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 17. Breslau Rally: Letzte Etappe Polen, Brauwers Crash, Überführung Dresden.
Ein kleiner Rundkurs, der zweimal gefahren werden musste sowie eine kleine Nachtetappe standen am Freitag auf dem Plan der 17. Breslau Rally. Der Rundkurs startete im polnischen Zagan, danach ging es in einer Überführung nach Dresden in Deutschland.
Die "Nachtetappe" bestand im Prinzip aus dem alten Prolog, dazu hatte man nahe des Flughafens (und nicht mehr beim Messegelände) eigens eine Zuschauerstrecke direkt neben dem Camp gebaut.
Ein zweiter Teil führte durch eine sandige Grube - und forderte die Teilnehmer nochmals richtig, denn der Sand war butterweich und die Navigation extrem tricky. "Hier sind alle kreuz und quer gefahren" berichtet Orgamitglied "Officer" Pees. "Sind halt keine Wüstenexperten - denn damit konnte man das Gelände am besten vergleichen."
Das Wetter meinte es nicht so gut wie in den Vortagen: Statt Sommer und Hitze wie im Norden (wo es sonst immer kalt war), pfiff der Wind in Zagan, dazu setzte leichter Nieselregen ein. In Dresden angekommen war es dann ganz vorbei. Kälte wie im Frühling, Regen und starker Wind - gut, wer Winterjacken eingepackt hatte.
Leider gab es erneut keine offiziellen Ergebnisse (nur ohne Zeitstrafen), so das wir weiter recht wenig über die Gewinner-/Verlierer-Verhältnisse berichten können.
Dennoch bleibt es spannend, da die Favoriten täglich wechseln und neue Topfahrer in den Vordergrund drängen. So führt derzeit (voraussichtlich) das britisch/australische Team Marsden/Smith (Land Rover Proto) bei den Pkw gemeinsam mit dem Polen Marcin Lukaszewski (Proto), Harald Chemnitz (IFA) bei den schweren Lkw, das belgische Team Peumans/De Boer (Mercedes Unimog) und Daniel Günther (Unimog) bei den leichten Trucks - bei den Motorrädern zeichnet sich noch kein Trend ab.
Leider erwischte es noch in Polen Unimog-Pilot und Favoriten Holger Brauwers. Gleich nach dem Start überschlug er sich mehrfach, schleuderte in einen Wald und fällte dabei mehrere Bäume. Fahrer und Beifahrer blieben unverletzt, doch der Unimog erlitt einen Totalschaden. "Wir waren einfach zu schnell" berichtet Brauwers, "dumm gelaufen. Immerhin, jetzt wissen wir, das unsere Überoll-Käfig Konstruktion gehalten hat und seinen Zweck im Ernstfall erfüllt."
Dumm auch: Der Motor lief immer noch auf Hochtouren, ein "Notaus"-Schalter fehlte. "Wir haben dann mit einem Messer die Dieselleitung gekappt, dann war er endlich aus" lacht Brauwers. Für den Niedersachsen war es doppeltes Pech: Er hatte für das Finale in Dresden einen Sponsor-Event organisiert und eine Menge Gäste eingeladen.
Truck-Pilot Ton Stoker aus Holland (Iveco) verlor in der Etappe die Hälfte seines GFK-Aufbaus, der lag nun zerfetzt mitten im Wald. Ein polnischer Landwirt, der den Unfall beobachtet hatte, zeigte Interesse an dem Schrott. Man wurde sich schnell einig: 100 Zloty (25 Euro) und eine Flasche Vodka - und der Landwirt nahm den Lkw-Schrott gleich mit einem Pferdefuhrwerk mit. Ton Stoker schnitt den restlichen Aufbau kurzerhand ab und setzte die Rally "im neuen Design" fort.
Franco Böhme von GZR-Team, unterwegs mit einem knapp 30 Jahre alten Mercedes G, hatte auf der Überführung nach Zagan gleich zwei Getriebeschäden. "Wir hatten keine Teile, sind dann nachts nach Dresden gefahren, haben Ersatz besorgt und das Fahrzeug repariert, dann wieder zurück nach Zagan und in die Strecke. Wir haben fast zwei Tage nicht geschlafen."
Am heutigen Samstag schliesst die 17. Ausgabe der Rally mit einem "Show-Epilog" direkt neben dem Camp in Dresden (Gewerbegebiet nahe Flughafen). Wie früher der Prolog müssen künstliche Schlammlöcher, Panzerwellen und Verschränkungsstrecken gefahren werden.
Damit man auch ein letztes mal Gas geben kann, wurde zudem eine zweite Etappe in einer Sandkuhle nahe Dresden ausgearbeitet. Danach steht noch ein "Show-Ende" auf der Augustusbrücke in der Innenstadt auf dem Plan, am Abend endet die Rally mit einer grossen Party und Siegerehrung in Dresden.
2011/07/02 | 12:09 CET | ARTICLE: MR/SY


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