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 Australasian Safari: "Führung wechsel Dich" auf Stage 2 und Marathon-Tag.
Das macht doch einmal echten Motorsport aus: Wenn man bis kurz vor Schluss des Tages nicht weiss, wer denn nun eigentlich gewonnen hat. Auf der zweiten Etappe der Autralasian Safari mussten knapp 423 Kilometer in Wertung (484 insgesamt, aufgeteilt in zwei Etappen) bewältigt werden. Die Strecke: Schnell, aber wüstenähnlich durch karges Buschland, durchwachsen von kleineren Offroadpassagen, grösstenteils sehr staubig und immer wieder mit kleinen Sandpassagen.
Der Haken an der Sache: Die zweite Etappe ist als "Marathon-Etappe" mit der Dritten am Dienstag kombiniert, sprich, es ist nur minimaler Service am Abend erlaubt. Es galt also, nicht nur schnell zu sein, sondern auch das Auto zu schonen.
Das gelang einigen Teilnehmern nicht. Nur 19 von ursprünglich 23 gestarteten Fahrzeugen beendeten den zweiten Tag, auch bei den Motorrädern gab es wieder einige Ausfälle. Am heftigsten erwischte es das chinesische Duo Wei Yu/Min im chinesischen "Chang Feng" Mitsubishi Pajero Lizenz-Nachbau. Sie zerstörten sich nach einem harten Kontakt mit einem Baum nicht nur das halbe Auto, sondern auch die Windschutzscheibe. Doch die Chinesen sind hart im Nehmen - am Dienstag geht es so gut wie möglich weiter.
Die Etappe hatte einen deutlichen Wechsel an der Spitze zur Folge. Auf einmal schossen die beiden bisherigen "Hinterbänkler" Denham/Denham mit ihrem Mitsubishi L200 Pickup nach vorne und übernahmen die Gesamtwertung mit 10:07:37 Stunden. Dann war erstmal Schluss für die Freunde der japanischen Marke mit den drei Diamanten. Nissan, Holden und Isuzu verdrängten die Mitsubishis deutlich.
Selten kommt es vor, das ein Rundstreckensportler im Rally-Sport an die Spitze fährt - kein Wunder, sind die Motorsportarten doch wie "Bodenturnen und Rugby" vergleichbar. Das es auch anders geht, bewies heute der australische V8-Series Star Craig Lowndes, der erstmals von einem Rundstreckenfahrzeug in ein Rallyraid-Fahrzeug gewechselt war. Mit Werks-Unterstützung von Holden (Opel in Australien) gab er seinem V8-Holden UTE (baugleich mit Isuzu D-Max, nur eben mit GM-V8) die Sporen und drängte an die zweite Position der Gesamtwertung.
Lowndes freute sich: "War ein geiler Tag heute, hat einfach alles geklappt. Eigentlich wollten wir Gas rausnehmen - doch das hatten Andere anlässlich der Marathon-Stage wohl auch vor. Da haben wir unsere Chance gesehen. Letztlich wurden wir belohnt, keine Schäden, nichts. Im Camp haben wir lediglich die Scheiben geputzt, das war´s."
Das Nachsehen hatte heute Dakar-Spezi Bruce Garland. Gestern noch Gesamt-Führender, musste er nach einem Reifenschaden heute das Feld nicht nur an den L200 und den V8-Star abgeben, sondern rutschte nach dem V8-Nissan Patrol von Harrington/Harrington und dem Nissan Patrol von Green/Smith auf Platz 5 zurück. Der Rest der Top-10: Nissan und Mitsubishi.
Bestes (und fast einziges) ausländisches Team bei den Pkw wurden heute die Chinesen im Werks-Chang Feng Nr. 2, Yuan De/Taiguang mit Platz 12.
Wer sich übrigens wundert, das wir so oft das Wort "V8" in den Mund nehmen: Hier in "Down under" ist so Einiges anders. Hubraum und Leistung sind Alles - und der Chevrolet V8 ist eben "State of the Art". Da man es mit dem Reglement zumindest hier nicht so genau nimmt (es gibt wie in der GORM Prototypen und Seriennah), baut man sich eben die Motoren ein, die man mag. So wundert es nicht, das harmlos aussehende Mitsubishi V20 und V60 sowie brave Nissan Patrol auf einmal brüllen wie ein Obermacho.
Noch ein Blick auf die Mopeds, hier machen seit dem Prolog die "Locals" die Top 10 unter sich aus. KTM-Pilot Todd Smith übernahm heute die Führung von Ben Grabham (KTM), auf den dritten Platz schaffte es Rod Faggotter mit einer Yamaha WR450F.
Die Teilnehmer verlassen am Dienstag den Gold-Minen-Ort Leonora (gleichzeitig der nördlichste Punkt der Rally), es geht direkt Richtung Süden, quer durch verlassene Goldminen-Felder in die Stadt Coolgardie. Was für ein eine bessere Kleinstadt wäre, ist hier die drittgrösste Stadt des Bundeslandes Western Australia. Die Häuser sind hier wieder moderner, die Menschen wieder "zivilisierter" - dennoch ist auch Coolgardie von der Gold-Industrie geprägt. Selten sieht man in den dominierenden Industriegebieten soviele Trucking- und Bagger-Dienstleister wie in dieser Stadt.
2010/09/20 | 16:02 CET | EDITOR: MR/HS/PITTAWAY


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