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 AustralAsian Safari: Die Ruhe vor dem Sturm - Cyril Despres im Mittelpunkt.
Wie im Vorjahr ist das "Safari Headquarter" direkt wunderschön am Strand des Perth-Vorortes Jondaloop gelegen. In Deutschland nahezu unmöglich ist das Fahrerlager direkt auf einer grünen Wiese in einem Park - aber mitten in den Dünen der Australischen Westküste.
Was in Afrika die streunenden und bettelnden Hunde, sind hier wilde Krähen, die lustige Melodien singen (wie ein Kind mit Schnupfen) um sich etwas Essbares zu erbetteln. Die Vögel sind derart dreist, das sie auch mal eine ganze Wurst direkt vom Grill stibitzen. Immerhin, einige sind so zutraulich, das sie sich streicheln lassen - nachdem man sie gefüttert hat. Die Vögel sind nicht klein, haben eher das Format einer ausgewachsenen Katze.
In diesem Jahr ist der "Superstar" der Rally nicht nur der australische "Michael Schumacher" und Vorjahressieger Craig Lowndes (Werksfahrer Holden/General Motors), sondern neben Annie Seel aus Schweden (die einzige Rallylady) und Husaberg-Werksfahrer Manuel Lucchese aus Italien vor allem Cyril Despres, dreifacher Sieger der Dakar (vor allem in Afrika).
Eigens für Despres, seinen australischen Kollegen (und Vorjahressieger) Ben Grabham und Annie Seel hatte KTM am Vorabend zur "KTM Safari Party" im 5-Sterne Club "The Breakwater" geladen - und für einen guten Zweck wurden signierte Motorradteile versteigert. Was wir normalerweise als "Rally-Schrott" als Souvenir auf Rallystrecken einsammeln, brachte hier Unsummen ein. Die Rallyfans überboten sich regelrecht, einfache Fotos gingen für 1.200 Australische Dollar weg, eine Plastik-Abdeckung brachte gar 3.500 Dollar.
Interessant: Ein Journalist wagte die berühmte Frage: "Welche Dakar war besser, Afrika oder Südamerika"? Despres, Liebhaber der "echten" Dakar in Afrika zeigte sich diplomatisch: "Klar, die Dakar in Afrika war eine echte Herausforderung, in allen Punkten, auch an den Service. Es war ein extrem hoher Anspruch. Südamerika ist komplett anders. Die Rally ist einfacher, aber die Strecken länger und das Terrain interessanter. Der Vorteil in Südamerika ist die Sicherheit - man kann kaum verloren gehen."
Die Australien-Rally ist vor allem bei den Motorradfahrern beliebt, die Quads und Autos sind eher übersichtlich, Side-by-Sides (SSV) und Trucks hat man hier noch gar nicht auf dem Plan. Schade eigentlich, denn die Rally ist perfekt für alle Klassen. Doch die restriktiven Import-Regelungen in Australien machen viele Pläne ausländischer Teilnehmer zunichte. Zwei Monate dauert der Transport, drei Wochen die "Quarantäne" - kein Witz. Annie Seel und Co. mieten daher ihre Motorräder - das ist günstig und man fliegt lediglich ein.
"Ich verstehe nur nicht, das ich seit drei Jahren die einzige Frau hier bin" schmunzelt Annie Seel. Seit einigen Jahren will die deutsche Kollegin Tina Meier kommen, aber irgendwie klappt es bei ihr nie. "Wird Zeit das Tina mal kommt, dann können wir als Frauen wie auf der Dakar gegeneinander fahren."
16 Autos sind am Start, einziges ausländisches Team sind Rachan Trairat aus Thailand und Harry Suzuki aus Japan. Beide fahren mit einem T2-Isuzu D-Max - aber nicht etwa von Isuzu Motorsport aus Australien, sondern direkt vom Isuzu Werksteam aus Thailand. Isuzu-Legende Bruce Garland kann - immer noch wegen seines Unfalles auf der Dakar 2011 - leider nicht teilnehmen. Aber Isuzu ist eine 1a-Adresse zum Mieten: "Wir bieten verschiedene D-Max ready-to-race zum mieten an" erklärt Harry Suzuki, zweiter Chef von Isuzu Motorsport. Also Freunde des Sports: Merken. Kontakte stellen wir gerne her.
Somit sind drei Werksteams am Start. Holden / General Motors mit zwei Colorado Pickup V8 (vergleichbar mit dem alten Isuzu D-Max), Mitsubishi Mining Australia mit einem "Challenger" (L200 Pickup mit geschlossenem Aufbau) und Isuzu Thailand (D-Max Pickup T2).
47 Motorräder - darunter so ziemlich alle australischen Werksteams (KTM, Husaberg, Yamaha, Honda) machen das Gros des Starterfeldes aus, dazu gesellen sich 6 Quads und 15 Motos und Quads der Amateur-Klasse (fahren die Rallystrecke, aber mit einer eigenen Wertung. Somit verzeichnet die Rally immerhin 84 Starter.
Am Donnerstag Abend startet die Rally offiziell mit einem Showstart direkt im Hafen von Jondaloop, am Freitag folgt dann der Prolog, der in diesem Jahr teilweise direkt am Strand in Richtung Norden gefahren wird. Freuen Sie sich auf eine spannende Woche in Australien.
2011/09/22 | 08:25 CET | ARTICLE: MR/HS


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