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 Australasian Safari: Prolog-Sieg trotz Überschlag und ein verstaubter Despres.
Am Freitag wurde die "AustralAsian Safari Rally" 2011 mit dem Prolog gestartet - der war immerhin 19,35 Kilometer lang und hatte es schon in sich. Auch wenn der Start erst für 15:20 Uhr angesetzt war, mussten alle früh aufstehen: Von Perth ging es am frühen Morgen (06:00 Uhr) zuerst in einer Überführung entlang einer malerischen Küstenstrasse am Indischen Ozean über 400 Kilometer nach Geraldton im Norden des Landes.
Einige private Farmer hatten ihre gigantischen Ländereien für die Rally zur Verfügung gestellt und alle Gatter geöffnet - und standen persönlich als Fans winkend an der Strecke. Landschaftlich schon ein erster spannender Eindruck... Wir im Vorjahr begann die Rally nicht mit "Wüste", sondern einem grünen Tal nahe der Küste, deren Landschaft eher an Schweden oder Dänemark erinnerte. Grünes Gras, Hügel und Täler und immer wieder lange Felder mit Milliarden violetter Blumen - und da mussten alle durch.
Vor allem die Navigation war tricky, man musste schon verdammt aufpassen das man sich nicht verfuhr. Im Presse-Toyota fuhren wir die gesamte Strecke ab - als "Opening-Fahrzeug". Tja, und da standen wir auf einmal vor 1-meter hohen Blumenfeldern und das Roadbook sagt "links". Da war aber nichts, dahinter ein Berg.
"Haben wir einen Navi-Punkt" fragt Fahrer Peter. Unsereins verneint... "lass uns quer durch, den Berg umfahren, mal sehen was da kommt." Und tatsächlich, hinter dem Berg ging die Piste weiter. Soll noch mal einer sagen, die Presse hat es leicht... zudem Fahrer Peter nicht im Touristen-Tempo durch die Strecke fährt.
Auch dafür ist die Australasian Safari Rally bekannt. Pisten hören auf einmal auf - aber das Roadbook sagt "Weiter". Die Ersten haben es am schlimmsten, der Rest folgt den ausgefahrenen Spuren - wenn es nicht gerade durch Flussbetten oder Geröllfelder geht. Da ist nunmal nix mit Spuren...
Der Rest der Strecke war unglaublich schnell, die deutsche Lennson Fraktion hätte sich sehr gefreut. Keine Bodenwellen, ein paar Wadi-Durchquerungen, enge Kurven, zickzackartige Richtungswechsel, bei denen man schnell einmal vorbeirauschte. Aufpassen musste man nur auf die Steine, die manchmal in die Strecke ragten.
Tja, und ein solcher Stein wurde dem Vater-Sohn Duo Paul und Kees Weel zum Verhängnis. Die beiden gaben ihrem neuen Werks-Holden Colorado ordentlich die Sporen, man sah schnell, das sie wohl auch Teamkollegen, V8-Superstar und Vorjahressieger Craig Lowndes "verblasen" würden. Dann, bei ca. 120 km/h krachte es auf einmal.
"Wir haben voll einen Stein erwischt, waren mitten im Drift" berichtet Paul Weel. "Uns hat es ausgehebelt, wir überschlugen uns, landeten aber wieder auf allen vier Rädern. Wir haben nicht lange nachgedacht, wir sind einfach weitergefahren." Die Sensation am Abend: Mit 16:17 Minuten gewannen beide auch noch den Prolog, liessen die Teams Quinn/Feaver und Riley/Doble (beide Mitsubishi Pajero) hinter sich. Craig Lowndes musste sich wohl erstmal einfahren, schaffte es nur auf Platz 7 mit 17:55 Minuten.
Bei den Motorrädern blickten alle auf Superstar Cyril Despres, der permanent vom Hubschrauber verfolgt wurde. Doch Despres musste sich erst eingewöhnen, am Ende nur Platz 8. "Ich war ein wenig im Staub gefangen" berichtet Despres am Abend, "aber wir haben ja noch sechs Tage." Interessant übrigens, wie er sich auf die nächste Etappe vorbereitet: In einer einsamen Ecke sass er, markierte sein Roadbook und entspannte sich dabei mit Musik aus grossen Kopfhörern. Er hat´s halt drauf.
Den Prolog entschied schliesslich der Australier Jacob Smith (Honda) mit 16:05 Minuten, gefolgt von Vorjahressieger Ben Grabham (KTM) und Todd Smith (Honda).
Bester Ausländer nach Despres wurde Jung-Talent Manuel Lucchese (Husaberg) aus Italien (Platz 12, 17:15), die Schwedin Annie Seel (Husaberg) fuhr mit 20:36 auf Platz 33, der Süd-Afrikaner Glen Grundy (Honda) kam mit 23:55 auf Platz 43 und der US-Amerikaner Seth Strait (KTM) landete mit 27:27 Minuten auf dem letzten Platz - er muss sich nach eigenen Angaben erstmal eingewöhnen.
Wie geht es weiter? Die 1. Etappe am Samstag dürfte die Teilnehmer erneut herausfordern. Für die Biker heisst es "früh aufstehen" - besser gesagt um 04:30 Uhr. In einer Überführung geht es 141 Kilometer in Richtung "Old Couch", dort startet die erste Stage mit 183,45 Kilometern in Wertung.
Es wird erst schnell, dann steinig und eng. Zwischendurch durchquert man ein Naturschutzgebiet - hier heisst es "aufpassen", denn für einige Kilometer darf man 70 km/h nicht überschreiten. Und darauf passt man auf - hier nennt man das "Quiet Zone" (Ruhige Zone).
Nach einer weiteren Überführung von 43 Kilometern wartet ein Servicepark auf die Teilnehmer, dann geht es in die zweite Stage: Satte 232 Kilometer Offroad. Die Landschaft wird ein wenig wüsten-ähnlicher, man passiert die ersten Minen. Am Anfang ebenfalls schnell, dann ein wenig "trialig" über Steine und Geröll - 100 Prozent off-road. Nach einer finalen Überführung von 19 Kilometern ist dann endlich das Ziel "Mount Magnet" erreicht.
2011/09/23 | 17:54 CET | ARTICLE: MR/HS


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