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 Australasian Safari BLOG: Kälte, Kamera-Babes, Toyota und die Hotelnummer.
Wir beginnen mal mit dem Wetter. Nur T-Shirts eingepackt - warum auch nicht, Australien ist heiss. In Dubai (Zwischenlandung) 38 Grad. Aber 5 Minuten zwischen kaltem Flugzeug und kaltem Flughafen im Transfer-Bus reichen, um die nächsten drei Tage die Taschentuch-Industrie zu fördern. Kann man die Aircondition-Linie nicht einhalten?
Naja, Australien wird ja wie gesagt heiss. Dann die Landung. Komisch, Turbulenzen, die Tragflächen unseres Emirates-Fliegers (leider keine A380) streifen fast den Boden - Sturm und heftiger Regen. Wir steigen aus. Ein Drogen-Hund durchschnuppert unser Gepäck - weil mich der freche Russel-Terrier aber mag (mein Vermieter hat die gleiche freche Sorte) und spielen will (und unsereins mitmacht), werden wir regelrecht aus der Kontrolle herauskomplimentiert. Mit Drogenhunden spielt man eben nicht. So geht´s also schneller :-)
Wir sind durch alle Kontrollen - und die sind sehr heavy - durch. Peter (mehr dazu später) wartet pünktlich. Wir haben - Schock - 13 Grad. Irgendwie blöd im T-Shirt. "Das hat hier nur gestürmt und geregnet" meint Peter. Soll aber besser werden. Wird es zum Glück auch. Donnerstags scheint die Sonne... naja, halb. Immerhin, in der Sonne 24 Grad, im Schatten: Deutschland.
Unser brasilianischer Kollege ist ein Farbiger, einer von der coolen, mächtigen Sorte, Hitze gewohnt. Er heisst "Café". Warum? "Na weil ich so schwarz bin." Haha, super. "Wenn ich Dich als Deutscher "Coffee" nenne, denken die gleich wieder: Nazis." Haha, Café lacht, "nee, passt schon" (die brasilianische Version). Uns erinnert das an Obelix aus dem Comic: "Als Kind in Café gefallen?" Den folgenden Lacher haben wir verdient ;-)
Café friert ziemlich. Hat sich extra die dicken Locken abrasiert, weil Australien ja heiss sein soll. Wie gesagt, wird es auch noch. Aber Café friert... Outback, wir warten... die Wüste wird hoffentlich heiss. Ich habe zum Glück meine Daktec-Jacke irgendwo ganz unten eingepackt. Vorteil für Daktec-Boss Matthias Krüger: Jetzt kennt man Daktec auch in "Down Under".
Doch zur eigentlichen Story. Australien ist einfach anders. Die Menschen, die Herzlichkeit, die absolut klasse Organisation, das Catering, die Mädels... Aber der Reihe nach. Von den frechen Raben haben wir ja bereits berichtet, daher zu Beginn der Rally nun dieser kleine Blog, in dem wir mal so unsere Erlebnisse schildern.
Es beginnt bei unserem Presse-Toyota. Nein, wir haben nicht irgendein Auto, nein, wir haben einen voll ausgestatteten Toyota Land Cruiser 200. Kostet bei uns ziemlich viel Geld, das glauben mir die Aussies nicht. "Ist doch ein günstiges Arbeitsgerät". Günstig? Nunja, wir haben einen "Hardcore Mining Toyota", sowas wie die Afrika-Version.
"Den gibt es bei Euch nicht?" "Nee, wir haben Euro 5 und TÜV". So einen Quatsch kennt man hier nicht, hier werden Autos gebaut wie man sie braucht, echte Geländewagen, bezahlbar, dennoch umweltfreundlich und geprüft - aber im Sinne der Menschen. Ich erzähle von Euro 5, dem TÜV, den lustigen "Werner-Comics" (Insider für Werner-Fans!!!), den Trick mit englischen Kennzeichen und der deutschen Bürokratie - man lacht.
Übrigens, die "Australasian Safari" ist wohl die einzige Rally der Welt, bei der alle Orga-Autos von Mietwagenfirmen stammen. Kein Wunder, hierzulande hat sich der Vermieter "Budget" auf spezielle "Mining"-Fahrzeuge spezialisiert, harte "Afrika"-Versionen, die einfach überall durchkommen. Warum also kaufen?
Aber man kann auch Pech haben. Aus diesem Grund sehen wir zahlreiche ab-getapte Land Cruiser. Richtig, die ganze Front, die Holme, das Dach mit Panzertape abgeklebt. Hat seinen Grund: "Naja, wir haben 2010 zahlreiche Mietautos ziemlich desolat zurückgegeben - und die Rechnung kam prompt: 60.000 Dollar. Alles nur Kleinkram, aber für das Geld können wir die Autos selber kaufen. Also kleben wir die Autos ab. Kostet 30 Dollar und danach ein wenig Zeit und Kleber-Entferner... ist aber billiger als 60.000 Bux" lacht eines der Orga-Mitglieder.
Unser Fahrer Peter (jetzt die Auflösung) - ehemaliger Rallyteilnehmer und der Inbegriff von "cool", bringt uns zum Showstart in den Hafen. "Wartet kurz, ich muss noch die Mädels holen." Mädels? Haben wir was verpasst? Wir warten. Und da kommt unser 200er... mit zwei "Kamera-Babes", besser gesagt, zwei ziemlich krass geschminkten und gepimpten Kamerafrauen. Beide geben gleich Vollgas, stürzen sich auf die Stars.
Was geht ab? Man erklärt: "Hier in Australien sind Presseleute Multi-Tasking. Die Mädels sehen deshalb so gut aus, weil sie gleichzeitig die Moderatorinnen sind". Ahja. Und wir lernen: Diese hübschen Power-Frauen sind Aufnahmeleiter, Kameramann, Tonmann, Redakteur und Moderator gleichzeitig. Deshalb die gepimpte Optik.
Einen TV-Mann wie "Bemmi" würde das wundern. In Deutschland braucht es Kameramann, Tonmann, Aufnahmeleiter, Redakteur und Moderator. In Downunder erledigen das einige "Babes" - alleine. Macht das doch mal mehr in Deutschland, dann gibt es mehr billig produziertes Material, aber "guten Stoff" - und keinen TV-Mist wie "Barbara Salesch" oder das 500ste "Riesenschnitzel".
Apropos Babes. Bei KTM-Ableger Husaberg, hier sehr erfolgreich, tauchen auf einmal vier extrem aufmotzte Promoter-Girls auf. Sehr nice, seehr professionell. Kosten nur 400 Dollar für zwei Stunden, bleiben aber den ganzen Tag - sie lieben es einfach. Sehen sie ein Foto- oder Kamera-Objektiv, spielen sie damit. Will einer ein Foto, schauen sie so, wie die besten Männer-Träume es nicht besser wünschen. Doch noch besser.
Nach einen gemeinsamen Foto - mal will ja auch bei Facebook glänzen - flüstert unsereins der heissesten der Damen leise die Worte zu: "Meet me at Room 212" (Treff mich in Zimmer 212). Lautes Gelächter, der Gag war gut. Aber: Die Dame kommt bei der nächsten Gelegenheit zurück. Prima denkt sich unsereins, noch ein nettes Foto.
Aber die Dame hat Anderes im Sinn. "You didn´t tell me the time and the Hotel" - zu deutsch simpel gesagt: "Wann und Wo?" Ach, zahlbare Ladies? Keineswegs. Weibliche "Federführung"! Liebe Alice Schwarzer: Kein Witz, hier darf man noch baggern - doch dann übernimmt das weibliche Geschlecht.
Nach dem Showstart gehen wir zum Catering. "Wie, das hat schon offen?" fragt man sich. Klar, man ist in Australien. Das Catering würde anderen Veranstaltern erneut den Mund offen stehen lassen. "Wir haben drei Sorten Steaks, welches möchten Sie?" Moment, wofür sind die Burger-Brötchen? "Achja, heute ist auch Burger-Tag. Stellen Sie sich ihren Burger selbst zusammen."
Uiii. Tiefkühl-Zeugs vom Imbiss nebenan? Nein, nein. Die "Patties", also das Burgerfleisch, wird frisch vor den Augen geformt. "Welche Grösse bitte?" Holla. "Mach mal dicker" - "Geht Klar." Also Brötchen genommen, aus der Pfanne gebratene Zwiebeln, darauf den eigens gemachten Burger - dann ab zur Zutaten-Bar. Sieben Saucen stehen zur Auswahl, fünf verschiedene Salate, dutzende Zutaten. Unser Burger ist am Ende ein "Mega-Burger" - und schmeckt wie aus einem First-Class Restaurant.
Achja, eine aus unserem Team ist Vegetarierin. "Kein Problem, wir haben drei vegetarische Menüs, sie können selbst kombinieren." Krass. Wie schon im Vorjahr. Ein First-Class-Catering. Kein Fertigfood, nichts abgepacktes - Individuell für Jeden und geschmacklich 1a. Man schmeisst nichts weg. Warum auch, man packt nur auf den Teller, was man mag.
Wer bis jetzt gelesen hat und denkt "ja, das kostet ja auch saumässig" - falsch. Ein Auto mit zwei Personen liegt hier bei ca. 5.000 Euro Startgeld. Auf einer "Dakar" zahlt man zig-tausende - und bekommt Kantinen-Frass, eine arrogante, französische Organisation und eine Rally, bei der man nie gewinnen kann. Hier ist das anders. Geile Rally, geile Preise - alles "Hammer". Aber man muss eben erstmal herkommen...
FIA-Status? Uninteressant. Lizenz? Ja, braucht man, kann man aber schnell vor Ort organisieren. Führerschein und Versicherung reichen. Quasi die "Endlösung" dessen, was sich die deutsche Szene wünscht - aber leider mehr als 10.000 Kilometer entfernt, kein Landweg möglich. Es geht also - und das in einem der teuersten Länder der Welt.
So, das war es erstmal im ersten Blog, die Eindrücke überwiegen aber irgendwann muss Schluss sein. Es ist fast 3:00 Uhr Nachts in Perth, in drei Stunden fahren wir wieder los. Der Prolog wird klasse, ein Rundkurs teilweise am Strand - aber fünf Stunden Autofahrt entfernt. Peter kann so gut fahren, das selbst erfahrene Piloten wie wir auch mal ohne Gewissensbisse die Augen schliessen können. Und das müssen wir dann auch...
2011/09/22 | 20:36 CET | ARTICLE: MR/HANSY


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