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 Australasian Safari: Steve Riley, Todd Smith und John Maragozidis die Sieger.
Es ist vollbracht: Nach 4008 Kilometern und sieben Tagen Rally ist die "Australasian Safari" Rally 2011 im Ziel Kalgoorlie angekommen. Am letzten Tag wurde eine geteilte Etappe über zuerst 85 Kilometer, dann über 108 Kilometer in Wertung gefahren.
Das grosse Finale war ein Rundkurs um und auf dem Golfplatz von Kalgoorlie, dazu gesellten sich zahlreiche Zuschauer, regionale Prominente und Politiker. Gegen 17:00 Uhr wurde der "Showpart" der Rally offiziell mit der Champagner-Dusche beendet. am Abend folgte die offizelle Siegerehrung in einer grossen Sporthalle.
Es war eine spannende Woche und die Führenden, vor allem bei den Pkw, wechselten sich gegen Ende immer wieder ab. Doch das beste: Das aktuelle Ergebnis zeigt, hier kann man mit jedem Fahrzeug gewinnen - denn der drittplatzierte Pkw ist ein T2 Mitsubishi.
Der australische Motorsport-Star Craig Lowndes legte nach seinem Pech am Mittwoch eine Wahnsinns-Aufholjagd hin, von Position 7 kämpfte er sich wieder auf Platz 4 vor und lag nur noch 55 Minuten hinter dem Drittplatzierten Team Dilallo/Masi. Obwohl Lowndes auch am letzten Tag eine klasse Leistung ablieferte sollte es nicht reichen, 32 Minuten fehlten für einen Podiumsplatz.
Steve Riley und John Doble machten ihren Gesamtsieg mit ihrem Mitsubishi Pajero V8 sicher und retteten (nach dem Ausscheiden von Geoff Olholm) mit 31:46:43 Stunden die Ehre des "Coconut Resort Teams". Beide hatten einen sicheren Vorsprung von knapp zwei Stunden auf die zweitplatzierten John Purshouse und David McShane (Mitsubishi L200 Triton, 33:36:45), die sich langsam aber sicher (und mit zahlreichen Reparaturen) nach vorne kämpften.
Die eigentliche Sensation ist aber der dritte Platz: Adrian Dilallo und Robert Masi schafften es mit einem seriennahen, Toyo-bereiften Mitsubishi Pajero Evo, Baujahr 1999, in 35:13:27 knapp vor Craig Lowndes im Werks Holden.
Bestes (und einziges) ausländisches Team wurde das thailändisch-japanische Duo Trairat / Suzuki im Isuzu D-Max Pickup T2 (39:02:24 Stunden) und auch die Subaru-Crew Herridge / Batten rettete sich mit 42:06:55 Stunden nicht nur ins Ziel, sondern auch in die Top 10 - wobei von 15 ursprünglich gestarteten Fahrzeugen auch nur 10 ankamen.
Pechvogel bei den Pkw war das Vater-Tochter Gespann Terry und Jodi Connor, die lange auf der 3. Position lauerten, dann nach dem Ausfall von Lowndes auf den zweiten Platz vorrückten und auf einmal nur noch wenige Minuten von eine Führung entfernt waren. Doch die betagte Technik des Nissan Patrol Pickup (mit V8 Motor) rächte sich, am vorletzten Tag musste man die Stage wegen einer gebrochenen Achse abbrechen - am Ende nur noch Platz 7 mit 37:15:11 Stunden.
Zu den Bikes. Das Bruder-Duell zwischen Vorjahressieger Ben Grabham (KTM) und Damien Grabham (Husaberg) war schnell entschieden, nachdem Ben Grabham gleich zu Beginn der Rally ausfiel. Aber zwei andere Brüder übernahmen: Todd und Jacob Smith, beide unterwegs mit einer Honda.
Todd Smith gewann das Familien-Duell - und auch den Titel bei den Bikes mit 27:35:27 Stunden knapp vor seinem Bruder Jacob (27:55:31) und Rod Faggotter (28:40:04), der sich bis zuletzt heisse Kämpfe mit dem letztlich Viertplatzierten 29:31:21 Damien Grabham lieferte. Fünfter wurde Shane Diener - trotz zahlreicher Etappensiege. Doch ein Motorschaden an seiner Yamaha bremste ach ihn zwischenzeitlich aus.
Nur drei ausländische Starter erreichten das Ziel. Beste (und einzige) Lady wurde die Schwedin Annie Seel, die mit einer gemieteten Husaberg bereits zum dritten mal in Australien teilnahm. Sie schaffte es in 34:35:45 Stunden auf Platz 14. Zweitbester "Zugereister" wurde der junge Brite (mit Sitz in Dubai) Sam Sunderland, ein Nachwuchstalent aus der Schmiede des Deutschen Tim Trenker (KTM Dubai), hier allerdings unterwegs mit einer Husaberg. Er war sehr gut dabei, hatte aber das Pech zahlreicher Crashs, u.A. mit einem Känguruh.
Bleibt schliesslich der Italiener Manuel Lucchese, über den wir mehrfach berichteten. Seine verletzte Schulter liess ein komplettes Rennen nicht mehr zu, dennoch wollte er unbedingt gewertet werden. Also trat er zumindest zum Start an, das reichte, um am Ende immerhin noch den letzten Platz (32.) mit 47:00:42 Stunden zu belegen. Das nennen wir mal Sportsgeist.
Bei den Quads blieben von ursprünglich sechs am Ende noch drei über. Den Gesamtsieg schaffte hier der Austral-Grieche John Maragozidis (Interceptor) mit 39:58:41 Stunden vor Colin Lawson (Can-Am Renegade, 44:00:43) und Neville Yeatman (Can-Am Outlander, 49:30:10).
Und das war sie, die Australasian Safari Rally 2011. Alles ein wenig holpriger als im letzten Jahr, dennoch mit einer sehr guten Organisation, deren Rallychef Justin Hunt die Rally jüngst von seinem ehemaligen Arbeitgeber und Ex-Veranstalter Octagon übernommen hatte.
"Wir hatten wenig Zeit und stellten uns die Frage, machen wir ein Jahr Pause? Aber dann wäre die Veranstaltung sicher abgetaucht und das wollten wir nicht. Vor allem das Wetter hat uns in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht, durch den vielen Regen sah die Strecke alle paar Tage anders aus, da kamen wir nicht mehr hinterher."
Alles in Allem war es wieder eine schöne Rally, die Landschaft einfach wunderbar, wenn auch nicht so vielseitig wie im Vorjahr. Aber das kommt wieder - spätestens 2012 wenn Hunt und seine Crew erneut nach Australien einladen.
2011/09/30 | 14:08 CET | ARTICLE: MR/SY


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