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 Australasian Safari: Lowndes Aufholjagd, Despres kommt, Weel´s Holden hin.
Die "Australasian Safari" Rally hat nun auch offiziell das australische "Outback" erreicht - zumindest verriet dies ein Schild wenige Kilometer vor der Wüstenortschaft Yalgoo, in der das Servicecamp zwischen der ersten, 183 Kilometer langen und zweiten, knapp 230 Kilometer langen Etappe aufgebaut wurde.
Und in der Tat, nur knapp 400 Kilometer vom gestrigen Küsten-Veranstaltungsort Geraldton entfernt entstand schon richtiges Wüstenfeeling. Nicht vergleichbar mit afrikanischen Wüsten, eher australisch-einmalig. Felsig-sandiges Gelände, durchzogen von dichten Büschen und Eukalyptusbäumen, heiss und staubig. Statt maximal 24 Grad an der Küste sind es hier schon 36 Grad.
Neben den Bäumen und der erneut anspruchsvollen Navigation hatten die Teilnehmer vor allem ihre Not mit: Blumen. Richtig gelesen. In der Wüste hatte es Tage zuvor geregnet und aus dem mittlerweile wieder abgetrockneten und steinharten Boden blühte das Leben auf.
Gelbe, rote, blaue Blumen, nur wenige Zentimeter hoch zwischem feinen, Golfplatz-ähnlichen Rasen. Was schön aussah, war heavy für die Teilnehmer - denn die rutschten nur so auf den Blumen herum. "Das war wie ein Ölfilm" erklärte Mitsubishi Pilot Steve Riley später.
Apropos Riley. Er und sein Kollege John Doble führten im ersten Teil des Tages das Feld mit ihrem V8-Mitsubishi Pajero an, gefolgt vom australischen "Michael Schumacher" Craig Lowndes und dessen Teamkollegen Paul Weel. Doch im zweiten Teil bremsten Brems-Probleme die Mitsubishi-Crew aus, Craig Lowndes übernahm die Führung.
Vorjahressieger Lowndes bewies erneut sein Können und überholte ganze 6 Teilnehmer in der Strecke, um mit brutalem Speed in 04:43:22 Stunden an die Spitze zu fahren. Dennoch hatte auch Lowndes Kollateralschäden: In einer Kurve rutschte er mit seinem Heck gegen einen Baum, riss sich Teile seiner Verkleidung ab. "Das können die Mechaniker aber wieder reparieren" so Lowndes, "nichts Besonderes."
Ob die Holden-Mechaniker allerdings auch das Auto des gestrigen Prolog-Siegers (und Überschlag-Kandidaten) Paul Weels wieder richten können, sei einmal dahingestellt. Heissporn Weels, der gemeinsam mit seinem Vater Kees unterwegs ist, verlor erneut die Kontrolle über seinen V8-Pickup, knallte mit der Fahrerseite gegen einen Baum, riss sich ein Rad ab und drückte den Kühler tief in den Motor. Noch in der Nacht berieten die Mechaniker rund um die geöffnete Motorhaube...
Riley und Doble machten am Ende immerhin noch mit 04:50:07 Stunden den 2. Platz hinter Lowndes, gefolgt vom Vater-Tochter Team Terry und Jodi Connor im mit einem 4,7 Chevrolet V8-Motor versehenen Nissan Patrol Pickup. Auf den Plätzen folgen Purshouse / McShane (Mitsubishi L200, 05:27:14), Young / McBean (Mitsubishi Pajero, 05:31:51) und dem immer gut aufgelegten Jeff Oholm im zweiten Coconut-Mitsubishi V8 und 05:05:54 Stunden.
Bei den Motorrädern lieferten sich die Brüder Todd und Jacob Smith ein Sekunden-Duell um den Tagessieg, Todd gewann schliesslich vor seinem Bruder sowie dem Australier Rob Faggotter und Vorjahressieger Ben Grabham. Cyril Despres konnte das Tempo der Australier nicht mithalten, blieb aber mit Platz 6 dicht dran. Er hat als Franzose vor allem Probleme mit dem ins Englische übersetze Roadbook - aber das dürfte sich die Tage noch legen. Hinter Despres klaffte auf jeden Fall schonmal eine grosse Lücke.
Der junge Brite Sam Sunderland hatte heute einen Kontakt der besonderen Art. Mitten in der Strecke stiess er mit einem Känguruh zusammen und stürzte. Die Medicals behandelten ihn - doch alles kein Thema, Sonntag geht es weiter.
Der Italiener Manuel Lucchese hatte ebenfalls ein Erlebnis, das zum Glück glimpflich abging. Bei Kilometer 108 machte es einen Riesenknall, das Mousse seines Reifens war inklusive Flammen in die Luft gegangen und zerstörte dabei das halbe Motorrad. Manuel musste ins Camp geschleppt werden, die Mechaniker bekamen das Bike wieder hin. Dennoch ist der Italiener enttäuscht: "So macht es doch keinen Spass mehr. Ich wollte vorne mitfahren, schauen, wie weit ich gegen die Superstars komme."
Am Sonntag erwartet die Teilnehmer erneut ein australischer Marathon. Die Strecke von Mount Magnet nach Sandstone ist wieder in zwei Etappen eingeteilt, der erste Teil ist 195 Kilometer lang, der zweite Teil 120 Kilometer. Es geht tiefer in das Outback, der "Golden Desert" entgegen, in der nicht nur Gold abgebaut wird, sondern überall gefunden werden kann. Die Besonderheit: Das Fahrerlager befindet sich inmitten eines Golfplatzes. Ein Schelm, wer hier mal das Gaspedal aufdrehen will...
2011/09/24 | 17:01 CET | ARTICLE: MR/SY/RRMG


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