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 Albania Rally: Mutig heftige Etappe am Mittwoch und ein traumhafter Ruhetag.
Von Korca ganz im Nordosten des Landes ging es am Mittwoch in die härteste Etappe der Rally ganz in den Südwesten nahe Vlora: 120 Kilometer auf Teil 1, dann eine lange Offroad-Überführung und im Anschluss nochmals 60 Kilometer gezeitet. Die Etappe endete mit einem traumhaften Blick: Mitten von einem Bergplateau fiel der Blick auf das Meer und direkt auf die griechische Insel Korfu - man war sogar derart dicht an der EU-Grenze, das die Handys schon auf das griechische Netz umstellten.
Die Strecken waren diesmal vor allem schnell, viel Schotter, ein paar tricky Schlammpassagen (in denen so Mancher länger steckte) und zwischendurch eine Offroad-Überführung (für die Teilnehmer), die es wahrlich in sich hatte. Um es kurz zu sagen: Am Mittwoch brauchte man Mut, Besonnenheit und auf gar keinen Fall Höhenangst. Denn so etwas haben selbst wir noch nie erlebt.
"Links" sagt Organisator Edvin. "Wo links, da ist nur eine abgebrochene Kante und daneben geht es steil ins Tal runter" erwiedert Fahrer Chris. "Ja genau, dort" grinst Edvin. Wie man dort mit dem grossen Land Cruiser durchkommen soll ist zuerst ein Rätsel, denn der schmale Pfad, bestehend aus losem Gestein und gefährlichen Abbrüchen ist gerade mal 2 Meter breit. Wenn überhaupt.
Also ging es im Schrittempo, den Blick immer wieder auf die Abbruchkante - nur einen Zentimeter zu weit nach rechts und wir hätten definitiv nicht mehr schreiben können. "Das ist aber ganz schön mutig" wundern wir uns - und Edvin grinst wieder. "Ist ja nur eine Überführung, die Teilnehmer haben doch Zeit."
Wenn Evin sagt, sie haben Zeit, dann meint er "sie müssen schon Gas geben." Entsprechend waren die Teilnehmer auch fasziniert: "Ich hatte ganz schön Bammel, musste mehrfach anhalten weil ich Höhenangst bekam. Ich habe mich dann immer ganz rechts gehalten und nur nach vorne geschaut, doch selbst dann blickte man immer wieder in den Abgrund" berichtet der Schweiz-Holländer Guillaume Martens.
Die Belohnung Nummer 1 folgte dann im Tal - zumindest dachte man, das man unten wäre. Es ging durch ein langes Flussbett, in dem Arbeiter fleissig und mühsam Steine sammelten und auf uralte Mercedes Lkw verluden. Wie die dort hingekommen sind, bleibt ein Rätsel. Gleich mehrfach musste das Flussbett immer wieder durchquert werden - bis man am Ende merkte: Wir sind immer noch auf 800 Metern und es wird noch eine weile dauern, aus der gebirgigen Landschaft über brutal kaputte Pisten wieder auf den heiss ersehnten Asphalt zu kommen.
Wie gefährlich es hier sein kann, bewiesen zwei Einheimische. Auf der ersten Etappe versenkte ein Albaner seinen VW Golf III mitten in der Pampa in einem Abbruch, konnte durch unseren Land Cruiser aber geborgen werden. Schwieriger sah es für einen Mercedes W124 E-Klasse Fahrer aus: Sein Auto hing mit der ganzen Seite an einem Abhang, bergen war hier für uns unmöglich, da die Gefahr bestand, das der Mercedes mit einem falschen Ruck ins Tal rutschte.
Wie anfangs beschrieben, folgte Belohnung Nr. 2 am Ende der Stage: Der Blick aufs tiefblaue Mittelmeer und die gute Nachricht: Am Donnerstag ist Ruhetag. Doch nicht irgendein Ruhetag: Die Organisation hatte das Camp direkt am Strand in einem neu errichteten Resort aufgebaut, inklusive Restaurants, Bars und Diskothek nebst Swimmingpool.
So einen Ruhetag hatten wir auch noch nie: Bis zu 38 Grad in der Sonne, ein Arbeiten war für uns durchkühlte Europäer beim besten Willen nicht möglich, da selbst die Batterien der Laptops mit der Hitze zu kämpfen hatten...
Freitag folgt die letzte Etappe - doch ein Ausruhen ist nicht: Von Vlora ging es erneut in zwei Etappen über insgesamt 450 Kilometer (inklusive erneuter Offroad-Überführung) über Berge, schmale Pfade, extrem kaputten Pisten und schliesslich knapp 40 Kilometer (!) durch ein Flussbett (mit Wasser!) zurück nach Tirana, wo am Abend die Siegerehrung gefeiert wird.
2012/06/14 | 17:21 CET | ARTICLE: MR/HS








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