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 Balkan Marathon: Echte Marathonrally in Europa - Hart, schnell, spannend.
Eigentlich hatten wir ja vor, täglich von der "Balkan Marathon" Rally zu berichten - doch die Rally ist ein echter Marathon mit vielen Kilometern und Ländern, aber sehr wenig Zeit...
Die Organisation ist erstaunlich top, nur in einem Punkt hat man geschlampt: Die Presse wurde schlicht "vergessen" zu organisieren. Also ist man mal Fotograf, dann Observer, Zeitnehmer oder CP-Unterstützung, als Erste raus, als Letzte rein und dann gibt es kein Internet...
Doch das alles sind Probleme, die nicht die Teilnehmer betreffen - denn die haben ordentlich zu fahren, und das nicht immer auf einfachem Terrain. Bisher war so ziemlich Alles dabei: Felsige Berge in Albanien, karge und trockene Steppe in Mazedonien, schnelle Pisten und unberührte Natur in den Bergen Bulgariens. Alles in Speed, alles in einer Top-Hitze - zwischendurch waren es schonmal 37 Grad in Mazedonien.
Alle Eindrücke in einem knapp bemessenen Artikel zusammenzufassen ist schwer, daher zuerst ein kleiner Überblick. Die Rally ist von den Teilnehmern her ein wenig klein, aber dafür familiär.
12 Autos (einige sind allerdings nur im Rahmen der lokalen Meisterschaft in Bulgarien gefahren), knapp 30 Motorräder und 5 Quads waren am Start. Und das Feld hat sich schon nach wenigen Tagen gelichtet, vor allem bei den Motorrädern gab es zahlreiche Stürze und Brüche.
Die Teilnehmer sind trotz des kleinen Starterfeldes extrem international: Israel (!, mit zwei Autos), Italien, Holland, Belgien, Bulgarien, Griechenland, Frankreich, Tschechien und Mazedonien - der Sprachen-Mix ist interessant.
Es wird auch gut Deutsch gesprochen: Zahlreiche Moto-Teilnehmer aus Österreich sind oder waren im Rennen, darunter gute Bekannte wie Benjamin Diesel und Hans Sachs (beide leider ausgefallen) oder Stefan Rosner (noch im Rennen). Aus Deutschland mit dem roten Toyota dabei: GORM und Breslau-Spezi Klaus Frick, der bisher "Pechvogel der Rally" war.
Frick und sein Navigator Haselbeck waren voller Elan zum Prolog über den Dächern Tiranas (Albanien) angetreten, fuhren diesen auch gut durch - doch dann machte die Elektronik Probleme. An der mazedonischen Grenze war dann Schluss: Der Toyota sprang nicht mehr an. Zwei Tage ging es auf dem Trailer in die nächsten Camps, man fand den Fehler einfach nicht. Im ersten bulgarischen Camp dann die Erlösung: Ein Kabel hatte sich gelockert, der Toyota läuft wieder.
Ein Wiedersehen gab es auch mit dem deutsch-französischen Iveco Massif Team von André Mayer aus dem Elsass, der seinen Iveco-Einstand vor einem Jahr auf der "Baja Saxonia" feierte. Doch beide sind bereits auf dem Rückweg: Die Blattfedern des Iveco spielten nur zwei Tage mit, dann kam das Aus für den italienischen Allradler.
Am Montag erreichte die Rally schliesslich Griechenland - dann der Schock. Der Gesamt-Führende Quad-"Artist" Chris Stamboldzis kam bei einem tragischen Unfall ums Leben. Bei Highspeed brach ein Teil der vorderen Aufhängung seiner Can-Am, Stamboldzis hatte keine Chance zu reagieren, stürzte einen Hang herunter und war sofort tot.
Die Rally wurde umgehend gestoppt, für den Dienstag war eh ein Ruhetag eingeplant. Doch gemeinsam entschied man: Wir machen weiter, Chris hätte es so gewollt. Schliesslich war er kein Anfänger, sondern seit 35 Jahren im Motorsport - dabei hat er auf dem Balkan und International so alles gewonnen, was man so gewinnen konnte.
Bei den leichten Motorrädern führt derzeit der Holländer Henno van Bergeijk vor Stefan Rosner (Österreich) und Polytimi Kyriakopoulou aus Griechenland. Bei den schweren Mopeds führt der Belgier Martin Fontyn vor Gerben Boon (Holland) und Stefano Turchi (Italien).
Bei den Autos der Prototypen T1 führt das Team Trayanov/Marinkov (Bulgarien) im Toyota Land Cruiser vor den Vorjahressiegern Lagadov/Nikolov (Bulgarien, Mitsubishi Pajero V20) und den israelischen Dakar Platz 25-Finishern Heyman/Segal im Mitsubishi Proto. Bei den seriennahen T2-Autos führen die Israelis Sharipa/Moldawsky im Ralliart Mitsubishi Pajero V70 vor den noch gewerteten Deutsch-Franzosen Mayer/Robin (Iveco Massif) und Tsanev/Peshev (Mitsubishi, Bulgarien).
Wir werden in den nächsten Tagen zumindest versuchen, weiter ein wenig zu berichten - ein grosser Nachbericht folgt auf jeden Fall. Leicht wird es nicht: Am Mittwoch ist Aufstehen um 4:30 Uhr angesagt, das Ziel soll angeblich nicht vor 20 Uhr erreicht werden...und das mitten in Europa!
2012/09/11 | 21:39 CET | ARTICLE: MR/HS







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