Allgemeine News vor dem Rallystart

Tag 1) SA, Showprolog & Festival in Dresden

Tag 2) SO, 1. Etappe Dresden-Tropical Islands

Tag 3) MO, 2. Etappe Tropical Islands - Zagan

Tag 4) DI, 3. Etappe Rundkurs Zagan

Tag 5) MI, 4. Etappe "Hannibal" 580 km

Tag 6) DO, 5. Etappe Rundkurs Recz

Tag 7) FR, 6. Etappe Rundkurs Drawsko

Tag 8) SA, 7. Etappe - Abschlussetappe

Rückblende - Alle Reports aus 2007

















REPORT: Die zweite Etappe bot Breslau-Feeling pur - "Wie Afrika".









Nach der verstaubten 1. Etappe am Sonntag machte sich der Rallytross am Montag morgen auf den lang ersehnten Weg nach Polen - wie im Vorjahr nicht zuerst nach Recz im Norden, sondern zum ehemaligen Zielort nach Zagan weiter im Süden des Landes. 110 Kilometer galt es zu bewältigen - den Grossteil davon nicht in Wäldern und Schlamm, sondern in den weitläufigen Sand- und Dünenfeldern, die ansonsten dem Militär zu Übungszwecken dienen. Durch die Hitze in den vergangenen Tagen dominierte vor allem der Staub - und dezimierte die Sicht für Einige auf ein Minimum.

Doch die "Breslau" wäre keine "Breslau" wenn nicht auch Wasser eine Rolle spielen würde. So kamen heute die "berühmten Drei" Wasserdurchfahrten zum Tragen. Die erste Durchfahrt bestand aus einem ca. 300 Meter langen Schlammloch, das mit umgekippten und nicht sichtbaren Baumstämmen gespickt ist. Einheimische Fans hatten das Loch zusätzlich aufgestaut - so heftig, das Motorräder drumherum fahren durften. Teils bis zu 45 Minuten steckten einzelne Fahrzeuge - oftmals zu sechst nebeneinander. Andere versenkten sich total, teilweise bis zur halben Höhe der Windschutzscheibe.

Die zweite und dritte Wasserdurchfahrt bestanden aus einem (ebenfalls von Rally-Fans) aufgestauten Flusslauf unter Bäumen, der aber in diesem Jahr nicht tief - und so eher einfach zu meistern war. Es folgte die berühmte "Flussdurchfahrt vor der Strasse" - hier musste ein schnell fliessender und um Laufe der Jahre an dieser Stelle durch die Rally immer breiter gewordener Fluss durchfahren werden. Erfahrungen aus den Vorjahren brachten wenig - denn die Tiefenverhältnisse hatten sich total geändert. So musste sich jeder seinen eigenen Weg suchen, angesaugtes Wasser sorgte auch an dieser Stelle für einige Ausfälle.

"Das war wie Afrika" meint Bernd Jäger, der gemeinsam mit Beifahrer Markus Wolf mit einem ungewöhnlichen VW Bus T3 Syncro die Rally bestreitet. "Ich bin berufsmässig oft in Mauretanien, die heutige Etappe mit ihren vielen Sandpassagen und Dünen hat uns sehr daran erinnert. Wir sind zeitweise sogar langsamer gefahren, um die wunderschöne Landschaft zu geniessen."

Das erste mal in der Geschichte der Breslau nimmt mit Bernd Jäger ein VW Bus in dem Rennen teil. "Früher habe ich immer gedacht, so etwas fahre ich nie, Schlamm interessiert mich nicht. Aber ich arbeite mit und lebe vom T3 Syncro und so kam die Idee, Rally zu fahren" erklärt Jäger. Über 500 Stunden hat er pauschal in seinen Rally-Bulli gesteckt. "Die Etappe gestern hingegen war für uns eine Katastrophe, nur buckelige Pisten, nur im 1. Gang. Heute hat wahnsinnig Spass gemacht, obwohl wir einen Turboladerschaden hatten." Den konnten die beiden in der Strecke noch reparieren, kamen erst gegen 20:30 Uhr ins Ziel. "Ich wollte das nie machen - und jetzt machen wir schon Pläne, was wir für das nächste Jahr verbessern müssen" ergänzt der VW-Bus-Pilot.

Am Sonntag und auch am Montag gab es bereits zahlreiche Ausfälle zu beklagen, die überwiegend technisch bedingt waren. Wie hart die Strecken waren, zeigt auch die GORM-Wertung, die erst am Montag früh veröffentlicht wurde - fast 50 Prozent der Starter fielen aus.

Anfangs gut dabei waren beiden Hummer H1 von Eugen Eble und Uwe Zirbes. Doch beide hatten es nicht leicht. Zirbes versenkte seinen Hummer in einem tiefen Schlammloch (das erste von den drei grösseren Wasserdurchfahrten) - nicht leicht, sonder bis Oberkante Armaturenbrett - das legte die Elektrik lahm. Um im Rennen zu bleiben, schleppte sein Fast-Assistance Steyr-Lkw den US-Allradler durch den Rest der Etappe - erst gegen 23:15 Uhr kamen beide im Ziel an. Derzeit ist noch nicht klar, ob Zirbes das Rennen fortsetzen kann.

Eble hingegen konnte selbst die Etappe beenden, doch eine defekte Zylinderkopfdichtung bremste auch ihn aus. In einer "Hauruck-Aktion" soll noch in der Nacht ein entsprechendes Ersatzteil aus Deutschland geholt und verbaut werden.

Keinen Hummer, aber einen "Puch GE 280" (Pendant zum Mercedes G) pilotiert Martin Heidrich. Wenn auch nicht heftig wurde er heute ein "Opfer des Staubes". "Die Sicht wurde immer schlechter und schlechter und wir konnten den Vordermann kaum noch erkennen. In einem Fall war es zu spät, ich bemerkte nicht, das er schon stand und fuhr auf. Trotz des Blechschadens war der Kollege cool, hielt den Daumen hoch und fuhr weiter - das war fair." Den bisherigen Verlauf findet Heidrich super, "vor allem, das bisher so wenig Schotter dabei war - der liegt unserem Auto nämlich gar nicht."

Holger Brauwers, unterwegs mit einem 416er Mercedes Unimog Lkw, hatte heute eine Begegnung der besonderen Art: "In einem Kompasskurs, bei dem die Strecke nicht genau definiert war, kamen wir und andere Teilnehmer wohl irgendwie in eine Militärübung. Auf jeden Fall sprang auf einmal ein junger, nervöser Soldat vor unseren Lkw und richtete den Lauf seiner Waffe auf uns. Das war irgendwie ein komischer Moment. Der Soldat war zittrig und sich seiner Sache nicht ganz sicher. Vorsichtshalber drehten wir ab und suchten einen anderen Weg" erzählt Brauwers. "Immer wieder trafen wir auf Soldaten, die waren aber eher cool und es gab keine Probleme."

Brauwers legte in den vergangenen Tagen eine Meisterleistung hin. Nachdem er auf dem Prolog wegen einer Verletzung am Auge nicht starten konnte, stieg er in der ersten Etappe mit Platz 218 ins Rennen ein. "Heute sind wir dann schon als 18. gestartet, was heissen würde, das wir 200 Plätze gutgemacht haben. Die Etappe war zumeist schnell, wir sind viel gesprungen und hart aufgekommen - eigentlich Fahrfehler von mir, aber der Unimog hat es verkraftet."

Ganz schnell mit ihren Unimogs unterwegs sind auch Udo Heidenreich sowie der Truck des MZB-Racing-Teams unter Leitung von Michael Abendroth. Beide Lkw-Teams hatten heute ein "Erlebnis der besonderen Art": Sie rissen sich das Fahrerhaus ab. "Das klingt erstmal dramatisch, ist auch ein schwerer Schaden, aber das kommt schonmal vor" berichtet Abendroth. Auf einer schnellen Passage hatte er eine heftige Bodenwelle unterschätzt und krachte voll ein. "Wir haben sofort angehalten und nachgesehen, dann die Kabine mit Spanngurten gesichert. Zum Glück ist das erst 20 Kilometer vor dem Ziel passiert, so haben wir nicht allzuviel Zeit verloren."

Auch für Heidenreich ist eine abgerissene Kabine nichts Neues, schon 2005 und 2006 passierte Gleiches auf der Breslau. Beide Teams waren bis zum späten Abend fleissig am Reparieren. "Das wird jetzt geschweisst und fertig" grinst Abendroth, "wir sind hier auf der Breslau und lassen uns davon nicht einschüchtern!"

Bei dem Versuch, den havarierten Udo Heidenreich zu überholen, kippte einer der voluminösen MAN Kat um. "Wir kamen gleich hinter ihm an" berichtet Manuela Holz, Beifahrerin von Torsten Holz, der ebenfalls mit einem MAN Kat unterwegs ist. "Wir haben versucht, ihn aufzurichten, aber es alleine nicht hinbekommen. Zusammen mit einem MAN des Teams "Oswald Federn" hat es dann geklappt." Auch das macht die Breslau aus - denn eigentlich waren Torsten und Manuela Holz sowie Navigator Andreas Burgard heute gut im Rennen, machten bis zur Zwangspause ordentlich Zeit gut. Doch Fairness und Teamwork gehen eben vor...

Bei den Pkw gewann heute das Team Kovatchev/Dorn (Mercedes G, Bulgarien) mit 02:11:20 Stunden vor Jork Neese (Toyota Land Cruiser, 02:16:06) und Schwarz/Wolny (Polen, Jeep Proto, 02:16:19). Bei den Lkw gewann das Team Hellgeth (Unimog, 02:30:56) vor Krystof Ostaszewski (Ural, Polen, 02:38:26) und Holger Brauwers im Unimog (02:43:05).

Bei den Motorrädern entschied der Holländer Henk Knuiman die Etappe in 01:52:37 Stunden für sich, gefolgt von dem Österreicher Matthias Vetiska (KTM, 01:56:35) und dem Polen Wojciech Rencz (KTM, 2:00:42).

Am Dienstag startet die 3. Etappe mit einem 174 Kilometer langen Rundkurs um die Stadt Zagan. Eine Besonderheit ist der Einbau der Stadt Zagan als Parcours: Unter dem Namen "Rally Monte Zagan" wird die Etappe am Schloss Zagan mitten in der Innenstadt gestartet - und führt die ersten vier Kilometer auch als "Stadtkurs" durch den polnischen Ort.

Artikel vom 30.06.2008 I 20:05







TEAMREPORT: Rally-Team "Die Urlauber/Exploryx" - was bisher geschah



Nachdem wir die ersten Breslau-Tage leider nicht dazu kamen, hier eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse. Der Prolog lief für Peter & Nicki sowie auch für Matthias & Patrick recht gut. Peter & Nicki hingen leider wieder einmal im Stau fest. Schlimmer aber traf es Claus & Walter, in der Verschränkungspassage brach eine der vorderen Federn. Nachdem leider keine Ersatzfedern im Reisegepäck waren, wurden diese kurzerhand organisiert.

Die eigentlich als "leicht" angekündigte 1. Etappe am Samstag beim Tropical Island erwies sich als doch nicht ganz so einfach. Zwar kein Schlamm, dafür derbe sandige Buckelpisten. Bereits hier gab es viele Ausfälle. Aber unser gesamtes Team meisterte diese Etappe zufriedenstellend.

Der heutige 30.06. war nicht nur der erste Tag in Polen, sondern auch Peters Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch Peter! Ein Geburtstagsgeschenk der ungewollten Art erhielt er heute, als er bei einer der sehr anspruchsvollen Flussdurchfahrten stecken blieb und sich das Getriebe zerstörte.

Auch Matthias & Patrick blieben nicht ganz vom Pech verschont, nach anfänglichen Problemen mit der Lichtmaschine, verweigerte nun heute auch noch die Seilwinde ihren Dienst. An dieser Stelle auch ein extra dickes Dankeschön an die LKW Besatzung des MAN KAT vom Team Süptitz/Krause, die uns freundlicher Weise durch die oben bereits angesprochene Flussdurchfahrt zogen.

Claus & Walter liessen es heute ruhig angehen und bewältigten die Strecke souverän und ohne nennenswerte Schäden. Die Wertungslisten hängen zwar noch nicht aus, aber Claus & Walter konnten heute sicher viele Plätze gutmachen.

Soviel für heute - wir müssen jetzt weiterschrauben damit die Autos für morgen wieder Fit sind. Viele liebe Grüsse an alle Daheimgebliebenen - Die Urlauber.

Artikel vom 01.07.2008 I 01:16 I Autor: Die Urlauber/Exploryx







TEAMREPORT: Rally-Team Gera/Rhino - die ersten drei Tage




An dieser Stelle meldet sich das "Rally-Team MAN Gera/Rhino Team" mit einem Teambericht von den ersten drei Tagen.

Prolog: Vom Veranstalter wurde in das Dresdner Messegelände ein kniffliger, fast Trial-ähnlicher Parcour gezaubert. Für unsere beiden IFA und den Unimog alles problemlos fahrbar. Mit unserem dreiachsigen MAN KAT wurde es an vielen Stellen sehr eng. In der daraus resultierenden Startreihenfolge lag der Kat ziemlich weit hinter unseren anderen Fahrzeugen. Doch die Rally begann ja erst.

1. Etappe Tropical-Island: Die Etappe führte über Grasflächen durch junge Wälder rund um die riesige ehemalige Luftschiffhalle. Pech an diesem Tag für den IFA Bräutigam (Startnummer 331): Mit defekter Kupplung rettete er sich ins Ziel. Ebenso vom Pech verfolgt der Unimog (336): Nach der zweiten Runde Federbruch an der Vorderachse. Im Camp wurden am Abend durch die Servicecrew die erforderlichen Reparaturen vorgenommen. Beim Kat stand der Start in die Etappe sehr in Frage. War doch beim Prolog die Führung der Hinterachse beschädigt worden. Die erforderlichen Ersatzteile trafen in letzter Minute ein und wurden quasi "Just in Time" eingebaut um an den Start zu rollen. Lohn der Mühen: Platz 4 in der Tageswertung.

2. Etappe Zagan-Zagan: Während der Tross das Fahrerlager nach Zagan umsetzte waren die vier Fahrzeuge in der 2. Wertungsprüfung unterwegs. 110 Kilometer Wald- und Sandpassagen in Kombination mit Kompasskursen galt es in schnellstmöglicher Zeit zurückzulegen.

Heute kamen alle vier Fahrzeuge problemlos durch. Einzig eine Wasserdurchfahrt bereitete Kopfzerbrechen: Die Geländewagen hatten riesige Probleme durch die ca. 1,20 m tiefe Fuhrt zu kommen. So mussten alle nachfolgenden LKW´s warten bis sich die Jeeps mühsam mit der Winde aus dem Wasser befreiten. Das Ergebnis des heutigen Tages steht noch aus, da andere Teams noch in der Etappe sind.

Grüse vom Team
Die Fahrer: Kai, Otti, Dieter, Klaus
Die Navigatoren: Steffen, Thomas, Lutz, Christa

Artikel vom 30.06.2008 I 20:05 I Autor: Rally-Team Gera/Rhino



















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