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 Australasian Safari BLOG: Wilder Westen im Osten - Wüstenregen, Papageien.
Wir sind in Laverton angekommen, einem kleinen, "Wild West" Ort, diesmal allerdings ganz im Osten des Landes gelegen. Laut Landkarte der letzte bewohnte Ort im Osten. Entsprechend abenteuerlich sieht es hier aus, die favorisierte Bauweise sind Holzhütten, die mit Wellblech verkleidet sind. Ein wenig wie im tiefsten Bulgarien, auf der anderen Seite kann man aber wohl machen, was man will.
Dafür hat - und das Phänomen hatten wir schon im Vorjahr - jeder einen schicken Toyota Land Cruiser vor der Haustür. Vorzugsweise nagelneue 200er, natürlich mit V8. Auch der Bürgermeister und sein Stellvertreter fahren perlmuttfarbene, aber hart gemachte 200er - haben dafür aber die coolen Kennzeichen 0-LA oder 50-LA.
Die Menschen hier sind hart und tough. Die Männer des Ortes tragen zumeist lange Bärte, ausnahmsweise wird in diesem Ort mal viel geraucht (was man in Städten wie Perth kaum noch sieht). Die Frauen hingegen sind überwiegend von schwerer und voluminöser Figur. Dazu gesellen sich zahlreiche Aboriginees, von denen - so scheint es - die meisten den ganzen Tag in der Dorfmitte auf irgendetwas zu warten scheinen.
Schon ein hartes Leben hier. Aber man bemüht sich. So hat der Flutlichmast auf dem Rally-Sportplatz (das Camp ist mitten im Ort) keinen Strom, die Kabelage sieht aus wie "DDR-Kunst" der späten Jahre - sprich ein wilder Wust an Kabeln und Steckern. Gestern versuchten sich zwei Elektriker an der interessanten Konstruktion namens "Stromkasten", keine Chance.
Heute wurde richtig aufgefahren. Irgendwo hatte man eine Hubbühne organisiert, die Oberleitungen wurden gecheckt. Alles ok. Nur Strom ist immer noch nicht am Scheinwerfer. Nun sitzen weitere drei Elektriker am Schaltkasten und erzählen bei einer Zigarette interessante Geschichten über das Leben hier ganz weit draussen.
Am Morgen des Dienstag die Überraschung: Es wurde irgendwie nicht warm, der Himmel sah verdächtig dunkel aus. Tatsächlich, nach kurzer Zeit prasselte ein Schauer nieder, der das Camp kurz unter Wasser setzte. So schnell wie das Wasser kam, war es auch wieder weg. Nur wenige Stunden später erinnert nur eine kleine Pfütze an den toughen Regen.
Die Elektriker haben es mit Humor genommen, trotz des Regens mutig weiter am Schaltkasten geschraubt, auch wenn der jetzt offen lag. Am frühen Nachmittag dann die gute Nachricht: Es läuft! "Regen ist gut" meinte einer der harten Jungs. Warum? "Naja, dann gibt es keine Fliegen mehr..." Tatsächlich, das war uns noch gar nicht aufgefallen - so sehr ist uns die "Fliegen-Wischerei" schon zur Angewohnheit geworden...
Wir bleiben noch eine weitere Nacht in Laverton, dann geht es ca. 150 Kilometer westlich nach Leonora, eine richtig toughe Goldgräber-Stadt im US-Western Style. Leonora kennen wir schon vom Vorjahr. Neben einer Post, einem kleinen Tante-Emma-Laden und einigen Motels gibt es versteckt hinter einer Tür (mit Klingel) eine Bar. Auf die freuen wir uns schon, denn lustige Abende waren bisher Mangelware.
Lustig hingegen sind einige Tiere in der Natur. Gestern trafen wir auf die ersten Känguruhs, die seelenruhig vor unserem Auto verharrten und erstmal sehen wollten, was wir denn so treiben. Erst nach einer langsamen Anfahrt hüpften sie an den Strassenrand - um uns weiter zu bestaunen.
Mitten im Busch dann fröhliches Gezwitscher - Geräusche, die einem als Kind aus dem Zimmer der Schwester entgegen kamen. Sollten hier etwa Kanarienvögel...? In der Tat. Über uns ein farbenfrohes Spiel mit ordentlich Lärm. Gleich eine ganze Gruppe gefiederter Mini-Papageien leistete uns Gesellschaft, folgte uns tirilierend auf Schritt und Tritt. Kleine gefiederte Freunde in Freiheit - und dennoch dem Menschen zugewandt - die Natur fasziniert immer wieder...
2011/09/27 | 06:43 CET | ARTICLE: MR/SY


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