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 Breslau Rally: Schwierige Navigation in SS02, heisse Duelle an den Spitzen.
Wald, Wald und nochmals Wald: Die 2. Etappe am Sonntag führte die Teilnehmer auf insgesamt 155 Kilometern durch zusammen drei Stages in Wertung, die jeweils durch kleinere Überführungen miteinander verbunden wurden. Bereits gegen 13:30 Uhr trafen die ersten Motorräder im Camp ein, die ersten Autos folgten gegen 14:30 Uhr.
Und wieder griff ein alter "Breslau-Trick", der einige Teilnehmer verwirrte und "Alten Hasen" einen Vorteil brachte: Auch wenn die Teilnehmer zuerst das Gefühl hatten neue Strecken zu fahren, waren sie die ganze Zeit im selben Gebiet unterwegs und trafen immer wieder auf die eigenen Spuren.
"Das war schon recht trickreich gemacht" berichtet MAN KAT Pilot Ralf Berlit, der heutig Dank guter Navigation einige Zeit gutmachte und eventuell die Führung bei den schweren Trucks übernahm.
"Immer wieder kreuzten die zuvor gefahrenen Spuren und Viele fielen darauf herein, folgten ihnen blind. Meine Frau sagte mir ´fahr rechts´, aber alle Anderen fuhren links, weil dort alle Spuren hinführten... wir fuhren schliesslich rechts und waren richtig. Die schlammigen Passagen gingen heute, wir sind einfach durchgefahren. Aber die Wälder waren eng, verdammt eng."
Das bestätigt auch Motorrad-Pilot Markus Kettler aus München. "Die Strecke war beeindruckend schön. Man kann es kaum beschreiben, es ist einfach die Weite, die unberührte Natur durch die man fährt. Man hat das Gefühl, man durchquert ein ganzes Land, wenn man dann auf das GPS schaut, sieht es aus wie ein Zickzack- oder besser Schnittmuster."
Mit den schlammigen Passagen hatte Kettler weniger Probleme, schwärmte aber von einem für die Bikes schweren Punkt: "Da gab es einen Graben, der war eigentlich kaum überquerbar. Einer nahm Anlauf und wollte rüberspringen, aber das ging nach hinten los. Die Alternative waren liegende Baumstämme, über die man das Motorrad schieben konnte. Dabei hat man allerdings bemerkt, das bei der Breslau der ´Abenteuerfaktor´ zwischen den Teilnehmern weniger wird und die Professionalität zunimmt. Ein Italiener rutschte ab und kämpfte mit Baumstamm und Moped, anstatt zu helfen stöhnten viele Biker nur `jetzt hält der alles auf´. Nicht, das keiner hilft, aber es fiel schon auf. Aber es hat heute richtig Spass gemacht."
Was für den einen nur ein kurzes oder gar kein Hindernis, war für den Anderen ein Alptraum. Der Franzose Gilles Girousse im Trophy Mercedes G (an dessen Mercedes-Gene wirklich kaum noch etwas erinnert) kämpfte ganz vorne mit, wollte in diesem Jahr wieder um den Sieg fahren. Doch heute landete man unglücklich im Schlamm. "Es war schrecklich, wir steckten so tief drin, dann ging die Winsch kaputt und selbst die Kollegen schafften es lange nicht, mich rauszuziehen. Ich habe heute richtig Zeit verloren, aber das ist eben die Breslau."
Truck-Pilot Ralf Neubert, früher eher als "langsam" bekannt, sorgte schon gestern mit seinem "Neuen" Mercedes SK 6x6 (dem Ex-Auto vom Österreichischen Kotterer Team) mit Platz 2 (!) für Aufsehen. Er sah die heutige Etappe vielseitig und half mit seinen "so 650 bis 700 PS" zahlreichen Truck-Kollegen.
"Das letzte Schlammloch im dritten Teil hatte sich ausgefahren und vor uns steckte ein MAN KAT bis zum Anschlag drin. Wir haben ihn dann rückwärts rausgezogen, die Organisation hat daraufhin das Schlammloch geschlossen, der Teil soll annulliert werden. An einem Hang halfen wir Ostaszewski Junior im alten Ostaszewski-Ural hoch, der stand mitten im Hang und schaffte es einfach nicht."
Doch Neubert, sein Sohn Guido und Navigator Steffen Herbst wurden heute für ihren Einsatz nicht belohnt. Auf einmal ging die Temperatur des Mercedes hoch, man kippte Wasser nach, doch auch diese Wirkung verpuffte schnell. "Es stellte sich heraus, das ein Wasserschlauch geplatzt war" berichtet Ralf Neubert.
"Es half alles nichts, wir mussten den Schaden reparieren. Zwischen der zweiten und dritten Stage sind wir dann rausgefahren, haben bei einem Haus um Wasser gefragt. Der Pole war nett, half uns mit seinem Gartenschlauch. Nun dürften wir zwar nicht mehr vorne sein, aber die Rally hat ja gerade angefangen."
Nach dem ersten Tag führten bei den Pkw die ehemaligen Sieger Oleszak/Chelmicki mit ihrem giftgrünen "Hot Wheels" Nissan Patrol vor - Überraschung - den "Fettschnecken" Wunsch/Pflug (deren Range Rover wohl Top-Zeiten gefahren haben soll) und Ex-Breslau Sieger Robert Kufel - die Ergebnisse nach SS02 stehen allerdings aktuell noch aus.
Bei den leichten Trucks übernahmen die belgischen Unimog-Piloten Peumans/De Boer vor dem deutschen Unimog von Toepfer/Budde/Heinzig und dem französischen Unimog des Teams Poncet/Daudet die Führung. Bei den schweren Trucks führten Chemnitz/Beier/Möller im grauen IFA vor dem Team Neubert (Mercedes) und Striebe/Unger-Bachmann/Bräunlich.
Bei den Motorrädern ging Oliver Post (KTM) vor Beat Juen (KTM) und dem Schweizer Roger Dell Ava an die Spitze, bei den Quads/ATV sind die Polen Remigiusz Kusy, Marek Gluszek und Andrzey Pieron vorne.
2012/07/01 | 18:49 CET | ARTICLE: MR/HS








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