Allgemeine News vor dem Rallystart

Tag 1) SA, Showprolog & Festival in Dresden

Tag 2) SO, 1. Etappe Dresden-Tropical Islands

Tag 3) MO, 2. Etappe Tropical Islands - Zagan

Tag 4) DI, 3. Etappe Rundkurs Zagan

Tag 5) MI, 4. Etappe "Hannibal" 580 km

Tag 6) DO, 5. Etappe Rundkurs Recz

Tag 7) FR, 6. Etappe Rundkurs Drawsko

Tag 8) SA, 7. Etappe - Abschlussetappe

Rückblende - Alle Reports aus 2007

















Hannibal-Etappe schneller als erwartet - Donnerstag ruhiger








2007 wurde sie eingeführt - und sollte alles toppen, was bisher jemals auf der Breslau geschah: Die Hannibal-Etappe. Das permanente schlechte Wetter und der Dauerregen hatten die Mega-Etappe von Zagan nach Recz zu einer Schlammschlacht verwandelt, die besten Teilnehmer kamen Abends gegen 22:30 Uhr, die langsamten am Folgetag gegen Mittag ins Camp.

Auch in diesem Jahr fürchteten sich viele Teilnehmer vor der Hannibal-Etappe, einige "Newbees" traten erst gar nicht an. Doch das Wetter ist in diesem Jahr besser, Sonnenschein und anhaltende Hitze machten die Strecke (wie schon in 2006) trocken, staubig und schnell. Dennoch wurde es zur längsten Etappe der Rally.

Der Tag war in vier Etappenabschnitte eingeteilt und begann mit den "drei berühmten Wasserlöchern", die bereits auf der zweiten Etappe durchquert werden mussten - diesmal aber umgekehrt. Gleich zu Beginn seilte sich die Spitze ab - vor allem Jork Neese (Toyota Landcruiser), Hendrik Strasser (Lila Q), Attilla Nagy (Mercedes Lila Q) und Jens Mehlis (Mercedes G) lieferten sich bei den Pkw ein heisses Duell, das sich bei den Trucks zwischen dem Team Hellgeth (Mercedes Unimog), Udo Heidenreich (Mercedes Unimog), dem Polen Ostaszewski (Ural-Volvo), Holger Brauwers (Mercedes Unimog) Michael Abendroth (Mercedes Unimog) und Peter Niedergesäss (Scania) fortsetzte.

Der zweite und dritte Teil waren ohne weitere Schwierigkeiten, "lustig" wurde es erst wieder im vierten Abschnitt, der rund um das neue Camp in Recz gefahren wurde. Normalerweise steht und hängt Alles, aber auch hier blieb es ruhiger. Ein kleines Schlammloch und eine Wasserdurchfahrt sorgten für die einzige "Erfrischung", beides war aber easy zu händeln. Schwieriger hingegen war die Navigation, die sehr detailliert ausgearbeitet war.

"Einige Passagen waren richtig schwer, auch ich habe mich verfahren. Wir sind dann immer wieder zu einem Ausgangspunkt zurück und haben es neu probiert. Die Teilnehmer fuhren kreuz und quer, immer wieder kamen einem welche entgegen" berichtet Motorradpilotin Christina Meier. "Das Roadbook war eigentlich nicht falsch, nur sehr detailliert und viele Wege sahen gleich aus oder gaukelten einem vor, das man richtig war, da die Landschaft sehr ähnlich aussieht."

Das bestätigt auch Marco Böhme, der gemeinsam mit Copilot Detlev Achtzehn in einem Mercedes G unterwegs ist. "Das ist schon verwirrend, wenn Dir sogar die Führenden wieder entgegenkommen" meint Böhme. Beide sind gut durchgekommen, liegen zwischen den Top 20.

Gut durch kamen auch Marco Böhme und Detlev Achtzehn mit ihrem Mercedes G. "Wir sind als 17. gestartet und gut durchgekommen, lediglich Probleme mit der Kühlung haben uns im dritten Etappenteil ein wenig zurückgeworfen" berichtet Marco Böhme, "aber die haben wir zwischendurch in den Griff bekommen."

Das mit Spannung erwartete "Hummer-Duell" zwischen Eugen Eble und Uwe Zirbes ist übrigens inzwischen kein Duell mehr. Nachdem Zirbes auf der zweiten Etappe seinen Hummer H1 versenkte, reparierte seine Crew den Ami den gesamten Dienstag über. Gestern früh wollte Zirbes wieder starten - kam aber nur 25 Kilometer weit: Das Getriebe hatte ebenfalls Wasser gezogen, das Öl fing an Schaum zu schlagen und man brach sicherheitshalber ab. Eugen Eble hingegen liefert weiterhin eine sehr gute Leistung, schaffte die gestrige Hannibal-Etappe alleine und ohne Probleme und kam erschöpft aber zufrieden gegen 2:00 Uhr nachts im Camp an.

Wer am Ziel stand und die Reihenfolge der Teilnehmer beobachtete, schaute teilweise verdutzt drein. So kam z.B. der silberne Versuz-MAN 8x8 aus Belgien als 5. Truck ins Ziel - aber nicht, weil er so schnell war. "Die Strecken im letzten Abschnitt waren sich sehr ähnlich. Wir haben uns kräftig verfahren und nach einem Wiedereinstieg gesucht. Den haben wir auch gefunden, am Abend dann aber gemerkt, das wir in Wirklichkeit 8 Seiten im Roadbook "überblättert" hatten" berichtet Luc, der in diesem Jahr den Truck erstmals selber pilotiert. "Meine Freundin Anja, die sonst den Lkw fährt, ist in diesem Jahr zuhause geblieben, somit habe ich mal das Vergnügen" grinst Luc, "macht richtig Spass!"

Überraschend gut dabei ist auch noch das "Kabel Eins"-Team mit dem eigens für die Breslau werksseitig aufgebauten Jeep Wrangler Rubicon. Der fast serienmässige Jeep läuft besser als erwartet, nach dem Prolog wurde lediglich einmal die Kardanwelle getauscht, nach der Hannibal-Etappe wurden die Dämpfer gewechselt.

Sowohl Fahrer Jochen als auch Beifahrerin Ines wurden vor der Rally in einer TV-Serie "gecastet" - und machen sich richtig gut. "Ins Ziel kamen wir früh Morgens um 1:20 Uhr" berichtet Jochen am Donnerstag Mittag. "Das schwierigste war die Konzentration zu behalten, vor allem beim Wechsel von Tag auf Nacht. Hier haben wir gemerkt das wir einfach keine Rallyerfahrung haben. Fast zeitgleich haben sich auch die Bodenverhältnisse von Sand auf Waldboden und Moor geändert. Das war ein ganz neues Fahrgefühl. Bei Nacht ist die Navigation um einiges schwieriger. Wir sind die ganze zeit Schlangenlinien gefahren um den Weg auszuleuchten. Zum Glück hatte uns Patrick die Hella Scheinwerfer aufs Dach montiert, ohne die Zusatzscheinwerfer würden wir jetzt noch nach dem Weg suchen. Iris hat navigiert wie eine Brieftaube, ich weiß zwar nicht wie sie es gemacht hat, aber sie hat mir immer den richtigen Weg gesagt."

Auch Iris freut sich, das man schon so weit gekommen ist. "Jochen ist im ersten Teil perfekt gefahren. Wir haben gleich in der ersten Teiletappe 30 Plätze gut gemacht. Einziges Problem: wenn er Schlammlöcher sieht ist er kaum zu bremsen. In der vierten Teiletappe haben wir viel Zeit verloren. Wir steckten vier mal ordentlich im Dreck. Gestartet sind wir von Platz hundert, befanden uns zeitweise unter Position 70, haben aber sicher auf den letzten 140 Kilometern in der Dunkelheit wieder einiges eingebüsst."

Neben vielen weiteren Teilnehmern ist übrigens auch der VW Bus T3 Syncro von Bernd Jäger ausgefallen. Nach einem ersten Turboschaden am Dienstag büsste er gestern auch den zweiten Turbo ein. Raus ist auch Malte Asmus vom "Team Toyo/Marathonrally.com": "Wir haben festgestellt, das es keinen Sinn mehr macht ohne Allrad weiterzufahren. Den Toyota wieder geländetauglich zu machen wäre zu aufwändig gewesen, wir hätten den Motor ausbauen müssen" so Asmus enttäuscht.

Auch nach der vierten Etappe konnte die Organisation leider noch keine aussagekräftigen Ergebnisse übermitteln. Wir hoffen, dass dieses Problem am Donnerstag behoben wird um Ihnen weitere Resultate zu präsentieren.

Artikel vom 03.07.2008 I 12:34 Uhr



















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