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 Australasian Safari: Spannende Wende an Pkw-Spitze - T2-Mitsubishi kommt.
Schon haben die Ersten gejammert: Da kommt ein "Superstar" Craig Lowndes mit einem Riesen-Werksteam und fährt allen erneut davon. Doch auf der 5. Etappe der "Australasian Safari" Rally in Australien hat sich das Blatt dramatisch gewendet - so dramatisch, das alles wieder offen ist. Gleich zwei Teams haben nun realistische Chancen auf den Titel...
Doch zuerst zur heutigen Strecke. Von der eher unschönen Minenstadt Laverton (ja, haben wir die letzten Tage falsch geschrieben) ganz im Osten des Landes ging es westlich in die Minenstadt Leonora, die wir schon aus dem Vorjahr kennen. Die Etappe war in zwei Stages eingeteilt, die erste über 215 Kilometer, die zweite über 164. Die Etappe wurde als "Marathon-Etappe" gefahren, heisst, zwischen den Stages war kein (Team-) Service erlaubt.
Landschaftlich wie gehabt, Steppe und Buschland, heute durchkreuzt durch gigantische Goldminen, in denen nicht nur sprichwörtlich die gesamte Landschaft umgegraben wird. Auf mehrere Kilometer (!) Länge wird hier die Erde ausgegraben, gefiltert, gewaschen, das Gold herausgeholt und am anderen Ende wieder aufgeschüttet.
So entstehen aberwitzige, künstliche Berglandschaften ohne jeden Bewuchs, durchzogen von künstlichen Seen. Und bevor die Öko-Fraktion wieder aufschreit: Speziell an den künstlichen Seen tummelt sich das Leben - eine Art "Spa" für die erschöpften Wüstentiere. So holt sich auch die Natur ihren Nutzen aus dem immensen Goldabbau.
Wer jetzt denkt "Mann, machen die Gold" - Pustekuchen. Um 1 Gramm reines Gold zu gewinnen, muss mittlerweile eine halbe Tonne Erde bearbeitet werden. Das geht dann nur noch mit Riesen-Maschinen. Entsprechend sehen die Fahrzeuge aus, "einfache" Sand-Transporter haben hier die Höhe eines fünfstöckigen Hauses, alleine die Reifen sind höher als ein klassisches Einfamilienhaus.
Doch zurück zum Rennen, denn heute wurde "neu gewürfelt". Craig Lowndes wollte mit seinem Holden V8 Pickup eigentlich seine Gesamt-Führung ausbauen, hatte schon weitere 10 Minuten auf Steve Riley im Mitsubishi Pajero gutgemacht. Doch in einer Kurve rutschte man aus der Ideallinie, krachte mit dem Heck gegen einen Baum und kippte um.
"Es war eigentlich eine völlig harmlose Stelle, wir waren im 2. Gang. Aber irgendwie haben wir eine Auswaschung erwischt, das Auto ging wie auf Schienen weg. Dann krachte das Heck in den Baum, wir kippten um, landeten wieder auf allen vier Rädern. Wir wollten weiterfahren, dann merkten wir, hinten rechts fehlt das Rad. Die ersten Meter ging das, aber es war schier unmöglich geradeaus zu fahren."
Das Ende? Nein: "Zum Glück hat uns die Crew Young/McBean (Mitsubishi Pajero) an den Haken genommen und ins Ziel geschleppt. Die zweite Etappe konnten wir nicht fahren, haben dafür die Zeitstrafe kassiert." Aber aufgeben gilt für Lowndes nicht, dafür ist er zu sehr Sportler: "Unser neues Ziel ist zumindest ein Platz auf dem Podium, auch wenn das nun in weite Ferne gerückt ist."
Und auf einmal ist alles wieder offen. Steve Riley im Mitsubishi hatte eigentlich einen guten Vorsprung auf Verfolger Terry Connor im Nissan, doch auch Riley erwischte es heute. Das Fahrwerk vorne rechts brach, das Fahrzeug blieb liegen. Zähneknirschend musste man sich überholen lassen. In der Not fixierte man die Aufhängung mittels Spanngurten an der vorderen, stabilen ARB-Stosstange, so schaffte man es langsam noch ins Ziel.
Doch der grosse Vorsprung von über zwei Stunden war dahin, Connor und seine Tochter liegen nur noch 53:41 Minuten hinter ihm. Terry Connor - der den Sieg eigentlich schon abgeschrieben hatte, zeigte sich im Camp überrascht. "Jetzt ist ja doch noch alles offen" freute man sich beim wieder einmal klasse Catering (Rinder- oder Schweinebraten mit Sosse, Gemüse, Käse-Nudelgratin und Backkartoffeln).
Beide wollen jetzt taktisch fahren. Connor will Druck auf Riley machen - und hofft auf einen Fehler des Mitsubishi Piloten. Riley hingegen will Connor "in Schach" halten. Eine Strategie: Man lässt Connor überholen, bleibt dann in Sichtweite dran. Schneller wäre der Mitsubishi auf jeden Fall, aber das Risiko wäre hoch. "Mal sehen was sich ergibt" meinte Riley am Abend.
Zwei weitere Pkw-Piloten waren somit die "Helden des Tages". Die Mitsubishi Triton (L200) Diesel Crew Purshouse/McShane fuhr schnell und konstant den Tagessieg in der 2. Stage ein, liegt nun auf Platz 3 der Gesamtwertung. Noch besser: Der schnellste T2 (seriennah), der Mitsubishi Pajero Evo des Teams Dilallo/Masi, machte den sensationellen 2. Platz, rutscht in der Gesamtwertung nun mit schon 03:15 Stunden Rückstand auf Riley auf Platz 4.
Auch die weiteren Fahrzeuge hatten ein gutes Rennen. Die Isuzu Crew Trairat/Suzuki fuhr den 6. Platz der Tageswertung ein, liegt nun auf Platz 8. Der Subaru von Herridge/Batten lief ebenfalls stabil, man rettete den 10. Platz.
2011/09/28 | 16:02 CET | ARTICLE: MR/HS


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