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 Australasian Safari: Dakar-Veteran Bruce Garland gewinnt die erste Etappe.
Das ist eine schöne Nachricht für die Freunde des internationalen Rallyraid-Sports: Der australische Dakar-Veteran und Isuzu-Pionier Bruce Garland hat die erste Etappe am Sonntag gemeinsam mit seinem japanischen Beifahrer Harry Suzuki für sich entscheiden können. Garland platzierte seinen Diesel-Isuzu knapp 3 Minuten vor dem Nissan Patrol (mit Chevy V8-Motor) der Australier Green/Smith und einem ebenfalls mit Chevy-V8 präparierten Mitsubishi Pajero des Teams Green/Smith.
"Wir haben ein Ziel - den ersten Sieg der Australasian Safari mit einem Diesel" freute sich der sympathische "Aussie" am Abend. "Die heutige Etappe lag uns, schnell, knifflige Navigation, gut zu fahren. Wir haben allerdings ein wenig Angst vor Montag und Dienstag - die beiden Tage werden als Marathon-Etappe mit minimalem Service zusammengefasst."
Die Etappe selbst war in drei Abschnitte eingeteilt, insgesamt 356 Kilometer mussten in Wertung bewältigt werden, 579 inklusive der Überführungen. Zwischen den Etappen war jeweils ein Service-Point aufgebaut, in denen kleinere Reparaturen vorgenommen, bzw. Motorräder und Quads betankt werden konnten.
Die Etappe führte von Southern Cross (siehe Bericht von gestern) nach Leonora in den Nord-Osten des Landes. Leonora ist eine typische "Goldgräber-Stadt", allerdings ist hier der Gold-Abbau noch voll aktiv.
Entsprechend sehen die Menschen aus: Meist stämmige Männer mit langem Haar, die Ehefrauen ebenso stämmig, zumeist nicht von den Männern zu unterscheiden. Anstatt in normaler Bekleidung läuft hier Jeder stolz in der Dienstkleidung seines Unternehmens herum, anstatt eines privaten Pkw nutzt hier Jeder seinen "Firmen-Geländewagen" - die widerum so gut ausgebaut sind, das jeder deutsche Offroader neidisch werden würde. Hier ist es eben überlebenswichtig.
Der Ort selbst sieht aus wie ein Mix aus "Wild-Wild-West", dreckige, staubige Strassen, eine Tankstelle, ein Supermarkt, viele verlassene Geschäfte. Hier kennt Jeder Jeden. Im ganzen Ort gibt es nur eine Kneipe, die hat den Charme einer DDR-Tankstelle, karge Wände, leise Musik, grummelnde Mienen-Arbeiter, an der Wand eine Menge Poster halbnackter Frauen. Wir sind in der harten Region Australiens, der ganz harten.
Die Strecke selbst führte zunächst durch Eukalyptuswälder, die Landschaft wechselte dann in Wüsten-ähnliches Buschland, durchzogen von gelben bis rotem Sand.
Der Tag begann eng, sehr eng. Damit ist die Strecke gemeint. Kaum ein Motorrad passte teils durch die Passagen, wie sollte ein Auto hier durchkommen? Wir sahen es später. Ganz einfach. Mit Speed und Gewalt. Die ersten Pkw pflügten den Weg frei, schnitten eine Schneise ins Buschland. Der Rest musste nur noch folgen.
Auch wenn der Offroad-Anspruch recht gering und eher auf Speed ausgerichtet war, die Navigation machte es umso schwieriger. Nicht selten standen wir mit unserem Pressefahrzeug als "Strecken-Opener" vor einem zugewachsenen Busch. "Das kann nicht sein" meinte der Fahrer - und unsereins als Navigator konnte nur sagen "doch, wir müssen hier durch". Wahnsinn. Krass. Nur wenige Stunden später sah der selbe Punkt aus wie ein Feldweg in Süd-Bayern, weit, gross und frei, von den Teilnehmern "freigepflügt". Das ist Australien.
Dennoch, der Speed verlockt zu mehr Mut, mehr Mut zu weniger Vorsicht. Entsprechend hoch war die Zahl der Ausgefallenen bereits auf der ersten Etappe. Gegen 2:00 Uhr Nachts waren von 23 Pkw nur 16 im Ziel. Die ersten Mopeds stürzten, die ersten Teilnehmer wurden nach Kalgoree (knapp 200 Kilometer entfernt) ins Krankenhaus geflogen. Nichts Wildes, nur gebroche Arme, Beine etc.
Also noch schnell ein Blick auf die Motorräder. Hier gewann der Australier Ben Grabham (KTM 530 EXC) in 04:21:04 Minuten vor seinen Landsleuten Jacob Smith (Honda CCC) und Rod Faggotter (Yamaha WR450F).
Am Montag verbleibt die Rally in Leonora, in zwei Etappen wir ein grosser Rundkurs gefahren. Am Tagesende wird es für die Teilnehmer allerdings eng, denn die letzte Montags-Etappe und die erste Dienstags-Etappe werden als Marathonetappe gefahren. Das bedeutet eingeschränkten Service...
2010/09/20 | 11:39 CET | EDITOR: MR/HS


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