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 Albania Rally BLOG: Balkan-Style, Hitze, kaltes Bier, und ein Meer an Frauen.
Wie immer, wenn wir das erste mal von einer Rally aus einem neuen Land berichten, wollen wir in netter Form auch einmal unsere privaten Eindrücke zum Besten bringen. Vom Balkan sind wir ja schon Einiges gewohnt, aber Albanien? Das hatten wir noch nicht auf der Karte...
Wie so oft gilt: Der klassische "Deutsche Spiesser" würde hier sofort einen Herzinfarkt bekommen - die "Spassfraktion" kommt aus dem Staunen nicht heraus. Es beginnt wie so oft mit dem Verkehr - oder besser den Regeln.
Ampeln werden erstaunlich oft eingehalten, Tempolimits grundsätzlich nicht. Vorfahrtsregeln mag es geben, aber man passt besser auf. Es wird einfach gefahren, irgendjemand wird schon bremsen. Erstaunlich: Es klappt schneller und besser als im geregelten Deutschland.
"Wir müssen unsere Bikes noch tanken, können wir das Morgen früh machen?" fragt ein Biker einen Orga-Mitarbeiter. "Warum nicht jetzt" entgegnet der. "Weil wir alle schon ziemlich viel Bier intus haben" kommt die Antwort. Das Orga-Mitglied zuckt mit den Achseln: "Na Und? Ihr seid in Albanien!"
Aufpassen muss man dennoch, denn die Polizeidichte ist - zumindest in der Hauptstadt Tirana - extrem hoch. Wie in Marokko steht an jeder Ecke ein Sheriff und winkt, wenn auch selten, je nach Laune ein Auto raus. Die anschliessende Prüfung ist streng und kann dauern. Am besten man fährt ein sauberes oder neueres Auto, die werden irgendwie nie angehalten.
Auch die Polizeiwagen sind zahlreich. Die Strassenpolizei fährt - wie übrgens viele Behörden hier - fast nur deutsche Volkswagen neuerer Bauart, die nächst-mächtigere Polizeistufe Mitsubishi Pajero - und die sind meistens in zivil, nur mit einem Blaulicht versehen.
Die Stadt selbst präsentiert sich modern, pulsierend, laut, belebt, glücklich. Neben älteren Häusern, teils sogar baufällig und dennoch bewohnt, ragen neue Design-Tempel hervor. Alle grossen Konzerne sind mittlerweile mit Glaspalästen vertreten, darunter eine Menge Autokonzerne und ein Meer an Banken.
Es ist sauber, heiss, gepflegt. Grün überall. Palmen, Rasen, sattes Grün. Was man in Deutschland kaum hinbekommt, ist hier Standart: Selbst die Strassenkanten, Böschungen oder Verkehrsinseln sind frisch gemäht, mit Blumen versehen, einfach schön.
Neben einem grossen Stadtpark hat man ein EM-Lager für Fussball-Fans aufgebaut. Eine Party-Meile, bei der man eine Menge einkaufen, gut Essen und Trinken kann. Alles superbillig: Ein paar gefälschte Armani Unterhosen und T-Shirts, zwei leckere Balkan-Burger und zwei Bier, und wir sind nichtmal 8 (Acht!) Euro los. Das macht Freude.
Noch mehr Freude - und neidische Damen weggehört - machen die Frauen in der Stadt. Als gäbe es gerade ein Casting für "The Next Topmodel". Schlank, hübsch, braun, dunkelhaarig - man weiss gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.
Arrogant und Abgehoben gibt es hier nicht: Die Ladies sind überraschend flirtbereit, übernehmen gerne die Initiative. Nie wurden wir so oft in nur einer Stunde angesprochen, manchmal banal ("Wie spät ist es" - direkt neben einer Uhr), manchmal direkt ("Hey, Rallyleute? Erzählt mal!"). Ein Paradies für Männer mit Ansprüchen, ein Supergau für Alice Schwarzer und Oldschool-Feministinnen.
Zurück zum Basis-Hotel, in dessen Garten das Fahrerlager aufgeschlagen wurde. 5 Sterne (Deutscher Standart!), das UN-Quartier und die Botschaft Maltas sind hier ebenso untergebracht wie die gesamte Rallycrew. Mitten in der Stadt, mitten neben der Partymeile. Und damit auch niemand ein Fussballspiel verpasst, haben sie Organisatoren im Garten ebenfalls eine Grossleinwand nebst Bar und Grill aufgebaut...
"Jetzt hört mal auf zu Tippen" geht es an die Journalisten - "Und Ihr hört auf zu schrauben" ruft ein Orga-Mitglied an die Teams. "Wir machen jetzt Party." Das lieben wir an Rallys mit Balkan-Style - alles etwas locker, nicht so verbissen, familiär und einem Hauch "Ballermann"... Wir freuen uns auf die kommenden Tage!
2012/06/08 | 19:44 CET | ARTICLE: MR/HS








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