasse in den Dünen bereits verschossen.

Wenn es technisch bei ihm so glatt laufen würde, wie im Mini-Lager, dann wäre Robby Gordon dem gesamten Feld bereits weit enteilt. Bei Sven Quandts Truppe kann man demnächst den schnellen Service einsparen, wenn es so weiter geht. In Gordons Teams jedoch gibt es jeden Tag, wenn auch nur von kleinen, Problemen an wenigstens einem der beiden Autos zu berichten.

Heute verpasst Gordon den Etappensieg um fünf Sekunden, aber das macht ihm wenig. Entscheidener ist, dass er sieben Minuten auf Peterhansel aufholt und dabei im Gesamtklassement nun auch noch um ein paar Sekunden besser liegt als der drittplatzierte Krzysztof Holowczyc.

Die drei sind nach der Halbzeit der Rallye die heissesten Favoriten auf den Gesamtsieg, wobei sich Nani Roma, der die Dakar bereits, wie Peterhansel, auf dem Motorrad gewann ebenfalls immer wieder in die Ergebnislisten oben einträgt. Heute mit dem Gewinn dieser langen aber schnellen Etappe.

Auch für den Service war es ein langer Tag. Über 600 Kilometer Verbindungsfahrt lassen keine Zeit um sich das Meer, das kurz hinter Copiapo wieder auftaucht, genauer anzuschauen, zumal die Autos morgen extrem gut vorbereitet dastehen müssen.

Es geht auf die längste Etappe der diesjährigen Dakar. Bis nach Iquique sind es für die Teilnehmer über 550 Kilometer Stage, allerdings mit einer Neutralisationsphase auf Asphalt in der Mitte der Stage die 120 Km lang sein wird. Spektakulär ist die Zieldüne in Iquique. Eine Höllenabfahrt direkt ins Bivak, die Vollgas genommen werden kann.

Allerdings sollte man auch mit einer gehörigen Portion Respekt an diese wirklich aussergewöhnliche Düne herangehen. Zwar ist in all den Jahren noch nichts passiert, aber ein kleiner Zögerer oder eine falsche Lenkbewegung und das Ganze kann in einem Riesencrash enden.

Wir haben für die Übertragung heute im Übrigen ein schattiges Plätzchen auf der Terasse des Radisson in Antofagasta gewählt. Das Bivak ist 30 Kilometer entfernt und wir geniessen unseren Cafè Cortado - Ahhhh Luxus Dakar!

Viele Grüsse vom Meer

Ellen

Der Ruhetag Copiapo - Deutsche Geschichten aus dem Camp (08.01.2011)

Nachdem die Dakar gestern dem Service eine Auszeit durch eine zweite Übernachtung im Bivak in Copiapo gegeben hat, ist heute der "echte" Restday, also ein Tag ohne Rennen angesagt. Ausruhen kann an einem solchen Tag jedoch niemand. Zunächst mal, weil die gestrige Etappe für viele auch in den Mittagsstunden des Ruhetags noch nicht beendet ist - sie stecken noch in den Dünen fest.

Wer es in das Bivak geschafft hat, der "leckt seine Wunden", wäscht seine Sachen und bereitet sie wieder einsatzfähig vor und ähnliches. Bei den Werksteams bedeutet das, relaxen für die Fahrer, da die oben erwähnten Jobs von Teammitgliedern übernommen werden, Arbeit für die Copiloten, die ihre Roadbooks für den nächsten Tag vorbereiten und viel, viel Arbeit für alle anderen.

Klassischerweise am Restday erhalten alle Fahrzeuge den `grossen Service`. Im Endeffekt wird alles komplett zerlegt und je nach Laufzeiten alles für die zweite Hälfte der Rally erneuert. Einige Fahrer trudeln am Nachmittag im Bivak ein, falls sie denn im Hotel übernachtet haben, einige recken sich ebenfalls in den späteren Stunden des Tages, wenn die Sonne das Zelt quälend aufgeheizt hat, aus der Schlafstatt.

Wir nutzen die Zeit für Interviews und erfahren, das die Dakar gestern wieder einmal für einige typische Geschichten gut war. So kommt Thomas Wallenwein, mein Kollege bei der German Offroad Masters, erst in den späten Morgenstunden mit einem deutlich demolierten Truck ins Ziel.

Eine Rolle in den Dünen und das spätere Aufrichten des LKW übers Dach, haben den Renntruck nachhaltig aber nicht schwer beschädigt. Seine Crew ist eine von vielen, die heute in den Dünen übernachtet haben (zumindest zwei Stunden lang). Am Vormittag sind ganze 81 Autos im Ziel, bei den Trucks und Motorradfahrern sieht es ähnlich aus. Immer mal wieder kommen Hubschrauber geflogen, die liegengebliebene Motos aus den Dünen bergen und am langen Seil zurück ins Bivak fliegen.Die Teilnehmer haben heute ausnahmsweise jedoch bis abends um 18 Uhr Zeit sich zurück zu melden, erst dann fliegen sie aus der Wertung.

Erfreulich aus deutscher Sicht: Stephan Schott und Stefanie Manns sind bereits durch. Stephan kämpft sich nach harzigem Beginn immer weiter nach vorne und Stefanie prophezeie ich eine Zielankunft, wenn sie so besonnen und beharrlich weiter macht wie bisher.

Im Gesamtklassement zeigt sich, dass Holowczyk dem mehrmaligen Dakarsieger Peterhansel auch im Wüstensand die Stirn bieten kann. Er verliert auf der gestrigen Etappe sieben Minuten und das obwohl er sich zweimal einen Platten fährt.

Das Duell um die Spitze bleibt also mehr als spannend, zumal sich in diesem Jahr erstmalig auch Robby Gordon im bulligen Hummer als echter Siegkandidat präsentiert. Er fährt nur 13 Minuten hinter Peterhansel, obwohl er derjenige aus der Spitzengruppe mit den meisten technischen Problemchen ist. Zum Restday ist auch endlich Robbys zweiter Truck angekommen, der im Zoll hängen geblieben war. Das Team ist nun also komplett und schwerst motiviert diesmal alles richtig zu machen.

Viele Grüsse aus den Dünen

Ellen

Nach der Ruhe kommt mit 419 Km der Rundkurs Copiapo (07.01.2011)

Nach der unfreiwilligen Rennpause am gestrigen Tag geht es heute wieder richtig zur Sache. Copiapo-Copiapo ist die berüchtigte Dünenschleife um das Bivak am Restday herum. Mit 419 Kilometern reiner stage muss man echte Marathonqualitäten beweisen, zumal der Veranstalter zwei gemeine Dünenfelder an den Schluss gelegt hat.

In den vergangenen Jahren hat sich an diesem Tag oftmals bewiesen, das der Sand Entscheidungen herbeiführen kann. Besonders im hinteren Feld ist dieser Tag gefürchtet. Dadurch, das der Veranstalter die Trucks ins Gesamtfeld einreiht und sie nicht hinter den Autos hinterherstarten lässt, ergibt sich ein wahrlich gemischtes Feld. Das ist für die hinten startenden Autos insofern problematisch, als dass sie sich teilweise ganz neue Wege suchen müssen, da die "guten" Spuren von den tonnenschweren LKW bereits komplett ausgefahren wurden.

Grundsätzlich gilt: Ja nur kein technisches Problem bitte! Auf einer solchen Etappe mehr als auf jeder anderen. Warum? Weil es extrem schwer ist, nachts in den Dünen zu navigieren, zu fahren und überhaupt was zu sehen (und nach einem unfreiwilligen Stopp kann man davon ausgehen, dass man die Sterne vom Rennauto aus beobachten wird) und zweitens, weil die Renntrucks, die als schneller Service unterwegs sind, teilweise andere Spuren nehmen als die Autos und dann im entsprechenden Notfall glatt an ihrem "eigenen" Rennauto vorbei fahren. Da reicht eine Düne, die zwischen den beiden liegt, und mit Service in der Wüste war`s nix.

Im Bivak selbst ist Rasurtag. Die "Sieben Tage-Bärte" der Mechaniker werden gestutzt, Wäsche erledigt und alles was in den vergangenen Tagen wegen Zeitmangels liegengeblieben ist kann nun von Mechanikern und Begleitern erledigt werden. Da wir hier in Copiapo ja dreimal übernachten, macht sich auch der Veranstalter Mühe.

Es gibt einen Kärcher Service für die Fahrzeuge, eine RedBull Lounge mitten im Wüstensand (mit Ventilatoren, die den Staub glatt wegpusten) und auch unser Mediazelt ist besser gegen die Sonneneinstrahlung geschützt als anderswo.

Um fünf Uhr nachmittags werden die ersten Autos im Ziel erwartet und es wird wohl ein Buggytag werden. Robby Gordon und Al Attiyah liegen im Hummer ganz vorne. Hier zeigt sich, dass Robby in Amerika hauptsächlich solche Pisten befährt, wie sie heute geboten sind.

Auch im Mini Lager könnte es eine kleine Vorentscheidung geben, zumindest eine psychologische, immerhin werden wir nach dieser Etappe den "Herbstmeister" küren. Die Hälfte der Strecke ist dann erledigt.

Gruss aus der Sonne

Ellen

Etappe wegen schlechten Wetters abgesagt - kennen wir (06.01.2011)

Heute kein Racing. Das kam schon in der Vergangenheit öfter mal vor. Meist hatte sich am Vortag das halbe Starterfeld noch nicht wieder im Bivak eingefunden sondern hatte Sonderschichten in den Dünen eingelegt, oder es sind Flüsse enstanden wo vorher keine waren und machten die Strecke unpassierbar. Am heutigen Renntag ist ebenfalls das Wetter an der Rennabsage schuld. Regen und Schnee machen einen Start für die Teilnehmer zu riskant.

Das heisst, das wir heute alle gemeinsam in einem schier endlosen Konvoi über die Anden fahren. Die Temperaturen sollen dabei auf ca. 5 Grad fallen und dementsprechend präparieren sich die Motorradfahrer bereits vor der Abreise mit dicken Jacken, Regencapes und Handwärmern an den Lenkungen.

Die Startreihenfolge wird aber auch bei diesem Konvoi eingehalten und erst danach dürfen die Assistenzfahrzeuge auf die Reise gehen. Pressefahrzeuge dürfen allerdings das Bivak verlassen, wann immer sie wollen. Manche fahren also bereits am Abend vorher los und übernachten in den Bergen. Wir nehmen die "Luxusvariante" incl. frischer (weil wie immer saukalter) Dusche am Morgen und machen uns recht zeitig auf den Weg.

Da der geplante Pass über die Anden ebenfalls in Teilen unbefahrbar ist, fahren wir rund 200 km mehr als geplant. Dementsprechend wird dies ein sehr langer Tag. 650 Kilometer mit einem 75 kmh Schnitt, das ist angesichts der Tatsache, dass davon die Hälfte auf Schotter zurückgelegt wird schon ziemlich ordentlich.

Wir nehmen uns sogar ausnahmsweise die Zeit kurz eine Rast an der `Laguna Verde` einzulegen und die Füsse in den heissen Quellen zu relaxen. Zu lange darf man hier allerdings nicht ausharren, sonst sieht man innerhalb kürzester Zeit aus wie ein frischer Lobster. Die Sonne brennt auf 4.600 Metern Höhe unbarmherzig.

An der chilenischen Grenze gibt es dann die üblichen Kontrollen was hier heisst, dass neben den Pässen auch kontrolliert wird, ob man frische Lebensmittel an Bord hat. Deren Einfuhr ist verboten und tatsächlich wird die Sache in diesem Jahr sehr ernst genommen. Es werden eigens zwei Schnüffelhunde eingesetzt, die darauf dressiert sind Frischware zu finden. Wir müssen ehrlich gesagt schon ein bisschen grinsen, als in einem anderen Fahrzeug eine (!) Banane gefunden wird, die wie eine Trophäe herausgezogen wird.

Im Bivak treffen wir dann noch Stefanie Manns, eine deutsche Teilnehmerin bei den Autos. Da ich erst am zweiten Abend gemerkt habe, dass es tatsächlich noch eine weitere Deutsche im Rennen gibt (und dass ziemlich gut bei ihrer ersten Dakar) suche ich sie nun und verspreche ihr ein Interview in meinem Blog für den nächsten Tag.

Auf dem Weg ins Media Center spricht mich Andres Memi an, den ich aus der Bike Kategorie kenne. Weit gefehlt, er ist Teil der Besatzung des ersten argentinischen Trucks, der jemals auf der Dakar gestartet ist! Die Dakar ist also auch in ihrem 31. Jahr immer noch für Premieren gut.

Heute wird das aus Zeitgründen leider nichts mit einem Videoblog. Unser Kameramann ist für den heutigen Tag in den Truck seines Bruders umgestiegen und ist abends um 22 Uhr immer noch nicht im Bivak angekommen. Aber die "one minute per day", die muss er noch abliefern. Hoffentlich klappts!

Bis dann

Ellen

Die Terranova Beifahrer-Story, Holowczyc Geheimfavorit (05.01.2011)

Der Tag beginnt mit einem Paukenschlag. Gestern noch ein "Hero" - heute der grosse Verlierer: Es ist die Rede ist von Orlando Terranova, gestern mit seinem Toyota 2. im Rennen und heute schon vor dem Start der Etappe "out of race". Offiziell heisst es, dass sein amerikanischer Beifahrer wegen Familienproblemen ausgestiegen ist; inoffiziell weiss jeder, dass der eigentliche Grund für seine Aufgabe wohl eher `Familienstreitigkeiten` im Rennauto gewesen sind.

Die Gründe seines Copiloten spalten das Fahrerlager. Er sagt, das er die Fahrweise seines Piloten nicht akzeptieren kann; zu nahes Überholen an Motorradfahrern vorbei; zuviel Risiko und ganz allgemein unverantwortliches Fahren. Harte Worte, aber wenn ein Beifahrer so empfindet und der Fahrer nicht bereit ist etwas zu ändern, dann muss eine solche Beziehung wohl gelöst werden. Ist der Beifahrer erst einmal weg, darf der Fahrer nicht mehr weiterfahren, obwohl das sicher möglich wäre, da ja auch die Motorradfahrer und der ein oder andere Single Buggy Pilot auf sich allein gestellt ist. Das Reglement verbietet so etwas aber.

Schade nur, dass sich damit ein Team aus der Spitzengruppe verabschiedet. Toyota bleibt jedoch mit Giniel de Villiers und seinem deutschen Co Dirk von Zitzewitz eine echte Siegerpaarung im Rennen, auch wenn sie heute im weichen Wüstensand 15 Minuten auf Spitzenreiter Peterhansel verlieren.

Dirk erzählt mir, dass sie sich einmal absolut unglücklich festgefahren haben. Der Sand in den Dünen um Fiambala ist wohl dermassen weich, dass sich die "Jacks" , die Stempel der Hebeanlage tief in den Sand bohren. Nach langem hin und her und 4 verlorenen Sandblechen (von sechs - die wussten, was sie erwartet) ist der Zeitverlust ärgerlich aber verschmerzbar.

Die Rennstrecke ist heute zwar nur läppische 150 Kilometer lang, aber die scheinen es in sich zu haben. Besonders der weiche Sand in Verbindung mit den langen Anstiegen macht den Teams zu schaffen. Glücklich schätzt sich heute jeder, der mit grösserem Hubraum antritt (ist das nicht irgendwie immer gut?).

Die Etappe gewinnt heute mein Geheimfavorit Krysztof Holowczyc. Wenn er im Sand der nächsten Tage Peterhansel die Stirn bieten kann, dann ist er gut für den Gesamtsieg. Er kommt aus dem Rallysport, hat sich in den vergangenen Dakars mit unterlegenem Material bis in die Top 6 vorgekämpft und verkörpert genau die richtige Mischung zwischen Besonnenheit und Attacke, die einen Dakarsieger ausmacht.

Ansonsten sind immer noch alle Favoriten in der Spitzengruppe vertreten, einschliesslich Carlos Sousa auf dem chinesischen Great Wall; einzig der Argentinier Terranova hat sich in seinem Heimatland, wie erwähnt wohl ein bisschen zuviel vorgenommen.

Morgen geht es für den Service über den "Paso San Francisco", ein über 4.800 Meter hoher Andenpass auf dem die Luft extrem dünn wird. Dafür gibt es spektakuläre Bilder. Ich bin den Pass nun schon dreimal befahren und kann gar nicht genug bekommen von diesen gewaltigen Natureindrücken. Auf dem Pass selbst hat es dann auch ein kurzfristiges Ende mit dem 40 Grad Dauerhitzschlag. Fünf Grad und Schneefall , soll doch niemand behaupten können auf der Assistenzroute wird es langweilig.

Bis morgen, viele Grüsse aus dem staubigen Fiambala

Ellen

Überführung des Behringer Trucks, Toyota überraschen (04.01.2011)

Heute ist für alle ein ereignisreicher Dakar-Tag. Die Teilnehmer müssen ins Gebirge, was immer anstrengend ist, da man meist an irgendeinem Abgrund entlang fährt. Das erfordert Konzentration und Mut und das heute immerhin über 320 Wertungskilometer. Zwischendurch gibt es immer wieder Flussdurchquerungen (ausgetrocknet oder auch nicht) und trialähnliche Passagen, die aufs Material gehen. Das macht die Strecke recht selektiv und somit zieht sich das Feld auch weit auseinander.

An der Spitze gibt es die üblichen Problemchen (z.B. bei Robby Gordon) aber alles in allem setzen sich die Favoriten durch. Dies erscheint auch für die weiteren Etappen wahrscheinlich, da sich in den Top 6 zur Zeit vier Dakarsieger tummeln (De Villier, Peterhansel, Roma, Al Attiyah) - und die schenken sich absolut nichts - heute lohnt es sich definitiv meinen Videoblog anzuschauen.

Bisher überraschend ist, das sich die Toyota Hilux, die sich relativ ungetestet aber in routinierter Hand (de Villier, Terranova) befinden, problemlos durchkommen und zur Zeit um Spitzenplätze mitkämpfen. Die Autos werden in Südafrika aufgebaut, einem Land mit grosser Offroad Tradition und der wahrscheinlich härtesten Meisterschaft weltweit.

Während in der Spitze gnandenlos Gas gegeben wird, gibt es dahinter eine Menge Dakarprojekte mit viel Engagement aber wenig Chancen auf die Top 10. Ca. in der Mitte des Feldes gibt es dann einen richtigen break durch das Starterfeld, denn ein Grossteil hat hier ganz andere Ambitionen als den Sieg. Durchkommen ist angesagt und das sieht man auch am gefahrenen speed. Trotzdem erwischt es schon einige. Seit neuestem sind Anhänger an den Servicetrucks erlaubt, und die füllen sich schon jetzt sichtlich.

Auch für uns ist dieser Tag spannend. Der Renntruck von Mathias Behringer, der am zweiten Tag mit Problemen in den Dünen ausgeschieden ist wird nun von Olaf, dem Bruder unseres Kameramanns nach Lima chauffiert. Die Truppe um Behringer hat inzwischen leicht gefrustet die Heimreise angetreten und ihm den Renntruck überlassen.

Das ist für Olaf insofern aufregend, als dass heute auch auf der Assistenzroute zum ersten Mal eine lange Schotterpassage durch die Berge auf dem Programm steht. Aber Olaf ist begeistert und wir freuen uns, dass wir nun von "unserem eigenen" Servicetruck durch die Dakar begleitet werden. Nicht dass das nötig wäre. Wir haben mit dem Mercedes GL genau das richtige Fahrzeug dabei. Platz ohne Ende, komfortabelstes Reisen aller Dakarteilnehmer und im Gelände bringt er uns auch überall hin.

Landschaftlich haut uns Argentinien heute um. Die Anden sind schon hier, also in den Ausläufern, unglaublich abwechslungsreich und farbenfroh. Von Kakteensteppe bis Salzwüste sehen wir alles. Wunderbare Bilder. Im Kopf und auf der Kamera; entsprechend ist die Fotoausbeute des Tages. Die steht aber leider umgekehrt proportional zur Stärke der lokalen Internetverbindung.

Wir scheitern zunächst, schliesslich ist das hier deutlich abgelegener als unsere bisherigen Bivaks, aber wie der eingestellte Text beweist, werden wir dann doch noch fündig. Hier sind fast alle WLAN Netze ungesichert und wir finden am Strassenrand das offene Netzt einer Firma in das wir uns einloggen können. Ich befürchte Morgen wird das Ganze noch viel schwieriger. Schon allein die Tatsache, dass es auf den nächsten 800 Km nach und um Fiambala keine Tankstelle geben wird, lässt auf horchen. Zumindest was unsere GL Reichweite angeht, sehen wir den kommenden Tagen sorglos entgegen. 100 L Tank und 40 L in Reservekanistern lassen uns ruhig schlafen.

Hoffentlich bis Morgen

Eure Ellen

Aus deutscher Sicht ist diese Dakar bereits ein Desaster (03.01.2011)

Auf der dritten Etappe ging es ins Gebirge. Wir erreichten die ersten Andenausläufer. Für die Rennteilnehmer bedeutete dies, das sie sich schon mal ein wenig an die dünne Höhenluft gewöhnen konnten, denn im Laufe der kommenden Tage wird es bis auf 4.600 Höhenmeter gehen.

Aus deutscher Sicht ist diese Dakar jetzt bereits ein Desaster. Die einzigen beiden deutschen Piloten bei den Autos haben beide mit grossen Problemen zu kämpfen, wobei eine defekte Kopfdichtung am Motor des deutschen Rallymeisters Matthias Kahle für ihn bereits das komplette Aus bedeutet.

Bei einer Dakar wird immer und unter allen Umständen weitergefahren und man versucht das nächste Bivak zu erreichen, selbst wenn das Auto nur noch drei Räder hat.

Aber es gibt zwei Dinge, die nicht passieren dürfen: Ein Motorschaden, denn in diesem Fall setzt das Reglement die Grenzen (ein Motorwechsel ist nicht erlaubt. Oder ein kapitaler Überschlag oder Unfall, bei dem der Überollkäfig beschädigt wird. Dann lässt einen der Veranstalter aus Sicherheitsgründen nicht weiterfahren.

Mit Stephan Schott auf einem Rennprototypen, der für vordere Plätze gut ist, ist auch das zweite deutsche Eisen nicht mehr ganz heiss. Er erreicht nach verbogener Spurstange und längerem Aufenthalt in den Dünen das Bivak erst um 6:00 Uhr morgens und auch am Dienstag lief es nicht rund. Nur Platz 66 für ihn.

Wir erinnern uns: Auch unser hoffnungsvollster Beifahrer, Jürgen Schröder war schon schnell draussen, er sass (sprichwörtlich) auf dem heissen Sitz bei Alfie Cox, dessen Volvo am ersten Tag abgebrannt ist. Was Ergebnisse angeht schielen wir also von nun an ein wenig mehr auf die Renntrucks, denn dort liegt Fanz Echter mit seinem Co Piloten Detlef Ruf (hat auch mich schon durch die Dakar navigiert) in aussichtsreicher Top 10 Position.

Das Bivak verkleinert sich so schon in den ersten Tagen deutlich. In Südamerika ist es im Fall eines Ausfalls einfacher, eine Rückreise zu organisieren, als in Afrika. Wer hier sein Rennauto abstellen muss, kann sich quasi von einem normalen Abschleppdienst nach Lima zur Verschiffung transportieren lassen.

Wer in Mauretanien oder Mali in Düne 116 strandet wird sich erst einmal drei Tage intensiv mit der Frage beschäftigen müssen, wie man Mensch und Material denn eigentlich aus dieser Niemands-Ecke der Welt wieder nach Hause bekommt.

In diesem Punkt und in vielen anderen ist eine Dakar in Südamerika einfacher zu bewältigen als in Afrika. Der Service kann meist normale Strassen befahren und muss nicht stundenlang über Pisten und Dünen, um ins nächste Bivak zu gelangen.

Der Pressetross hat (meist) eine anständige Internetverbindung (einzig Peru macht uns ein wenig Sorge und auch Fiambala habe ich von vergangenen Dakars noch als echtes Nest in Erinnerung).

Die Teilnehmer müssen zwar schwierige Strecken, nicht aber schwierige Verbindungsetappen bewältigen. Darüberhinaus bleibt es lange hell (in Afrika fällt um spätestens 18 Uhr ein schwarzer Vorhang runter) und die berüchtigten Marathonetappen (zwei Tage ohne Servicecrew) hat der Veranstalter schon lange gestrichen.

Aber dennoch, das "echte" Dakarfeeling stellt sich spätestens dann ein, wenn man nach der Nacht im Zelt eiskalte, siffige Duschen betritt. Bei Nacht-Temperaturen um die 30 Grad übrigens auch….

Eure Ellen

Bereits am frühen Morgen 3.000 Zuschauer in den Dünen (02.01.2011)

Auch der zweite Tag der Dakar 2012 steht unter dem Stern vieler Verbindungskilometer. Für die Teilnehmer bedeutet das zunächst mal über 400 Kilometer im normalen argentinischen Strassenverkehr zu bestehen bevor es auf eine eher kürzere Wertungsprüfung von rund 300 km geht. Der ein oder andere Fahrer schont sich und lässt den Beifahrer ran um in der eigentlichen Wertungsprüfung fit zu sein.

Der Veranstalter legt von Beginn an Wert darauf die Teilnehmer durch tiefen Sand zu schicken und mit dem Dünenfahren nicht erst bis zur Atacamawüste zu warten. Dementsprechend schwer ist es für diejenigen, die sich zum ersten Mal hierher wagen. Keine grosse Eingewöhnungszeit-direkt hinein ins Vergnügen.

So warten also schon heute am Ende der Prüfung die ersten 50 Kilometer Sand. Das besondere hier: alle Teams werden vor dem Start gewarnt, da sich bereits am frühen Morgen 3000 Zuschauer in den Dünen befinden. Die haben dort übernachtet um von Anfang an alles mitzubekommen. Angesicht der Massen und der Begeisterung in den Ortschaften geradezu eine kleine Gruppe, aber wer würde in Deutschland eine Nacht unter freiem Himmel verbringen, nur um ein Rennen anzuschauen? Hier völlig normal. Die Argentinier sind so freundlich und so begeisterungsfähig, das öffnet einem das Herz.

Pampa ist gar nicht langweilig

Wir müssen, wie alle anderen auch heute Kilometer schrubben und nehmen uns nur ein wenig Zeit hin und wieder auf eine Nebenstrasse abzuweichen um das Leben in der argentinische Pampa genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei stellen wir fest, dass der erste Eindruck täuscht. Die Pampa ist alles andere als langweilig. Es gibt zwar nur die Farben beige und grün, aber in dieser Farbauslegung äusserst unterschiedliche Gewächse (meist dornig).

Staubig ist es fast überall, aber irgendwie stört das gar nicht, da dafür die Häuser (wenige)und Geschäfte (sehr wenige) umso farbenfroher daherkommen. Briefträger möchte man hier trotzdem nicht werden, da zwischen den einzelnen Nachbarn oft geschätzte 12.000 Haunummern liegen. Als wir auf der Hauptstrecke ein tankstelle benötigen, liegt die nächste laut Roadbook in rund 400 Kilometer Entfernung , auch ein Grund auf Nebenstrecken auszuweichen.

Auf der Strecke: Mini gegen Maxi

Da wir heute erst im Mediacenter im Bivak (offenes Zelt - draussen 41 Grad Celsius) unsere Beiträge/Fotos und Videos vorbereiten, sind wir sogar noch im hellen in San Rafael. Das bedeutet Zeltaufbau ohne Kopflampe und Abendessen vor Mitternacht. Luxusleben. Dementsprechend bekommen wir hier auch alle Infos zum Renngeschehen hautnah mit. Es ist zur Zeit noch ein Kampf des Miniwerksteams gegen die Hummer von Robby Gordon.

Nasser Al Attiyah, der Vorjahresssieger hat sich einen Platz auf den Maxi Offroadern gesichert und ist einer der Siegkandidaten auch für die aktuelle Dakar. Darüberhinaus gibt es aber viele weitere ambitionierte Projekte, wie den ersten Hybridantrieb betriebenen Prototypen und ähnliches, doch die müssen allesamt erst beweisen, dass sie sich auf die Härten dieses Rennens optimal vorbereitet haben.

Im Feld der Teilnehmer jedenfalls entdecke ich durchaus viele, die nicht das Zeug haben sollten dieses Rennen zu bestehen und so gibt es bereits heute eine Menge von Ausfällen, Problemen und "Dakarstories" zu erzählen, obwohl es doch gerade erst losgegangen ist. Ich bin bei der Dakar 2007 am zweiten Tag ausgefallen. Nie werde ich dieses Gefühl vergessen. Nach all der Vorbereitung und all den Träumen und Wünschen ein solches Debakel.

Wir waren damals das zweite Fahrzeug im gesamten Rennen, das aufgeben musste. Heute, am zweiten Tag der Dakar 2012 ist ein Ausfall schon kein Einzelschicksal mehr. Man hört, dass es sogar Matthias Kahle erwischt haben soll. Motorschaden. Das wäre aus deutscher Sicht sehr bedauerlich, da Matthias in den vergangenen Jahren oft Topergebnisse einfahren konnte. Drücken wir die Daumen, dass er es doch noch schafft weiterzufahren.

Bis dahin, Eure Ellen

Gute deutsche Leistung - aber die Dakar hat sich verändert (15.01.2011)

Die Dakar war toll. Uneingeschränkt. Das Einzige was man bemängeln könnte: Sie war zu kurz und hätte uns gerne auch noch nach Peru oder in ähnliche Länder führen können.

Rein sportlich war es auf jeden Fall spannend, der Zweikampf an der Spitze hat auch als Zuschauer Spass gemacht. Das "Scheitern" von Peterhansel war schade, denn man hätte sich gewünscht, dass er länger in der Spitze mitkämpfen hätte können.

Am Verlauf der Dakar kann man ganz besonders sehen, wie sich die Dakar durch den Umzug nach Südamerika verändert hat. Es sind mehr die "echten" Rallyfahrer mit guten, offroaderfahrenen Co-Piloten gefragt. Peterhansel war in Afrika in der ersten Woche selten unter den ersten vier. Seine Zeit kam immer in Mauretanien in den endlos langen Dünenetappen, von dort dominierte er dann das Rennen und gewann.

Heute sieht die Sache ganz anders aus. Wer nicht von Anfang bis Ende kontinuierlich einen irrsinnig hohen Speed gehen kann oder dazu bereits ist, auch auf Risiko zu fahren, wird eine Südamerika Dakar nicht gewinnen können. Insofern sind weder der Sieg des Vorjahrezweiten Al Attiyah noch das Scheitern von Sainz an einem einzigen Loch nicht verwunderlich.

Aus deutscher Sicht haben wir mit Al Attiyah´s Co Timo Gottschalk nun also einen weiteren Dakarsieger, aber auch die anderen haben sich hervorragend geschlagen. Mathias Kahle und Co Thomas Schüneman werden 10. im Gesamtergebnis und gewinnen die Buggy Klasse mit ihrem SMG Buggy. Stephan Schott wird im BMW wird mit seinem Navigator Holm Schmidt 20., obwohl er mehrfach auf die Hilfe von Andrea Mayer im Renntruck des BMW Teams angewiesen war.

Andrea beendet ihre erste Dakar im Truck trotz dieser vermehrten Hilfestellung für `Schotti` und hat dieses Rennen damit auf Motorrad, Auto und Truck bestritten. Auch ein Rekord. Tina Meier auf dem Zweirad muss drei Tage vor Schluss leider aufgeben, da sie von Nierensteinen geplagt wird und Alfi Cox mit seinem deutschen Beifahrer Jürgen Schröder beendet diese Dakar auf dem 18. Rang.

Was uns besonders freut: Der Subaru Forester in der Hand von Lucio Alvarez wird 15. im Gesamtklassement. Ein Ergebnis, mit dem der Argentinier niemals gerechnet hatte. Der Privatier schlägt sich also hervorragend und ist im Ziel überglücklich. Nur um das mal klarzustellen: Als ich am Start der vorletzten Etappe ein Foto schiesse, auf dem er in seinem Subaru vor Carlos Sainz startet, muss ich ihm hoch und heilig versprechen, dass ich ihm dieses auf die Mail sende. Er ist voller Stolz auf seine Leistung, auf seine Ergebnisse und sein Auto und das kann er auch sein.

Wir müssen nun nur noch unser Presseauto auf die Fähre zurück fahren und uns innerlich dagegen wappnen, dass wir ab übermorgen wieder in die kalten Gefilde zurückkehren. Bye, bye Sommer, bye bye Dakar, wir kommen nächstes Jahr wieder.

Ab April beginnt meine eigentliche Rensaison. Drei 24h Rennen sind schon fix, davon zwei Offroad. Berichten werden wir dann hier auf der Seite mit spektakulären Onboard Bildern und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn ihr wieder dabei seid.

Bis dahin, Eure Ellen

Stephan Schott weiter mit Pech - dem Ziel entgegen (14.01.2011)

Eigentlich ist die Dakar entschieden. Normalerweise bin ich ja eine Verfechterin der durchaus oft bewiesenen These, dass man auch einen Meter vor der Ziellinie noch ausfallen kann. Wenn man aber, wie Volkswagen auf dieser Dakar, gleich drei Eisen im Feuer um den Gesamtsieg hat, ist diese Möglichkeit wohl eher unwahrscheinlich. Wenn Morgen auf der letzten kurzen Etappe also alles gut geht, sollte zum ersten Mal in der Dakar Historie ein Mann aus Katar die Zielrampe als erster überfahren.

Heute wie gestern gab es die härteren Dakar-Stories eher im Mittelfeld. Schon seit gestern quälen sich die Teilnehmer mit Staub und heute auch Matsch. Genauer bedeutet das, dass es fast unmöglich ist, einen langsameren Teilnehmer vor sich zu überholen. Gestern erwischt es aus deutscher Sicht den BMW Fahrer Stephan Schott.

Wegen eines Kupplungsschaden am Vortag hinten gestartet, läuft er bald auf einen Kollegen auf und damit beginnt sich für ihn auch der gestrige Tag schlecht zu entwickeln. Endlose Kilometer im Staub eines Flussbettes kommt er nicht an seinem Vodermann vorbei, selbst sieben Kilometer im Meterabstand veranlassen diesen nicht zu weichen. Als Stephan es trotzdem versucht übersieht er im Staub ein Hindernis und beschädigt sich den Kühler. Wieder mal ist er ein Fall für Andrea Mayer im teameigenen Servicetruck.

In der Nacht erreicht nach einer 400 Kilometer Abschleppaktion auch Tim Coronel im Single Buggy das Ziel, fällt sofort und ungeduscht in sein Zelt um zwei Stunden später mit repariertem Renngefährt, aber immer noch dem Staub der Nacht im Gesicht wieder durchzustarten. Immerhin schafft er es sich eine coole Sonnenbrille anzuziehen und den Staub aus dem Anzug zu klopfen bevor es weitergeht.

So und so ähnlich geht es auch auf der heutigen Etappe zu. Wer einmal Pech hatte zieht das Ungemach noch mindestens einen weiteren Tag hinter sich her, da man sich in einer solchen Situation immer an eigentlich langsameren Fahrzeugen vorbeiquälen muss.

Im Ergebnis gibt es heute Ähnliches wie gestern. Drei VW vorne, damit auch die Plätze im Gesamtklassement gefestigt. Matthias Kahle wird 10., sowohl auf der stage als auch im Gesamten. Sein Renntruckfahrer Mathias Behringer liegt auf derselben Position bei den Trucks. Geschlossene Teamleistung.

Ein unbelohnter Dakarheld ist zur Zeit noch Alfie Cox mit seinem deutschen Beifahrer. Auf allen Etappen in den Top 13 liegt er Gesamt nur auf der 19. Position, da er an einem einzigen Tag durch Differentialschaden viel verloren hat.

Der Subaru von Lucio Alvarez liegt auf einem gefestigten 15 Rang. Dafür, dass ankommen das Ziel war, legt der Argentinier hier jeden Tag eine tolle Performance hin. Wir bereiten uns auf`s feiern vor.

Morgen geht es für uns zum Ziel des Rennens. Dort werde ich direkt von vor Ort berichten können.

Bis dann, Eure Ellen

Drei bedeutsame Unfälle ereignen sich am heutigen Tag (13.01.2011)

Der Reihe nach: Schon am Morgen kommt es zur "Fast-Eliminierung" der Volkswagen Truppe, als der Shuttle Fahrer, der die Werkspiloten vom Hotel ins Bivak chauffiert unverschuldet mit einem PKW kollidiert. Bis auf einen Kieferbruch beim Fahrer des argentinischen PKW kommen alle mit dem Schrecken davon. Allerdings kommen die Fahrer und Beifahrer Mannschaften auch erst mit einer 40 minütigen Verspätung an ihre Rennautos.

Nun zeigt sich also zum ersten Mal ein Nachteil der Hotelshuttelei. VW Race Touaregs werden im Zweierpack mit verschiedenen Fliegern nach Argentinien verfrachtet um das Risiko eines Totalausfalls bei Flugzeugabsturz zu vermeiden. Alle Rennfahrer und alle Copiloten werden aber gemeinsam transportiert - nicht ganz zu Ende gedacht, wie sich heute rausstellt.

Einen weiteren Unfall auf der Verbindungsetappe meldet der Veranstalter im Laufe des Nachmittags. Ein normaler Verkehrsunfall zwischen einem argentinischen Rennteilnehmer und einem anderen Verkehrsteilnehmer hat böse Folgen. Der zivile Autofahrer stirbt.

Was die Rally angeht passiert, was man fast schon annehmen konnte. Einer der beiden Führenden macht unter dem Druck ein wahres Höllentempo - und schmeisst sich fast selbst aus dem Rennen. Im heutigen Fall ist es Carlos Sainz, der seinem Touareg in einem Loch ein komplettes Rad abstreift. Teamkollege Mark Miller muss halten und seine eigene Radaufhängung opfern, damit der Vorjahressieger schnell weiterkommt.

Dieses Missgeschick wirft Sainz natürlich zurück. Unter normalen Umständen heisst der diesjährige Sieger nicht Carlos mit Vornamen, sondern kommt aus Qatar, zumal Al Attiyah heute zum dritten Mal eine Etappe gewinnt.

Aber, wir wissen: die Dakar hat eigene Gesetze und wird unter Umständen erst auf den letzten Kilometern entschieden, alles schon da gewesen. Insofern bleibt es spannend, denn es ist keineswegs so, dass nun nur noch Geplänkel folgt. Im Gegenteil, morgen ist ein sehr entscheidender Tag. Weitere 555 km stehen auf dem Programm. Ausserdem verfolgt VW das erklärte Ziel eines Dreifachsieges und da kommt dann auch Peterhansel im X-raid BMW wieder ins Spiel.

Gestern hat, wie berichtet einer der beiden deutschen Piloten im Rennen Matthias Kahle eine Odyssee durch die Dünen hinter sich gebracht. Er verliert zwar über fünf Stunden, aber Dank des Einsatzes seines Renntrucks von Mathias Behringer kommt er überhaupt ins Ziel. Er schleppt den SMG Buggy fast durch die gesamte Stage.

Ich erinnere mich an eine Abschleppaktion die ich 2006 hinter einem Rennunimog nachts in den Dünen selbst ertragen musste. Das ist wirklich etwas, was man am liebsten nicht erleben will. Matthias sieht hinter dem Truck absolut nichts. Deshalb lässt er sich von seinem Co trotzdem das Roadbook vorlesen um ungefähr antizipieren zu können, wann Behringer vielleicht bremst oder die Richtung ändert.

In den Dünen zieht man normalerweise mit einem kurzen Seil, da ein langes in den Dünenkamm einschneiden würde. An einer besonders steilen Passage, an dem der Truck nur ohne sein Zusatzgepäck hochkommt, nimmt Behringer allerdings ein langes Seil um Kahle quasi in Bergabfahrt über den Dünenkamm zu kriegen.

Stephan Schott im X-raid BMW sagt nach der Stage, dass es unmöglich sei, den vorgeschriebenen Waypoint an einer besonders hohen Düne im Doppelpack zu nehmen. Behringer schaffts. Ohne weitere Strafzeiten kommen Truck und Buggy ins Ziel. Kahle bleibt 10. in der Gesamtwertung. Wenn heute kein weiteres Malheur geschieht stimmt der Kurs.

Heute war es sicher ein harter Tag für die Kondition, denn seit wir wieder zurück in Argentinien sind ist die Temperatur ständig gestiegen. Zur Zeit 40 Grad und gefühlte 90 Grad in der Sonne bzw in unserem Medienzelt. Aber auch die Qualität der Bivaks nimmt (etwas) zu. Heute werden wir auf Asphalt gebraten und haben den feinen Wüstensand hinter uns gelassen. Im letzten Bivak gab es sogar einen Swimmingpool, aber wie der aussah, nachdem in den Duschen öfters mal kein Wasser zu kriegen war und einige Teilnehmer den Pool als Bad benutzt haben - well nothing for me.

Bis Morgen, Eure Ellen

Fast ein zweiter "Ruhetag" für den Service in Copiapo (11.01.2011)

In Copiapo hatte der Service sowas wie einen zweiten Restday. Die Rennfahrer sind auf der Dünenschleife um die Stadt unterwegs, aber der Service hat mit einer zusätzlichen Übernachtung im Wüstennest endlich einmal Zeit sich um seine eigenen Sachen zu kümmern. Allerdings ist die Schleife nicht lang und dazu auch noch leicht verkürzt worden.

Langsam dämmert dem Veranstalter, dass man ansonsten vielleicht ohne Rennteilnehmer Buenos Aires erreichen wird. Beim Start am heutigen Morgen reihen sich genau 32 Trucks und nur knapp 50 Rennautos ein.

Heute Morgen im Bivak hört sich der Motor von Peterhansel nicht wirklich gut an. Wir drücken die Daumen, dass er sich gestern bei seiner Überhitzung keinen bleibenden Schäden geholt hat.

Auch andere Teilnehmer sind nach den harten letzten Tagen etwas angeschlagen. So präsentiert Jürgen Schröder, der Beifahrer von Alfi Cox ein blaues Auge. Angeblich hat er von Alfi einen drüber bekommen, als er sich vernavigiert hat - aber im Ernst: Es ist eine Verletzung, die er sich beim unsachgemässen Abschnallen in der Wüste zugezogen hat. Er hatte im Rennstress vergessen den Stecker seiner Funkanlage zu ziehen und die rächt sich, indem sie zurückschnalzt und ihm ein dickes Veilchen verpasst.

Die Etappe war sicher anspruchsvoll, aber inzwischen sollten die Teilnehmer es gewohnt sein, durch die Dünen zu surfen. Ausserdem ist es ein gewaltiger Unterschied, ob man die Dünen bei Tag oder bei Nacht besucht. Insofern ist es eine stage sein, die die Teilnehmer happy macht.

Die Ziedurchfahrt lockt fast die Gesamtbevölkerung an die Strecke. Hunderte Autos schlängeln sich auf Schotterpisten in das Zielgebiet. Auch wir schlängeln uns, allerdings in wüstigerem Terrain. Mit Schaufel und Sanblechen ausgerüstet wagen wir uns mit dem Forester direkt in die Dünen hinein.

Zum Glück kommen unsere Utensilien aber nicht zum Einsatz. Als wir zurück ins Bivak fahren kommen gerade die ersten Privatfahrer bei den Motorradfahren an und werden von ihren Teams mit Begeisterung gefeiert. Auch dort hat der Schwund inzwischen zugeschlagen. 120 sahen gestern/heute Nacht das Ziel (davon Tina Meier auf einem tollen 80. Platz).

Im Bivak gibt es unterdessen sowas wie eine allgemeine Aufbruchstimmung, denn Morgen befahren wir den Paso San Francisco. Unwahrscheinlich schöne Naturbilder. Wir werden rechtzeitig aufbrechen um genügend Zeit zu haben euch in meinem Videoblog respektive im "One Minute per Day Video" einiges davon zeigen zu können.

Es wird aber eine späte Übertragung werden. Erstens wird es eine 9 Stunden Fahrt inklusive Grenzformalitäten nach Argentinien und zweitens hört sich der Ort Chilecito per se nicht nach einem schnellen Internet an. An der höchsten Stelle des Passes gibt es ein Hotel mit Höhentrainingscenter für chilenische Tennisspieler (!), wenn sich die Zeit findet senden wir bereits von dort ein paar Bilder zu euch. Wir geben weiter Gas.

Bis Morgen

Eure Ellen

Der Tag der Vor-Entscheidung? Peterhansel verliert Zeit (10.01.2011)

Ein Misttag für Stephane Peterhansel. Er verliert heute 1 Stunde 13 Minuten und wird die Dakar damit nicht mehr gewinnen (ausser es geschieht ein echtes `Dakarwunder`). Damit haben wir die fast identische Situation wie bei der Dakar 2010. Sainz und Al Attiyah im VW kämpfen um den Sieg. Am heutigen Tag mit leichten Vorteilen für den Mann aus Katar. Er gewinnt die stage und zieht im Gesamtklassement an Sainz vorbei.

Mit den Erfahrungen des Vorjahres, als wir im Ziel der vorletzten Etappe Zeugen werden, wie sich die beiden fast an die Gurgel gegangen sind, gehe ich mal davon aus, dass es keine Stallorder geben wird. Und genau das ist Peterhansels einzige verbliebene Chance. Wenn die beiden den Speed nicht rausnehmen, kann durchaus auch bei den Frontrunnern noch was passieren.

Peterhansel hat auf der heutigen Etappe nicht nur mit drei Reifenschäden zu kämpfen. (In wundersamer Weise geschieht das fast nur bei ihm, es ist sein 10. (!) bei diesem Rennen) sondern in erster Linie mit einem überhitzten Motor. Er hält ca acht mal an, um Wasser nachzufüllen. Als ihm seine eigenen Reserven ausgehen, lässt er sich an den einzelnen CP`s (Checkpoints) Wasserflaschen nachreichen um den Durst seines Diesels auch bis zum Ende der Wertungsprüfung stillen zu können.

Wir fahren heute ebenfalls eine ordentliche Offroad Strecke mit unserem Subaru, um den Videoblog direkt an der Strecke zu drehen. Wir erwischen einen der Volkswagen und sind happy, dass Matthias Kahle heute offensichtlich einen guten Tag hinlegen wird. Er passiert uns als 8. (was er dann im Ziel auch sein wird).

Ansonsten tote Hose. Kaum Autos auszumachen. Das Feld ist unwahrscheinlich auseinander gezogen. Und das in allen Kategorien. Man bekommt die Führenden vor die Linse und dann beginnt das grosse Warten. Wir beschliessen also ins Bivak weiterzufahren und tatsächlich sind bei unsere Ankunft am frühen Abend erst neun Autos im Ziel. Ich sagte es ja bereits - warten wir mal ab, wieviele Teilnehmer die morgige Dünenschleife um Copiapo in Angriff nehmen werden

In diesen Top 9 gibt es mit Kahle einen deutschen Fahrer und immerhin vier deutsche Beifahrer. Timo Gottschalk als Co. vom Führenden, Dirk von Zitzewitz als Beifahrer von De Villier, Thomas Schünemann, der Matthias Kahle navigiert und Jürgen Schröder auf dem heissen Sitz bei Alfie Cox.

Nachdem sie anfangs nicht wirklich mit grossen Herausforderungen konfrontiert wurden, haben sie bei den Etappen in Chile einiges zu tun. Die Navigation im Offroad Gelände und in den Dünenpassagen sind knifflig. Dass Beifahrer hart im Nehmen sein müssen ist klar. Als der Co von Sainz 2009 nach einem Unfall seines Piloten nicht mehr kann, wird er für die nächste Dakar einfach ausgetauscht.

Michel Perin, an der Seite von Chicherit im Mini, hatte sich die Hand bei einer verunglückten Abschleppaktion gebrochen. Wäre aber mit Schiene weitergefahren, wenn Guerlain den Mini nicht am Restday beim Roll Out verschrottet hätte.

Aber es geht auch umgekehrt. Dazu ein Beitrag vom ausgeschiedenen Robby Gordon: Als es seinem Beifahrer schlecht wird und er sich in seinem Rennhelm übergeben muss, geht die Intercom, die Funkverbindung dabei kaputt. Da die Kommunikation aber nunmal wichtig ist im Rennauto, nimmt sich Robby kurzerhand den Helm seines Beifahrers und beendet die stage "ohne eigenes Mikrofon". Iiiiargghhh.

In Copiapo bleiben wir nun zwei Nächte, da Morgen die Schleife Copiapo-Copiapo gefahren wird.

Bis dann, Eure Ellen

Anstrengender Service - unangestrengte Rennerei (09.01.2011)

Wir legen auf der Serviceroute heute 750 Kilometer zurück. Der Weg führt uns von Arica im äussersten Norden nach Antofagasta, ebenfalls einem Küstenort - allerdings um einiges wohlhabender, als die (wenigen) Städte im Norden. Unser Bivak liegt direkt am Meer (sogar im Mediacenter sitzen sehen wir die Wellen) und ist um einiges geräumiger als die meisten Bivaks zuvor.

Das liegt natürlich auch daran, dass gegen Abend erst 54 Autos im Ziel sind. Ähnlichen Schwund erleben wir bei den Motorradfahrern. Auf dem Camion Balai, dem Besenwagen des Veranstalters, der liegengebliebene Teilnehmer aus den Dünen birgt, ist kaum mehr Platz. Ich zähle 11 Motorräder und zwei Quads, von denen einer nur noch abgebrannter Schrott ist. Totalschaden.

Auch wenn heute nur 250 Kilometer für die Teilnehmer in Wertung zurückgelegt wurden, Geschichten gibt es genug. Allein in unserem Team hat Ronan Chabot zwei zu erzählen:

Er, bzw. die Besatzung seines Servicetrucks, hatten eine Begegnung der besonderen Art mit der einheimischen Polizei. Es zeigt sich, dass die immer gleich gekleideten (obligatorisch: Dunkle "Ray Ban" Pilotenbrille) Damen und Herren nicht zimperlich sind, wenn sie ein Verbrechen vermuten.

Ronan hatte auf der Fahrt nicht bemerkt, dass seine hintere Bremse festgegangen war. Seine Servicecrew, die dicht hinter im fuhr aber wohl. Also hat die Besatzung des Trucks Ronan überholt und in einem Ausbremsmanöver gezwungen anzuhalten. Als dann ein Mechaniker mit einem Feuerlöscher zu Hilfe eilt, missverstehen das die Carabinieri und stürzen sich auf den Mechaniker um ihm ohne Vorwarnung dezent in die Knie zu knüppeln. Verbrechen verhindert" Fragt sich nur Welches...

Die Bremsscheibe konnte aber dennoch gelöscht werden und Ronan fährt mit Platz 31 ein ordentliches Ergebnis ein. (Wir erinnern uns: nach einem Überschlag lief der Motor nicht mehr richtig, das ist inzwischen kein Problem mehr).

Auch berichtet Ronan von den teilweise etwas entrückt fahrenden Truckfahrern. Er kommt mit schwarzen Reifenspuren an der Seite zurück. Ebenfalls auf der oben bereits gewürdigten ersten Verbindungsfahrt hat ihn ein Truck in die Seite gerammt (Anmerkung der Autorin: Das kenne ich gut, allerdings bei mir im Offroad Gelände, nicht schon auf dem Weg zum eigentlichen Start des Rennens).

Das eigentliche Problem des heutigen Tages war aber die Dünenpassage. Das Timing war nicht gut, denn die ersten Autos treffen genau in den Dünen auf die langsameren (aber früher gestarteten) Motorräder. Man kann sich vorstellen, wie gefährlich das ist, wenn direkt hinter der Düne ein Motorradfahrer stürzt und ein Auto kommt über den Dünenkamm ohne Chance auszuweichen. Einmal passiert das heute auch Matthias Kahle (zur Zeit auf einem tollen 10. Platz und Führender bei den Buggies). Er kommt knapp zwei Meter neben einem gestürzten Zweiradler vorbei.

Auch Alfie Cox mit seinem deutschen Beifahrer legt heute wiedermal einen guten Tag hin und wird 10. Er verliert allerdings 20 Minuten beim Versuch einen Waypoint zu finden. Diese Punkte sind auf der ganzen Strecke verteilt um Abkürzen zu verhindern. Wer einen WP verpasst, kassiert saftige Strafen, bis hin zum Ausschluss.

Diese WP`s zu im Offroad Gelände zu finden kann ganz schön schwierig sein, denn man muss ihn sehr genau treffen. 800 Meter ist der Kreis um den eigentlichen Punkt, dort muss man fahren, erst dann bestätigt das GPS, dass man ihn getroffen hat. Erst seit dieser Dakar sind es eben diese 800 Meter. Bis jetzt waren es drei Kilometer, was die Navigation natürlich einfacher machte, das Gelände aber auch gefährlicher, weil unkontrollierbarer.

Morgen nun geht es wieder richtig zur Sache. 508 Kilometer im Renntempo bis Copiapo, der Stadt, die durch das chilenische Grubenunglück im vergangenen Jahr berühmt wurde. Das dürfte eine der anstrengensten Etappen werden, da vor der Ankunft in Copiapo eine Menge Dünen überwunden werden müssen. In umgekehrter Richtung, im vergangenen Jahr, hat es hier richtig viele Teilnehmer aus der Wertung gehauen. Seien wir also gespannt, wie viele Autos, Trucks und Motorräder übermorgen die Schleife um Copiapo bestreiten werden...

Bis Morgen, wir gehen für euch bereits um 6:30 auf die Piste.

Eure Ellen

Der Weg zum Ruhetag - und Buggy-Überschläge (08.01.2011)

Restday, Ruhetag bei der Dakar, das bedeutet traditionell viel Arbeit für alle Beteiligten. Die Mechaniker bringen die Fahrzeuge für den zweiten Teil des Rennens in Schuss. Die Fahrer pflegen sich je nach bisherigem Verlauf der Rally selbst (Auto und Truckfahrer) oder ihre Wunden (vornehmlich Motorradfahrer).

Wer keine unplanmässigen Probleme hat nimmt planmässige Wechsel von Getriebe und ähnlichem vor. Bei den Motorrädern gibt es bei den Top Teams einen Motorwechsel zur Sicherheit, bei den Fahrzeugen darf es nach Reglement keinen kompletten Motorwechsel geben, aber Kupplungen, die bei den stages im weichen Fech Fech Sand besonders gelitten haben, werden ebenso getauscht wie alle relevanten Gelenke, Differentiale usw.usw.usw.

Es wird für alle ein langer Tag und Morgen warten viel Kilometer auf TeilnehmerInnen und Servicecrews. Am härtesten trifft dies natürlich die Teams, die teilweise noch auf ihre Rennfahrer warten. Das bedeutet später dann durcharbeiten und am Tag danach durchfahren um direkt wieder durchzuarbeiten. Aber was schreibe ich, wir haben es uns selbst ausgesucht und das entspricht ja auch genau dem Spirit der Dakar!

Bei den Werksteams sieht das Ganze aber ein bisschen anders aus. Die Fahrzeuge sind dermassen schnell unterwegs, dass selbst bei grösseren Problemen eine relativ frühzeitige Ankunft im Bivak drin ist. Zumal mit den entsprechenden Rennservicetrucks auf der Rennstrecke.

Danach geht es dann für die Fahrer, Beifahrer und das Management per Shuttleservice ins Hotel. Dakar-Spirit naja. Man muss wahrscheinlich einfach akzeptieren, dass sich das "Gesicht" der Dakar dauerhaft verändert hat. Was früher echter Marathonsport war, mit einem Marathontag ohne Service zwischendurch (nach dem die VW zu Beginn des Werksengagements traditionell alle ausgefallen sind) ist heute echter, harter Rallysport Tag für Tag über eine lange Distanz.

Mit grösseren Städten in der Nähe der Bivaks und darüber möchte ich mich sicher nicht beschweren, denn das Datenverschicken mit Sattelitenanlage aus Mauretanien war eher kein Zuckerschlecken.

Wir haben heute auch reichlich zu tun, denn neben Videoblog und Geschriebenem gilt es auch noch kleine Produktvideos für meinen Partner Nigrin zu produzieren (www.nigrin.de) und natürlich die neuesten Infos im Bivak aufzuschnappen.

Neues aus dem Bivak in Kürze:

Alfie Cox mit seinem deutschen Beifahrer Jürgen Schröder ist "back on track", nachdem er bisher alle Tage der Dakar in den Top 13 beendet hatte und nur vorgestern mit Differentialproblemen zurückgefallen war, sind die beiden im Gesamtklassement mit einem erneuten 13. Rang gestern wieder auf Platz 24 vorgefahren.

Unser SMG Fahrer Benat Errandonea wird mit Motorschaden 30 Kilometer vor Ende der gestrigen Stage von einem T4 Renntruck eines befreundeten Teams ins Ziel gezogen. Die SMG Mechaniker werden den Motorkopf wechseln und hoffen, das Problem so in den Griff zu kriegen. (Ganzer Motor darf ja nicht gewechselt werden s.o.) Er wird immerhin noch 48. und liegt nun auf Platz 20

Um 9:37 vormittags sind erst 73 Fahrzeuge sowie 124 Motorräder in Ziel

Tina Meier, einzige deutsche Motorradfahrerin wird gestern 99. Und liegt auf Platz 91 Gesamt. Nach ihrer ersten Zielankunft 2010 ist das Überfahren der Zielrampe auch dieses Mal wieder das grosse Ziel. Der speed dafür stimmt. O-Ton an Checkpoint 4 auf der gestrigen stage (Trinkpause): "Nächstes Jahr nehme ich ein Auto."

Annie Seel ist wieder beste Frau bei den Motorradfahrern und kämpft auf Platz 38 Gesamt. Sie zeigt uns im Bivak ihre lädierte Hand, die sie sich im vergangenen Jahr in Chile verletzt hatte und die nun nach einer entsprechenden Operation wieder dick ist und schmerzt. (Annie ist allerdings bekannt dafür äusserst hart gegen sich selbst zu sein, die Frau stoppt auch kein Handbruch im Ernstfall)

Stephan Schott nimmt die Zieldüne in Iquique mit verbrieften 189 Km/h und ist damit schneller als seine Profiteamkollegen Peterhansel und Co.

Auch gestern hat der Privatier im BMW Team allerdings wieder mit Problemen zu kämpfen. Ein Wagenheber löst sich. (kleine Anmerkung: wenn das auf der Rundstrecke passiert bedeutet das im Normalfall einen spektakulären Abflug), was zur Folge hat, dass er und sein Co ein Loch graben und das Ding einfach komplett ausbauen. Zeitverlust geschätzte 1:30.

Doch damit nicht genug. Auch die Luftanlage ist ausser Betrieb und das bedeutet, dass nach den Dünenpassagen (in denen man natürlich mit deutlich geringerem Reifendruck fährt) kein Reifenaufpumpen möglich ist. Lösung: Die zwei Ersatzreifen, die noch normal befüllt sind werden aufgezogen und nach ein paar Kilometern vorsichtiger Fahrt durch steiniges Gelände werden die anderen beiden mit der Luftanlage eines auf der Strecke havarierten LKW´S wieder aufgepumpt.

Der gestrige Gewinner der Trucketappe, Ales Loprais auf Tatra wäre mit seiner Zeit im Feld der Rennautos 16. geworden. Der zur Zeit Führende Fridaus Kabirov auf Kamaz würde im Gesamtklassement der Rennautos zur Zeit an 10. (!!!) Stelle liegen.

Soviel vom Restday. Morgen wird es mit den Infos extrem spät werden. Wir haben 700 Kilometer im Service zu absolvieren, fahren ja immer auch an die Rennstrecke und können den blog erst gegen Abend verschicken. Dann noch die 4 Stunden Zeitverschiebung - da müsst ihr nachts den Computer anmachen um uns zu folgen. Aber auf jeden Fall kommt gleich noch der Videoblog des heutigen Tages. Wir geben Gas für euch, versprochen.

Eure Ellen

Der Weg zum Ruhetag - und Buggy-Überschläge (08.01.2011)

Wir quälen uns mal wieder mit einer irrsinnig langsamen Internetverbindung ab. Im Bivak, 10 Kilometer ausserhalb der Grenzstadt Arica geht garnichts, deshalb fahren wir noch abends spät in die City um unseren Videoblog, diese Worte und ein paar Fotos übertragen zu könnnen.

Arica gefällt mir persönlich bis jetzt von allen Städten in Chile, die ich während drei Südamerika Dakars sehen konnte am Besten. Die Stadt pulsiert richtig. Mal sehen, wie das Ganze bei Tageslicht aussieht - aber bei Nacht ist richtig was los und es macht alles einen sehr sympathischen Eindruck.

Immerhin 160.000 Menschen leben hier und irgendwie ist das so eine Stimmung von "Wir leben zwar am Ende der Welt aber wir lassen uns die Laune nicht verderben". In der Stadtmitte finden wir zwar einige WiFi Netze, zum Beispiel beim örtlichen McDonalds, die sind aber super langsam und für eine Videoübertragung nicht zu gebrauchen. Schlussendlich finden wir das Hotel Arica und das hat alles, was ein gutes Hotel braucht, inklusive freiem, schnellen Netz.

Von unserem Team gibt es heute leider nur Gemischtes zu berichten. Matthias Kahle fährt auf einen tollen 13. Platz aber alle anderen hat`s mehr oder weniger rausgehauen.

Aber der Reihe nach: Zunächst begann das Ungemach noch gestern, als Etienne Smulevici, mit 26 Dakar Starts der erfahrenste Veteran im Team, einen Schaden hat und mit einem Servicetruck über die Dünen abgeschleppt werden muss. Nicht einfach das Ganze.

Ich erinnere mich an eine Abschleppaktion in Afrika 2006, nachts hinter dem Truck durch die Dünen ... das möchte ich ehrlich nicht nochmal mitmachen müssen. Man hat zwar kurze Abschleppseile dabei, da es ansonsten kein sicheres Überqueren des Dünenkamms geben kann, aber es ist immer eine sehr heikle Aktion.

Und genau mein Horrorszenario in einer solchen Situation ist Etienne passiert. Er wird über einen Dünenkamm geschleppt, kommt unglücklich drüber und überschlägt sich hinter dem LKW. Der merkt das natürlich erstmal nicht und schleppt ihn noch ein ganzes Stück auf dem Dach weiter. Etienne ist heute Abend jedenfalls im Bivak, aber insgesamt aus dem Rennen.

Leider sieht es auch für Benat Errandonea nicht gut aus. Er hat wie es aussieht ca. 30 Kilometer vor dem Ziel einen Motorschaden erlitten und das heisst in Dakarsprache "worst case", denn man darf wirklich alles wechseln, nicht aber den Motorblock.

Und um dem Ganzen noch einen draufzusetzen ist auch ein weiterer Teamkollege bei SMG kurz vorm Ausscheiden. Ronan Chabot hat sich gestern überschlagen und quält sich heute als Folgeschaden mit grossem Ölverlust herum. Ich hoffe aber, dass er es noch schafft, denn die Teilnehmer müssen ja nur bis morgen um 18:00 Uhr ins Ziel kommen um im Rennen zu bleiben.

Morgen ist Restday. Tja schön wär`s, denn für uns wird das einer der arbeitsreichsten Dakartage, da wir einiges vorbereiten müssen für die kommenden Woche, an denen wir richtig Kilometer fahren müssen und dadurch am Ende des Tages immer die Zeit ausgeht.

Viele Grüsse aus der nördlichsten Stadt Chiles

Eure Ellen

Dakar bietet Spektakuläres in Chile - Online-Probleme (07.01.2011)

Donnerstag Abend war Zeit, sich ein bisschen im Bivak umzuhören, um mehr über die kleinen Einzelschicksale der Dakarteilnehmer zu erfahren. Es war auf jeden Fall ein durchaus schwieriger Tag. Das zeigt sich sogar in den Ergebnissen in der Spitze. "El Matador" Carlos Sainz, der Führende verliert vor dem ersten CP glatte vier Minuten durch Navigationsfehler.

Wir erinnern uns: Am Ende der Dakar werden ein, zwei oder drei Minuten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Entsprechend die Laune des amtierenden Siegers. Journalisten gegenüber hatte er schon am Vorabend geäussert, lieber nicht als erster losfahren zu wollen, da es der Führende immer schwer hat in einem Terrain, in dem noch keine Spuren gelegt sind.

Weiter hinten lächelt man natürlich nur über einen Zeitverlust von Minuten hier geht es eher um Stunden, oder um die Frage, überhaupt das Bivak zu erreichen. Gegen 10 Uhr abends sind genau 52 Autoteilnehmer im Ziel und 72 noch unterwegs. Von den Trucks und Motorrädern ganz zu schweigen. Das bedeutet natürlich auch, dass die Ergebnisse im Mittelfeld gehörig durcheinander geworfen werden.

Am besten trifft es noch unsere Fahrer Kahle und Errandonea. Matthias fährt zwar bei einem Überholmanöver aus dem Staub heraus in einen Graben und zerstört sich Teile der Frontaufhängung, kommt aber trotzdem als Gesamt 15. ins Ziel, kurz vor Benat, der mit dem 16. Rang unser bestes Tagesergebnis einfährt.

Ein Loch oder ein Graben wird verschiedenen Teilnehmern zum Verhängnis, mit kleinen oder grösseren Folgen. Chicherit im Mini hängt nur kurz fest und wird von einem Teamkollegen im BMW schnell geborgen. Stephan Schott, der zweite deutsche Teilnehmer bei den Autos, fährt sich das komplette linke Vorderrad ab.

Sein Beifahrer Holm Schmidt, der 2005 bei meiner ersten Dakar noch neben mir gesessen hat, braucht zweineinhalb Stunden für die Reparatur, inklusive Ersatzteilzulieferung vom Servicerenntruck, der im Übrigen von Ex Mitsubishi Werksfahrerin Andrea Mayer gesteuert wird. Sie darf halten und mit ihren Mechanikerbeifahrern auch helfen, da zu diesem Zeitpunkt Stephane Peterhansel, der diese stage auch gewinnt, bereits im Ziel ist und sicher keine Hilfe mehr benötigen wird.

Sven Quandt, Teamchef bei BMW, überlässt beim Thema "Renntruck-Hilfe" eh nichts dem Zufall und hat gleich auch noch einen Renn-Kamaz angemietet. Die Dauersieger bei den LKW´s sind erfahrungsgemäss schneller als sehr viele Rennautos und darüberhinaus enorm zuverlässig.

Bei einem weiteren Frontrunner geht ein Unfall nicht so glimpflich aus. BMW Pilot Novitsky bricht sich die Hand. Dakar vorbei. Auch Alfie Cox, mit seinem deutschen Beifahrer Jürgen Schröder hat Pech. Nach super Ergebnissen an den ersten Tagen, trifft er auf dieser Etappe einen Stein so unglücklich, dass sein hinteres Differential zu Bruch geht. Für die beiden wird es eine sehr, sehr späte Zielankunft.

Lucio Alvarez ist die Speerspitze bei den Subarus. Er etabliert sich in den Top 20 und wird auf dieser schwierigen Etappe 24. Gesamt. Leider sind die beiden anderen Subaru Starter out of race.

Marco Bulacia, der für Subaru Bolivien gestartet ist, fliegt nach Hause, da sein Vater verstorben ist. Unser Beileid gilt ihm und seiner Familie. Sargo Alejandro wird von Getriebeproblemen eingebremst und wird wohl nicht weiterfahren können.

Die heutige Etappe hat es wieder in sich. Dementsprechend wird vom Veranstalter die Freigabe ausgegeben, dass jeder, der einen Tag später bis 18:00 das Ziel erreicht im Rennen bleiben wird. Morgen ist eigentlich Restday in Arica, im äussersten Norden Chiles, aber im Ernstfall kann dieser Tag eben auch als Renntag genutzt werden.

...nur mal zur Sicherheit

Falls mal wieder alle Internezugangansmoeglichkeiten ausfallen... Wir sind am Donnerstag erst zum Start der Stage gefahren, da dieser nur 36 Kilometer vom Bivak entfernt ist, ist er entsprechend leicht zu erreichen.

Natuerlich hat sich das rumgesprochen und es stehen entsprechend viele Zuschauer vor Ort. Nach der gestrigen Nullnummer was Uebertragung von Fotos und Videos angeht, sitzen wir heute in einem echten Internetkaffee!! Nun muss alles raus. Der Blog von gestern, alle Fotos und natuerlich die Videos. So haben wir sicherheitshalber unseren heutigen Videoblog direkt beim Start produziert, damit wir eine reele Chance haben, den verlorenen Infotag wieder aufzuholen.

In diesem Sinne: vielleicht bis spáeter....vielleicht auch nicht. :-)

Eure Ellen

Die Suche nach dem Geld - und ein tolles Buggy-Team (05.01.2011)

Heute sind wir zum Ziel der stage gefahren, um einmal verschwitzte Gesichter zu fotografieren und emotionale Äusserungen von den Piloten einzufangen, wie es im Rennen gelaufen ist. Dabei haben wir noch Olaf dabei, einen Kameramann unseres Teams, der sich um bewegte Bilder für Matthias Kahle kümmert.

Zunächst haben wir allerdings noch ein kleines Problemchen zu lösen, das sich im Verlauf des Vormittags als grössere Herausforderung darstellt. Wir brauchen Geld. Bei den ersten beiden Banken, die wir in Tucuman noch frohgemut anfahren, gibt es kein Geld mehr im Geldautomaten. Da es hier aber ausschliesslich diese Banco Tucuman Gruppe zu geben scheint, schwindet unser Optimismus, es pünklich in Ziel zu schaffen, rapide.

Als wir unsere Wünsche aber mir drei Worten spanisch (ich kann für solche Fälle das Wort Effectivo=Bargeld wärmstens für den Reisewortschatz empfehlen) mitteilen, kommen wir schnell auf den Trichter, dass das eigentliche Zentrum Tucumans noch nicht erreicht ist. Dementsprechend fahren wir noch ein paar Quadras (Blocks) und staunen nicht schlecht, wie gross die City tatsächlich ist und vor allen Dingen, wie viele Menschen hier an einem Dienstag Vormittag so unterwegs sind.

Diese Menschenmenge stellt sich dann für unser Anliegen auch als deutlich zeitverzögernd heraus. Es stehen unvorstellbare Schlangen vor den Banken und Geldautomaten und zwar vor absolut jeder Bank. Keine Ahnung warum. Wir schaffen es schliesslich in 1 Stunde 45 Minuten bei drei verschiedenen Banken mit drei verschiedenen Kreditkarten genügend Vorrat für eine kreditkartenfreie Reise durch Chile abzuheben.

Um 15:40 sollen nach Plan die Rennautos im Ziel sein. Wir schaffen es knapp, nur um dann einige Stunden zu warten. Die Autos brauchen deutlich länger als gedacht und unsere Fahrer haben heute mit Problemen zu kämpfen. Matthias Kahle beklagt drei Reifenschäden. Das ist zwar grundsätzlich kein Problem, aber wenn man nur zwei Ersatzräder dabei hat schon.

Nun kommt unser Fahrer Benat Errandonea ins Spiel. Er spendet Matthias seinen letzten Reifen. Ein echter teamplayer. Ich bin stolz, dass wir Benat begleiten, das hätten nicht viele gemacht, zumal Matthias und er ja eigentlich echte Konkurrenten sind.

An der Spitze nur VW und BMW, wie erwartet. Heute ist keine Buggy Strecke. Viele enge Kurven im Wald, anfangs 60km weicher Fech Fech Sand, also alles in allem eher Allrad Terrain. Im Ergebnis bedeutet das, Al Attiah gewinnt die stage, Sainz wird zweiter, Peterhansel dritter. Alle nur im Minutentakt auseinander. Man ahnt, wenn nichts besonderes passiert, wird auch diese Dakar wieder in Minuten oder sogar in Sekunden entschieden. Kahle beendet den Tag als 34. Benat als 26. und Stephan Schott durch Probleme mit der Servolenkung und dem Scheibenwischer eingebremst kommt als 29. an.

Erfreuliches aus der Sicht von Subaru: der Argentinier Alvarez hält die pace und wird 25. des Tages.

Morgen wird für alle eine besondere Etappe, denn es gibt die erste Andenüberquerung. Rauf auf 4.300m Höhe und natürlich gilt es den Grenzübergang nach Chile zu bewältigen. Zollformalitäten werden bereits heute im Bivak erledigt, ich denke aber mal, dass die ganze Fahrt den gesamten Tag in Anspruch nehmen wird, wir also wieder erst gegen Abend, also europäischer Nachtzeit, unsere Fotos und Videos übertragen können.

In diesem Sinne,

Eure Ellen

Rennbuggy ging kurz nach dem Ziel der Sprit aus - Uff! (04.01.2011)

Bis jetzt "alles beim Alten": Am Ende des zweiten Wettbewerbstages sieht die Ergebnisliste bei den Autos aus wie erwartet. Sainz baut seinen Vorsprung minimal aus. Al Attiayh bleibt ihm dicht auf den Fersen und Peterhansel komplettiert das Führungstrio. Ausreisser in der Spitzengruppe: Publikumsliebling Robby Gordon fährt zwischen Checkpoint zwei und drei auf einen Stein und büsst für diesen Unfall, mit Platz 47 und 55 Minuten Rückstand ordentlich. Sein Ziel endlich die Dakar zu gewinnen, kann er für dieses Jahr eigentlich schon wieder vergessen.

Guerlain Chicherit im Mini-BMW hat heute keine Probleme (gestern warf ihn eine gebrochene Bremsscheibe zurück) und wird siebter. Die Deutschen liegen mit den Plätzen 13 / Kahle und 25 / Schott ebenfalls im Soll.

Unser Fahrer, Benat Errandonea, im SMG Prototypen wird 19. Mit viel Glück, denn direkt nach dem Ende der stage geht ihm der Sprit aus. Wir müssen nun natürlich herausfinden, wie es zu diesem Fehler kommen konnte. Das darf eigentlich nicht passieren, aber Fehler sind menschlich, und in diesem Fall ist alles positiv ausgegangen.

Nicht auszudenken allerdings, wenn das auf der Wertungsprüfung passiert wäre. Das ist dann eine Sache, die einen u.U. Stunden kostet, bis man sich von einem schnellen T4 Hilfstruck Diesel besorgt hat. Ich sage nur: Uff, das ist im Endeffekt genau das Fortune, das man haben muss, um eine Dakar erfolgreich durchfahren zu können.

Aus Subaru Sicht folgen wir natürlich auch den drei Prototypen, die von einem argentinischen Team aufgebaut sind und von zwei Argentinier und einem Bolivianer gefahren werden. Sie beenden den Tag auf den Plätzen 22, 28 und 29. Dabei gab es nur einen Heckschaden durch Baum zu berichten, ansonsten eine geschlossene Teamleistung.

Die Piste selbst war heute in erster Linie staubig, eine typische Rallyepiste, bei der die Beifahrer genauestens die Abzweige beachten müssen, ansonsten aber noch keine grossen Herausforderungen gewartet haben. Morgen sieht das Ganze schon ein bisschen anders aus. Die erste lange Etappe wartet. 500 Kilometer und das über oftmals steinige Pisten, allerdings mit einer Erholungsphase in der Mitte. Dort geht es 150 km über Asphalt, die Zeit zählt dort nicht. Erstmals wird auch die Luft ein wenig dünner. Die Rallye fährt sich bis auf eine Höhe von 3.400 m.

Nachdem wir heute auf der Serviceroute ordentlich Kilometer machen mussten (unter anderem natürlich auch wegen eines "Umwegs" zur Rennstrecke), freuen wir uns auf eine kurze Strecke für den morgigen Tag. Hier in Tucuman ist bisher übrigens das grösste Bivak aufgebaut. Damit meine ich nicht die Platzverhältnisse im Hippodrom, in dem wir unsere Zelte aufstellen, sondern die Menschenmenge und das Drumherum des Veranstalters.

Viel Applaus, viel Begeisterung ein "Streckensprecher" der jeden Ankommenden feiert, als hätte er den Dakarsieger vor sich und entsprechend Stop and Go bei der Einfahrt ins Bivak um durch die Zuschauer hindurchzukommen, von denen einen jeder Einzelne kurz nochmal abklatschen will.

Müde Grüsse und bis Morgen

Eure Ellen

Die Dakar hat endlich richtig begonnen (03.01.2011)

Tag zwei der Rally und endlich gab es Competition. Zwar besteht auch der heutige Tag hauptsächlich aus Verbindungsetappe, es sind nur 324 Kilometer echte Wertungsprüfungskilometer zu absolvieren, aber natürlich geht es bei den Spitzenfahrern von Anfang an darum Zeichen zu setzen.

Insofern sieht es ziemlich gut aus für Vorjahressieger Carlos Sainz. El Matador beendet die erste Etappe mit einer Minute Vorsprung. Auch ansonsten scheint es, als ob sich die Kämpfe vom Vorjahr wiederholen könnten. Die Plätze zwei und drei gehen an Peterhansel im BMW und Al Attiyah, den Vojahreszweiten. Alle anderen bringen sich in Position. So finden wir Robby Gordon auf acht, den deutschen Rallymeister Matthias Kahle auf 15 und den zweiten deutschen Starter bei den Automobilen, Stephan Schott (erstmals im Werks BMW) auf Position 28 wieder.

Matthias Kahle fährt für das französische SMG Team, das wir in unserem Subaru Forester Presseauto ebenfalls begleiten. Wir kümmern uns allerdings in der Hauptsache um Bernard Errandonea, einen Dakar-Veteranen, den ich ja bereits im Vorjahr unterstützt habe. Bernard kommt als 22. ins Ziel, also alles im Plan.

Im Gegensatz zu Matthias Kahle hat er über keinerlei Probleme zu berichten. Matthias meldet sich gleich nach Beendigung der Stage. Er hat Probleme mit der Bremse, glücklicherweise erst nach der Zieldurchfahrt. Er und sein Beifahrer dürfen heute also schon mal die Schrauberhandschuhe anziehen, um das Bivak zu erreichen.

Auch ein anderer, dessen Auftritt man mit Spannung erwartet hat, hat mit Problemen zu kämpfen. Guerlain Chicherit erstmals im Mini unterwegs (allerdings mit ausgereifter BMW Technik) kommt nach anfänglichem achten Zwischenrang als 31. In Ziel. Aber immerhin er kommt. Die Vorbereitungszeit für dieses Projekt kann man durchaus als minimal bezeichnen, insofern ist diese Leistung zunächst mal nicht schlecht.

Auf der Serviceroute, die uns heute von Victoria nach Cordoba geführt hat, zeigt sich wieder einmal, mit welch grosser Begeisterung die Rally in Südamerika willkommen geheissen wird. An jeder Kreuzung, in jedem Örtchen, einfach überall stehen Zuschauer und jubeln. Wenn man auf der Route tanken muss, stehen immer Menschen um einen herum um Fragen zu stellen, Suerte "Glück" zu wünschen oder Fotos zu schiessen. Die Dakar wird hier mit ganzer südamerikanischer Herzlichkeit und Begeisterungsfähigkeit geliebt. Das fühlt sich gut an.

Das Bivak in Cordoba ist im Übrigen das erste wirkliche Dakar Bivak für uns. Bisher gab es nur die Luxus Ausführung eines Bivaks , mit weissen Tischdecken und warmen Duschen in einem Vergnügungspark. Jetzt haben wir sie endlich wieder - die harten Holzbänke im Mediacenter und die unseligen Duschen inklusive Mottenbefall. Herrlich. Die Dakar hat begonnen!

Bis Morgen

Eure Ellen

Die Dakar macht sich auf den Weg (02.01.2011)

Es geht gemütlich los am 1. Januar in Buenos Aires. Erst gegen Nachmittag machen sich die ersten Motorräder auf den Weg. Danach alle Autos und zuletzt die Teilnehmer in den Renntrucks. Es sind zwar schon eine Menge Zuschauer da, schon bei der Ausfahrt aus dem Parc Ferme, jedoch beschliessen wir uns auch den Podiumsstart am Obelisken, also in der City anzusehen, wo inzwischen die Hölle los ist. Dort ist seit dem Vormittag alles abgesperrt, aber mit einem Presseauto kommt man tatsächlich überall durch.

Besonders warten wir natürlich auf Robby Gordon. Zwar ist es inzwischen keine Überraschung mehr, dass er seine Dakar mit einem Sprung über das Podium eröffnet…aber man sieht es doch immer wieder gerne! Und….tatsächlich er hat es wieder getan und das sogar zweimal, nachdem er mit seinem ersten Sprung nicht ganz zufrieden war, ging der Rückwärtsgang rein und es gab einen gigantischen zweiten jump zur Freude der Zuschauer.

Wir haben beschlossen, dass wir nochmal die Annehmlickeiten einer Hotellobby in Anspruch nehmen um unsere ersten Fotos, Videos etc noch vor Ort zu bearbeiten und wegzuschicken. Das kostet uns zwar ein bisschen Zeit, da Frank unser Kameramann so nicht die Fahrtzeit zum Bivak nutzen kann um die Videos zu schneiden, aber auf der anderen Seite ist es eben doch angenehmer bei einem netten Kaltgetränk zu arbeiten als in einem staubigen Mediacenter unter Zeltplanen. Im Fernsehen läuft derweil der Start der Dakar live und so kriegen wir selbst hier im Hotel noch genügend von der tollen Atmosphäre in Buenos Aires City mit.

Morgen geht`s nun endlich los. Bis dahin
Ellen

Ellen´s Blog: Vor dem Start (01.01.2011)

Buenos Aires. Wir sind bereits seit drei Tagen vor Ort und das waren drei ziemlich arbeitsreiche Tage. Nix mit Liegestuhl und Sonnenschein. Okay, Sonne gibt es satt, die Temperaturen sind mit 30 Grad ebenfalls in Ordnung, aber Sonnenschein kriegen wir nicht viel ab, da wir ausschliesslich mit administrativen Dingen beschäftigt sind.

Im Klartext heisst das, dass wir bei Subaru Argentinien ein Fahrzeug abholen um unser eigentliches Presseauto von der 150 Kilometer enfernten Fähre holen zu können. Auch mit einem Presseauto muss man dann (fast) die normale (Tor)tour durch alle Papierchecks und technischen Kontrollen absolvieren. Da kann man locker einen ganzen Tag einplanen.

Wir benötigten eineinhalb Tage, da unser Fotograf Frank erst spät am 30. Dezember zu uns gestossen ist und wir nochmals vorstellig werden mussten. Ansonsten aber klappte das Prozedere einwandfrei. Dementsprechend geht es heute Abend auch relativ entspannt zum Neujahrsessen in die neuen Docks im Herzen Buenos Aires.

Was die allgemeinen Vorbereitungen zum Dakarstart angeht, so läuft alles seinen normalen Gang. Volkswagen ist mit über 80 Fahrzeugen grösstes Team. BMW hat mit Neusponsor Monster Energy einen ähnlichen Partner wie VW und Robby Gordon setzt noch einen drauf und hat sich für den verlorenen Energydrink Sponsor einen Neuen gesucht, ebenfalls aus der Brausebranche. Wir werden also am Ende ziemlich sicher einen Energydrink Hersteller auf dem Siegerfahrzeug sehen, fragt sich nur welchen...

Heute gehts dann endlich richtig los, mit dem offiziellen Start in der City von BA, allerdings geht der Dakartross seinen ersten Einsatztag ruhig an. Mehr als eine 380 Kilometer Verbindungsetappe ins erste Bivak steht zunächst nicht an. Erst am Ende des zweiten Januar wird es also echtes racing zu berichten geben.

Eure Ellen

2011/01/01 | 10:00 CET | ARTICLE: MR/LOHR















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