

|

 Australasian Safari BLOG: Von Frauen, Preisen und extrem schlechten Bikern.
Es ist mal wieder Zeit für einige Eindrücke, die wir hier in Australien sammeln. Einiges mag sich seit unserem ersten Blog vor zwei Jahren wiederholen, aber nicht jeder hat es damals gelesen - und die Sache ist es einfach wert, wieder einmal erwähnt zu werden. Vorsicht: Satirischer Beitrag!
Zahlreiche User wunderten sich nach unseren ersten Gallerien, wo den die berühmten Fotos der hübschen Frauen blieben. Nach den Rallys in Osteuropa wurden unsere Leser angesichts der tausenden Schönheiten ja mehr als verwöhnt. Sollte es etwa daran liegen, das nunmehr die gesamte MR-Crew in festen Händen ist (ja, richtig gelesen!)? Nein. Es ist simpler: Es gab bisher einfach keine wirklichen Schönheiten - ausserhalb der Rally.
Das Phänomen hatten wir 2010 und 2011 schon einmal. Die einzigen hübschen und schlanken Damen im Lande waren damals wie heute die Service-Damen in den lokalen Pubs - aber die kommen als "Backpacker" aus Deutschland, Holland oder Skandinavien. Wo sind sie dann, die heissen australischen Mädels? Keine Ahnung, hier (zumindest im Moment) auf jeden Fall nicht. Die Mädels der Organisation mal ausgenommen (denn die haben was, siehe Bild links)...
Nach drei Tagen in "Down under" müssen wir die Frage laut stellen - diesmal an "Mike", den Pressesprecher eines Motorrad-Teams. "Wo sind die heissen Mädels?" Mike lacht - er wundert sich eh über unsere komischen europäischen bzw. US-amerikanischen (Journalisten-Kollege Chris aus Kalifornien ist ebenso verwundert) Gewohnheiten. "Nein, die sind alle in Melbourne oder im Nord-Osten. Dort ist es wie in Kalifornien (schaut auf Chris) oder Schweden (und schaut auf uns)." Wir sind zwar nicht aus Schweden, aber immerhin beruhigt.
Dafür ist die Landschaft unbeschreiblich schön. Wir fahren nun seit zwei Tagen an der Westküste entlang, landeten heute im wunderschönen Touristenort Kalbarri. Schroffe Felsen, 28 Grad Hitze, eine gigantische Brandung mit bis zu 8 Metern hohen Wellen und langhaarigen Sunnyboy-Surfern und - jawoll - echte, frei lebende Delfine, direkt in der Bucht, zum Greifen nah. Und wir mit der Rally mittendrin. Natur pur. Sollte sich mal ein grüner Politiker ansehen, der unseren Sport ja immer so verpöhnt.
Doch eines sollte man unbedingt dabei haben: Geld, viel Geld. Denn man weiss hier, wie man Geld macht. Als erstes Land weltweit wurde die Einfuhr von Zigaretten auf zwei Schachteln limitiert. Kein Wunder, man verdient massiv daran: Eine Schachtel "Billig-Kippen" kostet hier zwischen 8 und 12 Euro (ca. 90% Steuer), wer gar "Marlboro" oder ähnlich will, darf schon mal zwischen 15 und 20 Euro pro Schachtel (!) berappen.
Gleiches gilt für Hotels, Mietwagen, alle Dinge des täglichen Bedarfes, Essen. Mindestens der doppelte Preis wie in Europa ist fällig. Eine Nacht im billigsten Hotel: Nicht unter 70 Euro. Ein kleiner Burger am Imbiss: 10 Euro (ohne Beilagen wohlgemerkt). Ein Bierchen im Supermarkt: 5 Euro (die Flasche). Wer Whisky will, sollte ein gutes Konto haben: 60 Euro für eine "Buddel" Johnny Walker ist normal. Zumindest hier in den Touri-Orten. Doch eines ist billiger als bei uns: Sprit. Im Schnitt 1,30 Euro für einen Liter Super. Entsprechend fahren Mann und Ehefrau gerne mit zwei Autos zu gemeinsamen Terminen.
Zum Schluss unseres kleinen, augenzwinkernden Blog-Reportes noch eine lustige Anekdote aus dem Prolog am Samstag. Gegen Ende des Prologes kam per Funk die Meldung: "Bitte noch nicht losfahren, alle Orga- und Pressefahrzeuge bleiben in der Strecke, bis die Presse-Challenge beendet ist." Presse-Challenge? Haben wir was verpasst? Dürfen wir unseren nagelneuen Toyota Land Cruiser (MR und das Overland Magazin haben ein eigenes Auto) mal treten?
Nein. Zwei lokale Journalisten wollten die Strecke mit ihren Mopeds mal auf eigene Faust erkunden und durften nach den Teilnehmern in die Strecke starten. Doch wo blieben die beiden? Warten. Weiter warten. Dann meldet der Funk: "Die haben sich verfahren." Hmpf. Nach weiteren 15 Minuten: "Sie haben sich wieder verfahren." Wie um Himmels Willen kann man das bei einem total ausgefahrenen Rundkurs von nur 22 Kilometern schaffen? Blind? Blöd?
Keine Ahnung. Irgendwann sehen wir zumindest einen der Beiden kommen. Langsam. Der Andere folgt nach weiteren 10 Minuten. Endlich, wir dürfen los ins Camp, die Arbeit wartet. So fahren wir gemütlich (ohne Roadbook, das braucht man im Prolog nicht) gen Ziel. Wieder ein Stop. "Einer der Mopedfahrer steckt im Schlamm, bitte alles Warten, die Ärzte bitte zum Teilnehmer." Oh Mann. Wer hat dem bloss ein Bike gegeben? Und wo bitte ist hier Schlamm?
Tatsächlich. Ca. 500 Meter neben (!) der Strecke steckt der Langsamere der beiden Journalisten. Tief in einem Schlammloch. "Wie er dahin gekommen sei" fragt ein langsam genervter Mitarbeiter der Berge-Crew. Naja, er dachte das wäre die Strecke. Nicht fahren können ist die eine Sache. Nicht navigieren eine Andere. Aber denken? Wir zumindest kommen aus dem Lachen nicht mehr raus. Die gute Nachricht: Die genervten Orga-Mitarbeiter lassen uns nun fahren. Und jetzt wissen Sie, warum die News manchmal - wie in diesem Fall - über 1,5 Stunden später kommen...
2012/09/23 | 10:12 CET | ARTICLE: MR/HS







|



|

|