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 Balkan Offroad: 380 Kilometer Highspeed Dienstag und jede Menge Action.
Die Balkan Offroad Rally ist in Griechenland angekommen - und wie schon bereits im vorigen Jahr war der länderübergreifende Tag schnell, heiss, und komplett unterschiedlich in Landschaft und Beschaffenheit. 380 Kilometer mussten bewältigt werden, die Etappe wurde in drei Stages - eine in Bulgarien, zwei in Griechenland - aufgeteilt. Ziel war die Stadt Orestiada ganz im Norden des Landes.
Gestartet wurde gegen 7:00 Uhr morgens in Kardjali, im Anschluss ging es direkt in die weite Pampa. Der bulgarische Rallyteil war etwas härter, weniger für die Mopeds aber mehr für Autos und Quads. Die Strecke war schnell, aber immer wieder unterbrochen von heftigen Löchern oder Auswaschungen, die aufgrund des lange fehlenden Regens nun bretthart waren. "Pampa" ist wirklich das passende Wort, die Landschaft war bergig, ausgetrocknet, staubig und extrem anspruchsvoll in der Navigation.
Die beiden Strecken in Griechenland waren das ziemliche Gegenteil. Die Landschaft wechselte von bergig in hügelig und wurde - je näher man dem Ziel kam - immer flacher und grüner. Sah es zwischendurch Wüsten- und Steppenähnlich aus, könnte die Landschaft hier auch irgendwo in Norddeutschland sein. Am Abend bemerkte man, warum: Es setzte doch tatsächlich ein wenig Regen ein.
Wie schnell die griechischen Strecken waren bewiesen die beiden Führenden bei den Motorrädern und Autos. Der Italiener Ugo Filosa startete um 7:00 Uhr als Erster in die Strecke - und war bereits um 14:30 Uhr im Hotel. Die Durchschnittsgeschwindigkeit: 56 km/h. Langsamstes Bike war hingegen Johannes Lukas aus Österreich: Er fuhr heute nur die Überführung, trat nicht in Wertung an. "Ich habe gestern 4 Stunden Zeitstrafe bekommen, da fahre ich eh nicht mehr um den Sieg."
Bei den Pkw schaffte das Team Radev / Georgiev im Mitsubishi Pajero Pickup die schnellste gemessene Geschwindigkeit: Satte 180 km/h meldete das GPS. Doch für die Pkw-Crew kam die Quittung prompt: Ein Überschlag bremste beide aus, aber sie konnten weiterfahren, beendeten die Etappe sogar mit Platz 3.
Riesiges Glück im Unglück hatte der griechische Quad-Pilot Nikos Kagas. Er rutschte aus einer Kurve und stürzte in einen Wasserkanal, der voller Schlamm war. Kagas fiel komplett in den Schlamm, das Quad auf ihn. Glücklicherweise waren einige Motorrad- und Quadkollegen sofort zur Stelle, halfen ihm aus der Misere. Doch Kagas war verletzt und so blieb Quad-Pilot Iztok Zivic aus Slowenien (bekannt von der El Chott) über eine Stunde bei ihm. Am Abend die Nachricht: Kagas ist im Schritt verletzt aber es geht ihm den Umständen entsprechend gut.
Pech auch bei Oliver Solyom aus Ungarn und dem Mitsubishi-Team Alexiev / Krastanov aus Bulgarien - beide blieben mit Defekten schon im ersten Teil der Strecke stehen, mussten auf dem Trailer nach Griechenland gebracht werden. Beide Teams wollen Mittwoch aber wieder fahren.
Da bis zum späten Abend noch immer einige Teilnehmer unterwegs waren, wird es die Ergebnisse erst zu einem späteren Zeitpunkt geben. Daher noch einige kleine Geschichten des Tages. Stefan Rosner aus Österreich durfte heute eine grosse Ehrenrunde durch Bulgarien antreten. Beim Grenzübertritt (hier wird noch kontrolliert) fiel ihm auf, das er seinen Pass im Hotel in Kardjali vergessen hatte. Ihm blieb nichts anderes über, als zurück nach Kardjali zu fahren, den Pass zu holen und es erneut zu versuchen - dann passte es auch.
Buggy-Pilot Vlastimil Tosenovsky (der Vater fährt im Quad, der gleichnamige Sohn auf dem Motorrad) hat es besonders schwer - denn sein Auto ist nicht irgendein Buggy, sondern ein klitzekleiner "Rage" mit bissigem Motorradmotor. In der ersten Etappe verfuhr er sich komplett, brach ab und kehrte zum Start zurück, um dann auf der Strasse nach Griechenland zu fahren. Eine gute Entscheidung, denn der erste Teil des Tages hätte dem Mini-Flitzer sicherlich einige Schäden beigebracht. Im Camp gab es dann anschliessend viele lustige Geschichten - allerdings über die "Baja Saxonia". Brav hat Tosenovsky Senior sogar noch einige Saxonia-Sponsoren auf dem Auto.
Am Mittwoch geht es zurück nach Kardjali in Bulgarien, dabei müssen 360 Kilometer insgesamt und 230 Kilometer in Wertung gefahren werden. "Die Strecke wird wieder ganz anders, wir fahren viel durch Wälder" erklärt Veranstalter Todor Hristomir. "Die Strecke war eigentlich wesentlich länger, doch in einem Waldstück wurde mit Holz-Arbeiten begonnen und müssen den Part in einer Überführung umfahren."
2011/09/06 | 19:15 CET | ARTICLE: MR/SY


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