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 17. Breslau Rally: Ein ungewöhnlicher Prolog mit Citykurs im Stadtpark.
Die 17. Breslau Rally begann mit einem äusserst ungewöhnlichen Prolog. Anstatt wie in den Vorjahren eine äusserst brutale Strecke zu schaffen (die auf die kommenden Tage vorbereiten soll), ging man am vergangenen Samstag komplett neue Wege. Kein Wasser, kein Schlamm, keine schwer überwindlichen Steine - einfach ein Rennen und nur die Zeit zählt als Massstab.
Wie in Dresden startete man mitten in der Stadt - doch, in Wroclaw nahm man das "Innenstadt" wirklich ganz ernst: Der erste Teil des Prologes bestand aus einem Rennen durch einen Stadtpark, direkt in der City neben einem Spassbad. In Deutschland undenkbar, doch hier in Wroclaw diente der kleine Park bereits schon einmal als Prolog - damals für eine Pkw-Rally. Als Ergänzung folgten zwei weitere Strecken ausserhalb der Stadt. Zuerst ein längeres Sandfeld, dann noch ein Teil eines ehemaligen Panzer-Ausbildungsgeländes.
Der komplett begrünte Park war in Stufen an einem Hang aufgebaut, klassisch von Bäumen durchzogen. Die Motorräder starteten in Fünfer-Gruppen, die Autos in Dreier-Gruppen und die Trucks schliesslich 1:1 gegeneinander. Direkt am Start musste ein begrünter Steilhang beklommen werden (hier starben bereits einige Lkw-Motoren ab), dann ging es je nach Grösse und Klasse in zwei bis drei Runden durch das Gelände.
Zigtausend Zuschauer besuchten den City-Prolog, die Polizei hatte eigens einige Strassen gesperrt. Hintergrund war aber nicht nur die Rally selbst, sondern der Auftritt des polnischen "Nationalhelden" Adam Malysz. Der ehemalige Ski-Springer will in den Motorsport wechseln, für das polnische RMF Caroline Team einen Porsche Cayenne auf der Dakar 2012 fahren (wir berichteten). Die Breslau gilt als Test - wenn auch nur vorsichtig. Die ersten beiden Rallytage sind 2011 eigentlich "Schlamm-frei" - und so fährt der eigentlich für eine Schlamm-Breslau weniger geeignete Porsche nur als "00"-Vorausfahrzeug die ersten beiden Tage mit.
Da in diesem Jahr also nicht "aussortiert" wurde, war auch die Ausfall- und Unfallquote äusserst überschaubar. Vor allem die Spitzen-Teams gaben auf den ersten Rally-Kilometern Vollgas, flogen und sprangen durch Park und Sandstrecken. Bei den Trucks sorgten Kristof Ostaszewski (Mercedes Zetros) und Michael Kotterer (Mercedes Axor) für Jubel bei den Zuschauern. Ab dem Start liess man es krachen, Kotterer kippte fast um, verlor das 5-Minuten Duell im Stadtpark nur um eine Stossstangenlänge.
Doch das "grosse Finale" schaffte Leon de Wit (Mercedes SK) aus Holland. Gegen Ende des Feldes gestartet musste er in die von den schweren MAN KAT ausgegrabenen Spuren fahren - das leider einen Tick zu schnell, so das er umkippte und mit der anschliessenden Berge-Aktion an begrasten Hang für einen erneuten "Volks-Auflauf" sorgte.
Die Ergebnisse des Prologes werden aktuell im Internet unter [ www.rallye-breslau.com ] veröffentlicht, lagen im Camp zum Redaktionsschluss noch nicht endgültig vor. Auf der offiziellen Seite finden Sie zudem einen Rally-Liveticker.
Am Sonntag geht es von Wroclaw auf den Spuren der ehemaligen Hannibal-Etappe über Zagan nach Recz - allerdings nicht komplett in Wertung. "Wir wollten den zweiten Tag etwas ruhiger gestalten, hatten zwei alternative Routen ausgearbeitet" so Veranstalter Henrik Strasser. "Die eigentlich schönere Etappe wurde kurzfristig nicht genehmigt, so werden wir die morgigen Strecke durch die berühmten Sandfelder bei Zagan fahren." Allerdings sind von Wroclaw nach Recz im Norden des Landes nur 120 Kilometer in Wertung zu fahren - über 400 Kilometer sind es inklusive Überführungen.
Für Breslau-Fans, die am Sonntag etwas erleben wollen: An diesem Tag wird die berühmte, von Anwohnern jährlich aufgestaute Wasserdurchfahrt direkt an der Bundesstrasse von Ilowa nach Zagan durchquert - dort ist Action garantiert und die deutsche Grenze nur wenige Kilometer entfernt...
2011/06/25 | 23:11 CET | ARTICLE: MR/SY/HS


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