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 Baja Saxonia: Der "kochende Düsenjet" - erster Test mit Rally-Cayenne.
Kaum ein Fahrzeug im deutschen Rallyzirkus sorgt immer wieder für derart Aufsehen wie der dunkelblaue Porsche Cayenne des "Team Walcher" aus der Nähe von Stuttgart. Der ehemalige Firmenwagen mit ordentlich Kilometern auf dem Tacho erlebte in der vergangenen Saison erstmals "sein zweites Leben" als Rally-Fahrzeug - und nun starten die Piloten Markus und Gerhard Walcher erneut durch.
Bevor die Saison mit der "Baja Saxonia" Mitte Mai eingeläutet wird, nutzte man das Frühjahr für einige Umbauten am Fahrzeug, die bedingt durch "Staatlich erzwungene ABM-Massnahmen", sprich "Bundeswehr-Grundwehrdienst" von Markus Walcher, immer wieder in den Hintergrund gerückt werden mussten. Doch am vergangenen Wochenende wurde das Team belohnt: Nach ersten grossen Tests machte der überarbeitete Cayenne "die Jungs glücklich".
"Insgesamt 150 Stunden Arbeit in, auf, unter und neben unserem Cayenne liegen jetzt hinter uns" berichtet Junior Markus Walcher, "entsprechend gross war die Spannung, als wir jetzt endlich den Zündschlüssel zum ersten Test herumdrehen konnten."
Die Hinterachse wurde neu abgestimmt, beide Achsen bekamen andere Lager, das Gewicht des Fahrzeuges wurde nochmals etwas reduziert und defekte Teile getauscht. Wie ein "Düsenjet beim Start" hört sich der Cayenne nach Aussage von Teamchef Gerhard Walcher jetzt an. Zur Optimierung der Motorleistung wurden der Mittelschalldämpfer sowie beide Katalysatoren entfernt.
Die besondere Aufmerksamkeit lag aber ganz klar auf dem überarbeiteten Fahrwerk. "Das wilde Heck, mit dem wir im Vorjahr auf welligen Pisten noch so manches Mal um die Fahrtrichtung ringen mussten, konnte durch den Umbau stark gezähmt werden und zeigt sich jetzt einsichtig mit den Befehlen des Fahrers. Mit der Abstimmung der Vorderachse waren wir bereits vor der Winterpause schon sehr zufrieden" erklärt Markus Walcher.
Probleme hingegen traten bei der Kühlung des 340 PS starken V8 Aggregates auf. "Schon nach ungefähr 10 Kilometern bewegte sich der Zeiger der Kühlmittel-Temperaturanzeige auf die 100 Grad Marke zu, kurze Zeit später begann das Kühlmittel zu kochen. Den Fehler konnten wir allerdings nach kurzer Zeit in Form eines defekten Lüfters analysieren."
Bis zur Baja Saxonia will man nun die letzten Macken in der Elektronik in den Griff bekommen. "Insgesamt sehen wir uns nach den vielen, schweisstreibenden Arbeitsstunden im Winter aber gut gerüstet für die bevorstehenden Abenteuer und hoffen, in drei Wochen erfolgreich ins Rally-Jahr 2010 zu starten."
2010/04/27 | 09:34 CET | ARTICLE: MR/HS/WALCHER


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