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 Australasian Safari: Spannende und brutale Duelle am Mittwoch, Holden führt.
Die vierte Etappe am Mittwoch wurde für die Autos in drei Abschnitten, für die Motorräder aus Sicherheitsgründen in zwei Abschnitten gefahren. Von Coolgardie in der Mitte West-Australiens ging es in den Süden an die Grenze der Gold-Region in den Ort "Norseman" - der nach dem Pferd des Gründers der Stadt benannt wurde.
Die Story: Das Pferd des Gold-Suchers Laurie Sinclair wurde 1892 auf der Reise krank, musste pausieren. Sinclair hielt an einem schattigen Platz, gab seinem Pferd Wasser, setzte sich und fand ein Gold-Nugget. Er blieb, gründete den Ort und wurde reich. Entgegen den bisherigen Gold-Orten ist Norseman wunderschön, es gibt Alles, saubere Strassen, grüne Wege, einen kleinen Park, ein Krankenhaus, eine Bibliothek. Dennoch hat der Ort die grösse eines kleinen deutschen Dorfes, es gibt gerade einmal 3.000 Einwohner.
Doch zurück zum Sport. Die Landschaft wechselte erneut, aus Wüsten-Buschland wurden Eukalyptuswälder und felsige Berge, Grün überall, der Duft des Eukalyptus-Öles liegt in der Luft. Der Tag begann schnell, es ging in Highspeed über staubige Waldpisten, vorbei an dutzenden verlassenen Minen, die eigentlich nur noch gigantische Erdlöcher sind.
Gegen Ende des zweiten Abschnittes wurde es brutal: Es ging easy hinauf in die Berge - und steil abwärts über massive Steine, quer durch die Büsche, auf losem Geröll. Zittern bei den Motorrädern, brutales Geschepper bei den Autos. Die Strecke wurde zu einem 1-Meter schmalen Pfad, die Autos "bastelten" sich die Strecke selbst. Links und rechts ging es 300 Meter abwärts.
Gegen Ende dann aufatmen: Highspeed in einem Rundkurs quer durch einen Salzsee. Vollgas pur, Jubel bei den Teilnehmern.
Der Hammer: Von 89 gestarteten Motorrädern sind nur noch 40 im Rennen, von 23 gestarteten Pkw nur noch 14. Allerdings: Auch die "Ausfaller" dürfen weiter mitfahren, werden aber nicht mehr offiziell gewertet. So ist auch der USA-Rod Hall Hummer (pilotiert von zwei Australiern) wieder im Rennen, fährt klasse Zeiten - aber ausserhalb der Wertung. Leider nicht mehr dabei ist der SCORE-Ford Falcon Pickup mit Zweirad-Antrieb... der V8-Motor wollte nicht mehr, puff, aus.
V8-Rundstrecken Star Craig Lowndes gab mit seinem Tagesleucht-roten Holden Colorado (Isuzu mit V8-Motor) wieder alles, scheuchte seinen Pickup durch die Etappen und verteidigte seine Führung mit nun 19:24:26 Stunden. Das hier auch Aussenseiter vorne mitmischen, bewies das Team Turley/Tillet. Mit ihrem 15 Jahre alten (!) Nissan Patrol schafften sie Platz 2 des Tages - in der Gesamtwertung liegen beide nun auf Platz 6.
Hinter Lowndes gaben die Nissan-V8 Piloten Green/Smith mächtig Gas, schafften es in der Gesamtwertung nun auf Platz 2 (19:43:15). Dakar-Veteran Bruce Garland bewies seine Fahrkünste im neuen Isuzu D-Max Diesel, hing lange hinter einem Motorrad fest, verbesserte sich aber erneut und enterte mit 19:56:52 Stunden verdient Platz 3.
Beste Mitsubishi-Crew wurde das Vater-Sohn Duo Denham/Denham im L200/Triton Pickup auf Platz 4, gefolgt von Flood/Van Kann im fast serienmässigen Pajero 3.5 V6 auf Platz 8. Das V8-Motoren in einem Mitsubishi nicht das "Gelbe vom Ei" sind, musste die bisher weit vorne mitfahrende Crew Quinn/Fever erfahren, der Motor zickte rum, man setzte einen Tag aus - das war´s mit der Top-Platzierung.
Bei den Motorräder fiel der Top 3 Fahrer Jacob Smith (Honda) mit einer gebrochenen Schulter aus, die Führung blieb bei Rob Grabham (KTM, 15:01:05 Stunden) vor Rod Faggotter (Yamaha, 15:09:56 Stunden) und Todd Smith (KTM, 15:10:36). Es liegen also nur Minuten und Sekunden zwischen den Führenden, es bleibt spannend.
Sehr gut dabei sind auch die beiden chinesischen "Chang Feng" Mitsubishi Pajero Lizenz-Bauten. Offiziell heissen sie "Guang Qi Chang Feng CFA2-31C", aber wer will das schon wissen. Die Chinesen sind ein lustiges Völkchen, können verdammt gut fahren und zeigen der Welt, was ihre zusammengebastelten China-Mitsus so alles draufhaben. Alles sieht wild und verbastelt - um nicht zu sagen "billig" - aus, speziell die Dämpfer. Aber: Die Kisten halten, kommen sogar nur mit geringem Service aus. Wir haben da eine Idee. Wie wäre es mit einem Import der billigen China-Fahrwerke, die anscheinend mehr aushalten, als so mancher Europäischer Krimskrams?
Wie auch immer. Der Donnerstag ist für die Teilnehmer eher entspannend, man bleibt im schönen Norseman und fährt schnelle Rundkurse durch die zahlreichen Salzseen. Doch Schnelligkeit kann gefährlich sein, die Seen sind durchzogen von Gräben und fiesen Hügeln. So hebelte es Donnerstag morgen einen der China-Mitsubishi´s aus, am Ende eines Sees schleuderte der "Chang Feng" gegen einen Baum, die Piloten blieben unverletzt.
2010/09/23 | 08:38 CET | EDITOR: MR/HS


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