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 Balkan Offroad: Der Mittwoch am Balkan - Abenteuer-Highspeed Gebirge.
Am Mittwoch verliess der Rallytross wie berichtet Bulgarien und wechselte nach Griechenland. Somit wechselte auch die Landschaft extrem - von nassem und nebligen Waldgebirge in ein zunächst extrem heisses und leicht hügeliges Tal. Zu Beginn ging es in eine kurze, recht schnelle und glatte Etappe (WRC-ähnlich) am Rande eines Gebirges, mitten durch kleine Plantagen - Schotter und Speed pur.
Man könnte sich die Landschaft hier ein wenig wie den Norden Tunesiens mit einem Spritzer Südfrankreich vorstellen. Vor allem den Deutschen Thilo Hagemann und Rolf Blaess lag die Strecke, entsprechend gaben sie Gas und fuhren sich nach vorne.
Was nun folgte, war speziell den ausländischen Teams unbekannt. Auf dem Plan stand eine Überführung, also eigentlich nichts Besonderes. Doch die Überführung ging teils Hardcore-Offroad, heftiger als die Stage selbst und verwirrenderweise im Zickzack-Kurs. Vermutlich wollten die Organisatoren einfach nur ein wenig Zeit schaffen - doch für einige Teilnehmer wurde so die Überführung das eigentliche Debakel. Viele fuhren sich hier kleine bis grössere Schäden ein, hatten so Probleme, die eigentliche zweite Stage des Tages "In Time" zu erreichen.
Wie auch immer, die zweite Etappe sollte landschaftlich noch traumhafter, navigatorisch noch anspruchsvoller und von den Strecken auch noch gefährlicher werden. Es ging ins griechische Gebirge - relativ Baumlos, bei brennender Sonne und Temperaturen von im Tal bis zu 40 Grad. Der Offroad-Anspruch sank, aber der Speed auf der WRC-ähnlichen Schotterpisten stieg. Auf teils nur 3 Meter breiten Pisten ging es hoch in die Berge, auf engen Serpentinen ohne jegliche Leitplanken, links oder rechts ging es teils hunderte Meter steil bergab.
Während die Baur-Mädels und Blaess/Garnham hier schnell durchkamen, wurde es vor allem für Thilo Hagemann/Heike Elfenthal und Thomas Becher/Hans-Peter Wohlfahrt zum Abenteuer. Aufgrund des späten Starts kamen nur 4 Pkw im Hellen ins Ziel - der Rest musste die Etappe in der Dunkelheit bewältigen.
Thilo Hagemann verpasste einen richtigen Abzweig, fuhr falsch von der Strecke und parkte seinen Mercedes G 360 gefährlich kipplig in einem Tal neben der Strecke. Sie fanden einen Pickup, der sie ins Ziel bringen sollte. Doch unterwegs kam ihnen Medical-Fahrer Jürgen Teichert entgegen (der eigentlich einen griechischen Suzuki bergen sollte) und holte den Mercedes aus der brenzligen Lage. Das Resultat: Defekte Dämpfer, die aber von der deutschen 4x4-Leipzig/Gladiator Crew prompt wieder gefixt wurden. "Das Auto wird hier jetzt richtig weich" witzelte die Leipziger Crew.
Für Thomas Becher und Hans-Peter Wohlfahrt wurde es ein richtig langer Tag. "Aufstehen 05:00 Uhr, Start 06:00 Uhr, Zielankunft gegen 23:30 Uhr, im Camp waren wir schliesslich gegen 01:00 Uhr. Etwa ab Mitte der zweiten Wertungsprüfung wurde es in den Bergen dann dunkel. Ich meine richtig dunkel, rundum schwarz. Nicht leicht zu navigieren oder die Strecke zu lesen. Nicht leicht, um plötzlich auftauchenden Felsbrocken, Baumstämmen, Rindern oder anderem Grossgetier auszuweichen. Ich bremse auch für Rinder, Esel, Füchse, Igel, Dachs und Schildkröte, alles war dabei" berichtet Becher.
Besonders gut durch kamen hingegen Torsten Altmann mit seinem Quad (als Vierter im Ziel), sowie der Österreicher Georg Schoeninger als einer der schnellsten Motorrad-Piloten.
Um die Etappe abschliessend in einem kurzen Satz zu beschreiben: Die Rumänen Jerka/Bojica (Land Rover Defender), die sonst eigentlich auf FIA-Rallys unterwegs sind, beschrieben sie so: "Es war die schönste Strecke, die wir jemals in unserer Rallyraid Geschichte gefahren sind."
Als Zielcamp war die Ortschaft Edessa im Roadbook, eine wunderschöne Touristen-Hochburg in den Bergen, berühmt durch ihre hohen Wasserfälle. Die Organisation wollte den Teilnehmern etwas Gutes tun - und platzierte das Camp (vor dem Ruhetag) direkt am Fusse der Wasserfälle. Am Donnerstag folgte wie berichtet der Ruhetag mit einer knapp 70 Kilometer langen Überführung nach Florina, hier war das Camp mitten in der Innenstadt mit Party, Musik und VIP-Zelten aufgebaut.
Alle Ergebnisse der Etappe finden Sie bei uns in den News, deshalb sparen wir diese ausnahmsweise in der Zusammenfassung aus.
2010/09/09 | 18:38 CET | EDITOR: MR/HS


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