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 Balkan Offroad: Doppel-Etappe, erst tricky dann schnell am Dienstag.
Wir nehmen es vorweg: Ergebnisse sind leider gegen 19:31 lokale Zeit (18:31 deutsche Zeit) noch nicht zu bekommen. Das Problem liegt heute nicht an der Auswertung, sondern eher an der Situation, das Camp und die Hotels (in denen Teile der Organisation und Presse untergebracht sind) wieder teils mehrere Kilometer auseinander liegen und es kaum Fahrmöglichkeiten gibt. Wir versuchen, die Ergebnisse noch im Laufe des Abends zu bekommen.
Die zweite Etappe am Dienstag war in zwei Stages aufgeteilt, einmal ca. 50 und einmal ca. 90 Kilometer, durch eine längere Überführung getrennt. Dabei ging es von Plovdiv weiter in den Südwesten in Richtung Griechenland.
Vor allem der erste Teil des Tages war extrem anspruchsvoll. In grossen Teilen ging es durch Wälder im Gebirge, man hatte eigentlich kein Gefühl für die Höhe mehr. Lediglich in Waldlichtungen und am GPS konnte man sehen, das man sich teils auf 1.500 Meter Höhe befand. Erstaunlich, selbst in der tiefsten Pampa finden sich kleine Ortschaften, in denen nur Lada gefahren wird - ein VW Golf würde die dortigen "Strassen" keine drei Wochen überleben.
Die Strecke war stellenweise nicht nur verdammt eng, sondern auch extrem ausgewaschen. Tiefe Schlammlöcher und steinige bis felsige Passagen im dichten Wald mit teils tief hängenden Ästen wechselten sich mit Speed-Strecken in ablegenen Tälern ab. Manchmal wurde einem richtig mulmig, so ging es nur wenige Zentimeter neben der Passage teils bis zu 200 Meter steil ab.
Während die Mercedes G, Toyota und Nissan hier hohe Geschwindigkeiten fuhren, hatten die zahlreichen Suzuki´s richtig zu kämpfen. Gelegentlich lag einmal ein kompletter Baumstamm längs in der Strecke - und einer der griechischen Jimny´s mitten oben drauf.
In einem Tal kamen die führenden sechs Fahrzeuge - darunter die Mercedes G von Rolf Blaess und Thilo Hagemann - an einer Kette in hoher Geschwindigkeit an. In einer Spitzkehre hielt der führende Toyota Land Cruiser eines bulgarischen Teams das Feld auf, Blaess sah eine Lücke am Hang und überholte die gesamte Truppe. Doch Pech im Glück, kurze Zeit später verfuhren sich der Stuttgarter und sein britischer Beifahrer Simon Garnham und mussten die Führung wieder abgeben.
Überhaupt war die Navigation teils extrem schwierig, da selbst kleine, kaum sichtbare Abzweige eingetragen waren. So suchten viele Teams, immer wieder kamen einem wie am Montag verwirrte Teilnehmer entgegen.
Nach einer Service-Pause in einem kleinen Ort brachte der zweite Abschnitt die Teilnehmer ins teils noch höhere Sphären, die Gebirge nahmen immer gigantische Ausmasse an, je weiter es gen Süden ging - aus "Harz" wurden "Alpen".
Der zweite Teil war sehr steinig und sehr "bumpy". Thilo Hagemann verlor kurz Zeit wegen eines Reifenschadens, zudem brach eine hintere Dämpferaufnahme und bohrte ein Loch in den Tank. Auch Rolf Blaess hat erste Blessuren: Die Motoraufhängung brach und schlug auf die Lichtmaschine, die nun auch einen weg hat. Von der Ladies-Crew und den beiden Toyota-Piloten waren am Abend noch keine Informationen zu bekommen.
In Punkto Wetter merkte man heute deutlich, das es weiter in Richtung Süden ging. Wie immer war es morgens ziemlich kalt, doch mit jedem Kilometer stiegen die Temperaturen. "In Griechenland sollen es in den Bergen bis zu 38 Grad werden" berichtete Mit-Veranstalter Alexander Kovatchev am Montag Abend. Wir werden es morgen (Mittwoch) sehen - dann geht es über die Grenze nach Griechenland.
2010/09/07 | 18:44 CET | ARTICLE: MR/HS


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