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 Breslau Rally: Schlammig-Welliger Rundkurs in Recz, schnell nach Boryszin.
Nach den ersten Tagen, in denen vor allen Rundkurse gefahren wurden, kommen nun die längeren Etappen und am Donnerstag mit der "Hannibal-Etappe" die längste Etappe der Rally.
Am Dienstag hatte die Organisation einen knapp 250 Kilometer langen Rundkurs im Militärgelände zwischen Drawsko und Recz geschaffen, diesmal weniger Schlamm (sowie fast keine der bekannten Schlammlöcher), dafür viele Panzerwellen und "Extrem Offroad". Wie auch am Montag war die Etappe wesentlich schneller als im Vorjahr, aber keinesfalls langweiliger.
Interessant: In einer Passage wurden die Motorräder und Quads von den Autos und Lkw getrennt, fuhren eigene, auf sie zugeschnittene Runden. "Das war eine nette Idee" berichten zahlreiche Biker, "mal nicht auf die Autos achten und mal richtig durch die Landschaft cruisen."
Am Mittwoch folgte - laut Aussage des Veranstalters Henrik Strasser - ein "halber Ruhetag": Start erst am späten Vormittag im Camp in Recz, dann eine kurze, sehr schnelle Etappe über knapp 70 Kilometer in Richtung Süden mit einem Showcamp in einer kleinen Start nahe Gorzow.
Der neue Clou: Um die Teilnehmer schnell, aber keinesfalls gelangweilt ins neue Camp zu bekommen, wurden die Überführungen für die Teilnehmer "Off Road" gestaltet, was allgemein sehr gut ankam. "Das war klasse, keine Strassen, dafür angenehmes Sightseeing durch tolle Landschaften in Polen, die man im Speed sonst kaum wahrnimmt" berichtet Motorrad-Pilotin Christina Meier. Ein Kollege bestätigt: "Eine tolle Sache. Auch wenn die Wertung kurz war, für mich die bisher schönste Etappe der Rally."
Das Camp ist ebenfalls neu: Direkt an einer für Touristen aufbereiteten Bunker-Anlage des berühmten "Ostwalls" in Boryszin hat man sich auf einer Campingwiese niedergelassen, in Sichtweite der alten Verteidigungsanlagen, die wie grüne Beton-Pilze aus dem Boden ragen. Die örtliche Feuerwehr kam mit einem nagelneuen Mercedes Atego und wusch die Fahrzeuge der Teilnehmer - kostenlos. Das Catering-Zelt liegt auf einem grünen Hügel mit weitem Blick auf die dunstende Tiefebene - Urlaubsfeeling pur, Polen mal aus einer ganz anderen Sicht.
Aus Sicht der Teilnehmer gibt es dutzende Geschichten zu erzählen... doch die Zeit rennt, am Donnerstag geht es bereits um 6:30 Uhr los. Stellvertretend hier einmal der Tag des ehemaligen Truck-Breslau Siegers Kristof Ostaszewski. In diesem Jahr tritt er erstmal mit seinem Sohn an - der Vater im Mercedes Zetros, der Sohn im ehemaligen Ural-Volvo.
Während der Sohn mit dem goldenen Ural schlecht zurecht, aber immerhin im Ziel ankommt, ist beim Vater der Wurm drin. Seine brutale Fahrweise hat das schwere Metall des Mercedes mehrfach verformt, die Mechaniker mussten nachts aus Ersatzteilen gar einen neuen Kotflügel dengeln. Doch nach einem harten Schlammloch am Dienstag erwischte es die Technik - Motorschaden. Am Mittwoch hatte seine Crew vor allem eine Aufgabe: Bei den zahlreichen Truck-Händlern in Gorzow einen neuen Motor finden. Ob es geklappt hat war bis zum Redaktionsschluss nicht bekannt...
Am Mittwoch sind die Fahrzeuge der "Schlamm-freien" Cross Country Klasse zur Rally gestossen, ab Donnerstag werden sie bis zum Schluss auf teils sondierten Strecken mit mehr Speed an der Rally teilnehmen. Mit dabei als prominenteste Teilnehmer: Die Siger der "18. Breslau" in Rumänien, das Team Grünbeck/Dasinger im Mercedes G.
Schade auf der einen Seite: Nur sechs der ursprünglich mehr als 10 genannten Fahrzeuge waren zur technischen Abnahme angetreten, dennoch werden es einige CC-Teilnehmer mehr: Einige "Schlamm"-Fahrer wechselten in die schnelle und trockene Klasse. Man darf sich also ab Donnerstag auf eine neue Wertungsklasse freuen.
Der Donnerstag wird definitiv der härteste Tag der Rally, die sogenannte "Hannibal" Etappe kommt. Diese startet in Boryszin und geht bis an die tschechische Grenze. Dabei wird nicht eine lange Stage, sondern mehrere kurze Etappen mit Neustarts gefahren - unterbrochen von einem kleinen "Highlight", dem Showstart in der Innenstadt von Zagan.
Kurz darauf folgt das "legendäre" Strassen-Schlammloch, das mittlerweile zum Volksfest avanciert ist. Die Bürger eines kleinen Dorfes stauen seit Tagen das Wasser an, jubeln dann jedem Rallyfahrer zu und bieten (unter der Hand) Bier und Würstchen zum Verkauf an. Zudem auch eine "kleine Brautschau": In jedem Jahr flirten die Dorf-Schönheiten, was die Rally-Männer eben so hergeben.
2012/07/05 | 00:22 CET | ARTICLE: MR/HS








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