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 Africa Eco Race: Zahlreiche Förder-Projekte in Afrika, ein Ruhetag in Marokko.
Nachdem die "echte" Rally Dakar in Afrika durch eine "Schnelle" in Südamerika ersetzt wurde, ist vieles anders. Volkswagen konnte in Afrika nie siegen, in Südamerika wurde man Sponsor und prompt: Drei Dakar-Siege.
Der mehrfache Dakar-Sieger Josef Machacek aus Tschechien tritt bei der "Balkan Offroad" an und muss sich von einer 24-jährigen Amateurin geschlagen geben. Sein Unterschied zwischen "Dakar" und "Balkan Offroad": "Das ist ja anspruchsvoll hier."
Teilnehmer von Amateur-Rallies wissen seit Jahren: Zur "Dakar" gehört die Show - und Afrika. Das sahen damals auch die ehemaligen Dakar-Sieger Hubert Auriol und René Metge so und gründeten als Alternative zu Südamerika das "Africa Race". Wie sehr der Dakar-Veranstalter ASO davor Angst hatte bewies eine einstweilige Verfügung, mit der Hubert Auriol ausgebootet wurde.
Metge und seine Crew machen mit Hilfe zahlreicher Fürsprecher (wie Jean-Louis Schlesser) weiter und locken auch 2012 wieder nach Afrika (27. Dezember 2011 bis 9. Januar 2012). Blöderweise wieder zur gleichen Zeit wie die "Dakar" - das ist der grösste Knackpunkt. Doch die Rallyszene wechselt nach und nach wieder nach Afrika. Waren es im ersten Jahr nur eine Handvoll Autos, waren es 2011 schon über 50.
"Geben statt nehmen" ist das Motto des "Africa Race", seitdem führt man den Namen "Eco" dazu. Hintergrund: Der Dakar-Veranstalter ASO kassiert von den Gastgebern Geld, das "Africa Eco Race" bringt Geld mit - und fördert Aktionen einzelner Teilnehmer.
So beteiligen sich René Metge und Co an einer Aktion, bei der 3.000 Eukalyptusbäume in Mauretanien gepflanzt werden. Bereits zum vierten mal startet 2012 das "Rev d´Av" Team, das Solaranlagen nach Afrika mitbringt. In einem Pilotprojekt hatte man in diesem Jahr in Marokko einige Häuser mit Solaranlagen ausgestattet - gratis.
Ludovic Giangregorio, selbst Teilnehmer auf einem Motorrad des Teams, erklärt: "Die Klassifikation ist nicht unser Hauptziel. Wir wollen Land und Leute erleben und ihnen etwas zurückgeben." Im kommenden Jahr will man einige Schulen mit Solaranlagen ausstatten - und damit die Technik auch ankommt, werden die Anlagen selbst installiert.
Oder der Franzose Jean-Noël Julien. Ihm geht es schon um eine gute Platzierung, er will mit seinem Renault Megane Proto mindestens Platz 5 erreichen, war eigens zum Testen in Marokko. Er redet nicht gerne darüber, aber: Nach traurigen Erfahrungen gründeten er und Freunde die Aktion "Les Moteurs du Désert".
"Das "Motor" in dem Wort steht dabei nicht nur für unsere Motoren" erklärt Jean-Noël, "sondern auch als Motor des Fortschrittes. Wir haben überlegt was wir machen können und haben uns ein einsames, abgelegenes Dorf im Senegal ausgesucht. Ein Dorf, in dem einfach Alles gemacht werden muss."
Der Franzose und sein Team gaben Vollgas: "Erst haben wir Solaranlagen gebaut, um Strom für die landwirtschaftlichen Maschinen zu produzieren. Dann haben wir die Produktion optimiert. Daraufhin haben wir ein komplettes Lagerhaus mit voller Ausstattung gebaut, damit sofort mit der landwirtschaftlichen Produktion begonnen werden kann."
Dadurch wurde auf einmal ein wirtschaftlicher Überschuss erzeugt und man zeigte, wie man den nutzen kann. "Wir haben damit einen Manager bezahlt, der in dem Dorf alles gerecht verteilt und investiert hat - vor allem wurde aber Geld für Ausbildung ausgegeben. Heute geht es dem Dorf schon wesentlich besser. Im kommenden Jahr wollen wir die Schule renovieren und ausbauen. Es ist erstaunlich, wie dieses Wirtschaftsprojekt das Dorf verändert hat."
2012 wird der Ruhetag der Rally erstmals nahe der Stadt Dakhla im Süden Marokkos an der Atlantikküste sein. "Ein Erlebnis für die Teilnehmer" verspricht René Metge. "Eine Wassersport-Region nahe einer Lagune mit Delphinen und tausenden Vögeln - ein kleines Stück Paradies."
Erstmals wird auch ein deutsch-griechisches Team mit einem Mitsubishi Pajero V20 teilnehmen (wir berichteten). In einem Tagebuch wollen Palaskas/Zachariou über ihre Erlebnisse berichten. Weitere Infos über die Rally finden Sie auf der offiziellen Webseite [ www.africarace.com ].
2011/09/15 | 22:13 CET | ARTICLE: MR/SY/AER


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