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 Australasian Emotions: Magdeburg, Senegal, Golden Outback - Die Vielfalt.
Hurra, wir sind auf einer klassischen Marathonrally. So was wie die Dakar. Nur kleiner, nur familiärer - und die Camps sind wie auf der Südamerika-Dakar in kleinen Orten aufgebaut. Bisher immer auf prima ausgeleuchteten Sportplätzen (die hier etwas grössere Dimensionen haben wie in Deutschland). Marathonrally heisst aber auch: Zwischen 4:00 und 6:00 Uhr aufstehen, nicht vor 20:00 bis 22:00 Uhr im Fahrerlager ankommen. Unser Schwerpunkt liegt hier in der englischen Berichterstattung, deshalb bitten wir um Entschuldigung, wenn es einmal etwas länger dauert.
Ein Rückblick auf den Prolog. Der war am Samstag nach einer knapp 450 Kilometer langen Überführung (manchen sagen 350, manche 550, wir nehmen die Mitte) nahe der Ortschaft "Southern Cross" geplant. Das Wort "Ortschaft" trifft hier den vollen Kern. Nichts Halbes, nichts Ganzes.
Dazu ein kleiner Hintergrund. Wir befinden uns hier im sogenannten "Golden Outback" und folgen in Teilen der touristischen "Golden Route". Das Wort Gold hat seinen Grund. Hier ist es wie im Wilden Westen. Nicht ein bisschen, sondern genau so, wie man es aus Italo-Western kennt. Zwischen 1800 und 1940 herrschte hier Goldgräberstimmung, Dörfer und Städte schossen nur so aus dem Boden. Jeder Ort hat eine lustige Entstehungs-Geschichte, ob sie stimmen mag, oder nicht.
Doch bis auf wenige Ausnahmen ist die Goldgräberstimmung vorbei. Southern Cross ist so ein Ort. War mal ganz toll, Luxus und so. Schicke, dreistöckige Stadthäuser aus Ziegel, ganz im "Western Style". Davon sind heute noch zwei (!) geblieben. Der Rest des Ortes besteht aus zusammengebastelten Häusern - oder besser "Behausungen", Bretter, Wellblech, umgebaute Wohnwagen, Container. Dazwischen Sportplätze, ein Supermarkt, eine Tankstelle.
Dafür sind die Menschen "cool". Richtige "Outbacker". Lange Haare, lange Zöpfe. Und je hässlicher die "Behausung", desto schicker das Auto davor. So stehen vor den schrillsten Wellblechhütten nagelneue Toyota Land Cruiser 200 (natürlich gepimpt mit ARB-Stosstangen, OME-Fahrwerk etc.), nagelneue Pickups, restaurierte Hot-rods oder 70er-Jahre V8, gerne auch mal Ford Granada. Wer hier lebt, muss cool sein.
Doch warum die Überschrift? Nun, die Landschaft änderte sich zu Beginn verwirrend schnell. Von Sylt-ähnlichen Dünen über lange Eukalyptus-Wälder, die von weitem wie deutsche Wälder aussehen. Nahrhafter, roter Boden, der wie deutscher Humus aussieht. Lange, wirklich lange Felder, auf denen industriell Weizen angebaut wird: Sieht alles aus wie die Magdeburger Börde.
100 Kilometer weiter. Steppe. Sand. Roter Sand. Wüste. Und immer wieder einzelne Eukalyptus-Ansammlungen. Wie im Senegal, Steppe, Wahnsinn.
Wieder 100 Kilometer weiter: Total neue Landschaft. Eine Kombination aus Allem. Wüste, Sand, Wälder, Buschland. "Das war bis Mitte 2000 genauso schön wie eben noch" berichtet unser Fahrer. Ein gigantischer Waldbrand hat alles vernichtet. Auf der einen Seite schafft es die Natur nicht mehr und wird dank der strengen Winde zur Wüste. Auf der anderen Seite hat sich die Natur regeneriert, die Eukalyptus-Samen bieten neue Büsche, die widerum Schutz vor Wind: Ein neuer Wald entsteht. Wir sind beeindruckt.
In so einem Mix fand der Prolog statt. 19 Kilometer lang. Hinten rechts Wüste und Steppe (Senegal), vorne links Weizenfelder und Wälder (Magdeburger Börde) und der Prolog selbst in einem staubigen Wald, den es so nur im Outback gibt. Alles in Sichtweite.
Achja, wer den Prolog gewonnen hat? Eigentlich gar nicht so wichtig, denn die Akteure kennt in Deutschland eh Keiner. Aber soviel: Mitsubishi und Nissan haben sich ein Duell gegeben. Aber Vorsicht, liebe Mitsu- und Nissan Freunde - diese Autos sehen eigentlich nur so aus. Unter der Haube mächtige General Motors V8-Motoren - hier geht eben Alles. Aber dazu mehr in einem gesonderten Artikel.
2010/09/19 | 17:21 CET | EDITOR: MR/HS


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