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 Albania Rally: Hardcore-Strecke am Montag, Entspannung im Wald Dienstag.
Nicht, das wir nicht berichten wollen, doch bei unserer ersten "Albania Rally" geht es hinter den (Presse)-Kulissen noch ein wenig drunter und drüber - während die allgemeine Organisation in diesem Jahr schon sehr gut funktioniert.
Bei uns sieht es so aus: Zwischen 4:00 und 06:00 Uhr morgens aufstehen und (mit Glück) abends um 22:00 Uhr im Camp - dazu funktioniert dann das Internet nicht, oder es gibt schlicht Keines (auch nicht per Mobiltelefon - oder zu langsam).
Da ein spezielles (eigenes) Presseauto fehlt, ist die Holländisch / Deutsch / Italienisch / Englische Pressecrew entweder mit Chef Edvin Kasimati oder einem Bergefahrzeug unterwegs. So gibt es wenigstens viele Bilder und einige Videoschnipsel, aber eben kaum "In-Time" Berichte - und auch keine Ergebnisse, weil sie Abends noch nicht fertig sind und früh morgens ausser der Presse und den Mechanikern kaum schon jemand wach ist.
Aber Schwamm drüber, wir sollen uns bei unserer ersten "Albanien Rally" als "Observer" sehen und es ruhig angehen, meint die Organisation. So gibt es wenigstens am Dienstag ein paar Bilder und in den nächsten Tagen vielleicht auch mehr. Am Donnerstag ist ein Ruhetag am Strand im Süd-Westen von Albanien nahe der Stadt Vlora geplant, dann wird es wohl auf jeden Fall klappen.
Um die Etappen am Montag und Dienstag kurz zusammenzufassen: Der Montag war extrem hart, der Dienstag entspannend schön. Montag ging es in einer langen Überführung in die Mitte Albaniens, von dort wurden zwei Stages á 120 und 60 Kilometer in Richtung Südosten gefahren - und die hatten es in sich. Im Anschluss folgte eine weitere Überführung in die Stadt Korca, ganz im Osten.
Es ging hoch ins Gebirge, bis auf 1.800 Meter. Steile, ausgefahrene und extrem felsige und steinige Pisten führten erst durch Wälder immer weiter nach oben bis an die Baumgrenze, dann ging es fast schon in Trophy-Manier wieder herunter ins Tal - das ganze wiederholte sich in einer ausgesprochen wunderschönen und fast unberührten Landschaft über mehrere Berge.
Man musste schon verdammt aufpassen: Auf der einen Seite der Strecke ging es steil hoch, auf der anderen Seite bis zu einem Kilometer steil und ungesichert abwärts. Die Strecken waren zudem teils bis zur Unfahrbarkeit zerstört, denn es gab bis kurz vor der Rally heftige Regenfälle, die aus den Pisten teils reissende Bäche machten. Hier eigentlich egal, denn die Strecken werden lediglich von ein paar Bergbewohnern mit ihren Tieren oder uralten IFA Holztransportern (im Schrittempo) genutzt.
Entsprechend nass war es zudem, aus allen Poren der Berge liefen kleine Rinnsale oder Bäche, die alles "frisch und feucht" hielten. Teilweise ging es durch Breslau-ähnliche Schlammpassagen, die allerdings am Grund fest waren. Die Spuren hatten sich bis zu 60 cm ausgefahren, eine Herausforderung besonders für die zahlreichen Serien-Mitsubishi, Suzuki und besonders die Buggys und Side-by-Side.
Das Starterfeld verdünnte sich zunehmends, von ursprünglich (noch) 44 Autos und über 100 Mopeds und Quads erwischten wir bis zum späten Abend gerade einmal ca. 60 Mopeds/Quads und 13 (!) Autos auf der Strecke. Abgerissene Achsen, zerstörte Dämpfer, kaputte Felgen - die Gründe waren vielfältig. Die gute Nachricht: Keine schweren Unfälle trotz der Heftigkeit der Strecke, lediglich ein gebrochener Arm eines Motorradfahrers - und das auf der ersten Überführung.
Nachdem die letzten Teilnehmer erst gegen 03:00 Uhr ins Camp kamen (und einige für Reparaturen extra zurück in die Hauptstadt Tirana fuhren) war klar: Der Dienstag muss leichter werden. So kam es auch: Ausschlafen war (für die Teilnehmer) angesagt, der Start in die Überführung erfolgte gegen 10:00 Uhr, der Start in die lediglich 60 Kilometer lange Speziale dann für die ersten Biker gegen 11:40 Uhr.
Es ging erneut durch Gebirge, diesmal allerdings südöstlich der Montags-Strecke, direkt an der Grenze Mazedoniens entlang. Die Wälder sind grün, die Wiesen saftig, die gesamte Gegend extrem fruchtbar. So kam wieder eine Menge Wasser ins Spiel, diesmal allerdings mit weniger Schlamm und mehr kleineren Flussdurchfahrten. Erneut dominierten steile Auf- und Abfahrten, diesmal aber eher auf leichtem Schotter und schnell zu fahren - entsprechend schnell waren die ersten Teilnehmer wieder im Ziel.
Aufgrund unseres engen Zeitplanes und "Presse-Überführungen" von mehreren dutzend Kilometern (nur um ein Internet-Cafe zu finden) gibt es leider keine Stimmen aus dem Camp - das holen wir in den kommenden Tagen nach. Um es so zu sagen: Die Rally ist klasse, die Strecken anspruchsvoll, die Landschaft unbeschreiblich schön und "anders" - aber in einigen Punkten fühlen wir uns ein wenig an die Anfänge der Breslau-Rally im "ehemals wilden Polen" erinnert.
Freuen Sie sich auf einen neuen Blog, den wir hoffentlich am Mittwoch, spätestens Donnerstag online stellen. Es gibt so viel Kurioses und Besonderes über das Land und die Menschen zu berichten, die Erlebnisse in unseren Gehirnen "stapeln" sich nahezu.
Nur soviel vorab: Hier sind die Distanzen per Luftlinie eher gering, als würde man nur durch Schleswig-Holstein fahren. Durch die Gebirge werden aber selbst wenige Kilometer zu Abenteuern - und jede neuen Bewohner hinter jedem neuen Berg entpuppen sich als "neues Völkchen" mit ihren eigenen Regeln, Gewohnheiten und Lebensweisen...
2012/06/12 | 19:29 CET | ARTICLE: MR/HS








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