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 Sie befinden sich in den Einzelnews zur "Budapest-Bamako Rally" 2009. Alle Bilder lassen sich durch Anklicken vergrössern.
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 | Budapest-Bamako: Das Finale, Ankunft in Bamako, Pläne für 2009 |
 Fast, ja fast hätte die Budapest-Bamako ein Highlight für das Volkswagen-Marketing werden können - ein VW Race Touareg gewinnt als erster Diesel die Dakar Rally, ein serienmässiger VW Touareg gewinnt kurz darauf die längste Amateurrally der Welt. Doch das lange führende Team um Breslau-Profi Attila Nagy, Janos Turjányi und Lajos Zsom erhielt quasi in letzter Minute eine Punktstrafe wegen einer doppelten Geschwindigkeitsübertretung, so mussten sie die ungarischen Landsleute Miklos Nagy und Attila Lörincz mit ihrem Toyota Land Cruiser vorbeiziehen lassen und landeten auf Platz 2.
Auf die dritte Position schafften es die bisherigen, dreifachen Sieger Juraj und Daniela Ulrich aus der Tschechei, die mit einem Nissan Navara angetreten waren. Das Interessante: Obwohl es auf dieser Rally nicht um Speed ging, sind doch alle drei Teams erfahrene Offrad-Profis mit entsprechenden Fahrzeugen. Der Toyota der Sieger erinnert mehr an ein hochgelegtes Breslau-Monster, der Nissan der Tschechen ist professionell und schnell aufgebaut - kein Wunder, die Drittplatzierten sind schliesslich auch die Veranstalter der Baja Slovakia.
Die letzten beiden Fahr-Tage der Rally am Donnerstag und Freitag waren eher angenehm und easy gestaltet, dabei ging es nur noch durch kleine Offroad-Passagen - die allerdings ein Traum für die Augen waren. Aus der Savanne wurde Wald, aus kleinen Bäumen mächtige Affenbrotbäume, aus kleinen Baracken putzige Lehmhütten, dazwischen auf einmal Felsen, die sogar nicht hierhin passten - eine Kulisse wie sie kein Afrika-Film hätte besser machen können.
Auch wenn es auf dieser Veranstaltung aufgrund der plötzlich steigenden Zahl von Teilnehmern (im vergangenen Jahr waren es 34 Teams, in diesem Jahr über 250) zu einigen organisatorischen Problemen kam (von denen leider auch wir betroffen waren), eine schönere Landschaft hätte man nicht aussuchen können. Das registrierten Alle und so tröstete die fantastische Landschaft und die grosse Anzahl neuer Freunde über die Pannen hinweg.
"Wir wollten das so, nicht so professionell, den puren Spirit. Jeder soll ankommen, egal wie, aber jeder muss es selber oder im Team schaffen" meint Veranstalter Andrew Szabo Gál. "Wir wollen das Land vorstellen, die Menschen näher- und zusammenbringen, Freundschaften schaffen. Bei soviel Teilnehmern ist es natürlich schwieriger."
"Es ist eine völlig andere Art einer Rally" berichtet auch der deutsche Profi Willi Janke. "Auch wenn wir erst überrascht und ein wenig verwundert haben, wir haben unser Ding gemacht, haben viel erlebt und auf diese Weise war es unglaublich schön. Vielleicht sind wir im nächsten Jahr wieder mit dabei."
Den berühmten "Spirit" schaffte der Veranstalter tatsächlich, man sah tagtäglich, wie er seinen Traum lebt und mit den Teilnehmern teilen möchte. Er hatte stets ein offenes Ohr für Alle, klärte Probleme selbst und war (fast) immer zur Stelle, wenn man ihn brauchte. Aber durch die Grösse hat die Rally eben auch neue Dimensionen angenommen - die dann auch nicht nur mehr "wilde Abenteurer", sondern auch Profis oder "verwöhnte" Touristen anlockt.
Spätestens in Bamako war (fast) jeder Ärger verflogen, ein wunderschönes Hotel, Temperaturen und Sonnenschein um die 40 Grad und extrem freundliche (aber auch schlitzohrig geschäftstüchtige) Malier sorgten für gute Stimmung. Am Abend wartete die grosse Abschlussparty in einem noblen Club - leider 10 Kilometer vom Hotel entfernt. Dadurch entschieden sich Einige, nicht zur Siegerehrung zu fahren.
Die Rally befand und befindet sich in einem totalen Wandel - aus einer kleinen Schar wilder Enthusiasten ist eine grosse Schar verschiedenster Klientel geworden. "Man kann das sehr gut an den Fahrzeugen sehen" meint Organisator Andrew Szabo Gál, "im letzten Jahr waren es mehr Fun-Fahrzeuge, in diesem Jahr waren soviel professionelle Fahrzeuge dabei wie nie zuvor. Daher haben wir uns auch erstmals entschieden, die Touristen und Sportfahrer voneinander zu trennen und unterschiedliche Wege zu schaffen. Es war und ist für Alle eine neue Erfahrung."
Für das nächste Jahr will man eine dritte "Speed-Kategorie" einführen - das erfordert eine grössere Organisation, professionellere Medicals und Infrastruktur. Man hat die Chance erkannt, die neue grosse Rally in Afrika zu werden - die Regierungen der Länder stehen voll hinter dem Plan.
"Es ist jetzt offiziell, es wird eine neue Rennleitung geben und eine professionelle Kategorie. Aber wir wollen nicht den Fehler anderer Rallys machen, den Spirit verschenken und zu einer Geldmaschine werden. Im Gegenteil - in den bisherigen Klassen bleibt alles beim Alten, Jeder kann mitmachen - und wenn er eine gute Idee hat oder ein witziges Auto gerne auch gratis. In diesem Jahr haben wir die Kosten von über 30 Fahrzeugen gesponsert, darunter z.B. auch den Trabi von D-Rolf. Die Budapest-Bamako wird professioneller - aber gleichzeitig auch die ehrliche Rally, die sie ist. Das ist mir und allen wichtig - und vor allem den Teilnehmern."
Artikel vom 31.01.2009, Artikel: Redaktion/hs
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