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 17. Breslau Rally: Hannibal-Etappe am Donnerstag - 7 Etappen Recz-Zagan.
Am Donnerstag stand die grosse "Hannibal"-Etappe mit ca. 500 Kilometern auf dem Plan - mit satten 7 Etappen und entsprechenden Überführungen. Das Wetter wechselte am Vormittag von "Sommer" zu "Herbst" - aus anfänglich 26 Grad wurden klamme 17 Grad mit Regen und starken Windböen.
Als kleines "Abenteuer" hatte die Organisation eine Fährüberfahrt angesetzt, die allerdings auch umfahren werden konnte (bzw. bei den Trucks musste, weil diese zu schwer für die Fähre waren).
In den ersten Etappen war mehr Speed und Navigation gefragt, gegen Ende ging es dann nochmals durch die berühmten drei Wasserlöcher bei Zagan. Zumindest sollte es so sein - doch einige kleinere Unfälle wirbelten den Rallytag durcheinander.
Ein Geländewagen-Pilot erlitt einen Herzinfarkt, konnte aber durch den Rettungshubschrauber schnell ausgeflogen werden. "Wenn ihm das zuhause im Sessel passiert wäre, könnte es schlimmer ausgegangen sein" berichtete ein Medical. Ein französischer Servicetruck kam auf der Überführungsetappe von der Strasse ab, schleuderte in den Vorgarten eines Hauses.
Nach einem Motorradunfall leistete ein CP erste Hilfe, brach daraufhin den CP ab und markierte die Stelle mit einem Schirm. Doch entweder ein Teilnehmer oder Zuschauer nahm den Schirm mit, so das Verwirrung entstand. Die Organisation entschied daraufhin, das Ziel der letzten Etappe bei Zagan vorzuverlegen, so das nicht mehr alle Teilnehmer durch die gefürchteten Wasserlöcher müssen.
Die "Führungsriege" der Autos und Trucks schaffte es dennoch bis dahin, ebenso wie die meisten Motorräder, Quads und Side-by-Side. "Jetzt sind wir zwar die letzten paar Kilometer und die Löcher umsonst gefahren, dennoch war die Kürzung gut für uns" freut sich Unimog-Pilot Holger Brauwers, der als 4. und letzter Lkw das Wasser passierte. "Wir hatten uns kurz nach dem verlassenen CP verfahren, dadurch Zeit verloren... die haben wir jetzt wieder."
Bei Leon de Wit war es widerum umgekehrt: "Wir hatten uns erst verfahren, dann im letzten Stück die Führung übernommen, waren der erste Lkw im Wasser - dann wurde das letzte Stück annuliert. Schade, aber der Tag war trotzdem schön. Wir gehen es nur noch ruhig an, weniger Speed, dafür mehr auf die Navigation achten."
In der Wertung bleibt es weiterhin spannend. Zwar funktioniert das neue Zeitmess-System nach FIA - sogar besser als gedacht - aber die zahlreichen, hier definitiv entscheidenden Zeitstrafen (z.B. für die Umfahrung eines Wasserloches oder Abbrüche) - fehlen noch. Dennoch zeichnet sich ein Bild an der Spitze ab. Bei den Pkw dominiert der Holländer Maurice Urbachs im Toyota Hilux, bei den Trucks Harald Chemnitz im IFA, bei den Motorrädern Robert Leischner.
Top-Favorit Michael Kotterer (Mercedes Axor) fiel nach einem Umkipper am Mittwoch Nachmittag aus. Zwar hätte man weiterfahren können, doch die Stimmung im Team war zu niedergeschlagen. Man will schliesslich siegen, verpasste man im vergangenen Jahr bereits den Gesamtsieg nach einem Protest.
US-Star Justin Couch (wir berichteten) hatte sich "seine" Show mit dem "BamBam" Unimog eigentlich anders vorgestellt. Nachdem er seinen 800-PS Unimog eigentlich zum Sieg treiben wollte, verkrachte man sich erst mit dem Beifahrer (und ersetzte ihn durch einen ausgefallenen Beifahrer eines anderen, deutschen Teams), dann brach die Achse des Unimog - Letzter Platz statt Gesamtsieg. Doch man macht mit Ach und Krach weiter. Wer weiss, vielleicht können die Hellgeht´s helfen?
Entgegen dem Vorjahr setzt man bei der Zeitwertung (ehemals SportIdent) nun wieder auf ein manuell-elektronisches System in Kombination mit dem polnischen Finder-System. Die Fahrzeuge werden an den CP´s manuell abgehakt, aber von Finder GSM-unterstützt überwacht. Entsprechend können nicht nur die Zeiten und die aktuelle Position, sondern auch eventuell (manuell) übersehene CP´s korrigiert werden.
Am morgigen Freitag startet die 6. Etappe mit einem Showstart vor dem Schloss in Zagan, danach wird eine erste Etappe in der "Polnischen Sahara" bei Zagan gefahren, dann führt eine Überführung nach Deutschland, dort steht eine abschliessende Abendetappe auf dem Plan - bevor es zum grossen Finale nach Dresden am Samstag geht.
2011/06/30 | 23:02 CET | ARTICLE: MR/SY


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