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Budapest-Bamako: Die dritte Etappe ein Fest für die Speed-Fraktion




Das wünscht sich jeder Rallyteilnehmer: Auf der 3. Etappe von Assa in Marokko nach Smara in der West-Sahara ging es über 437 Kilometer in Wertung, knapp dreiviertel davon Offroad. Die Strecke war zur Hälfte steinig und hart - und zur Hälfte sehr schnell zu fahren. Es ging über alte, ausgetrocknete Salzseen, in denen einige Teilnehmer bis an die Highspeed-Grenze ihrer Fahrzeuge gingen. Besondere Vorsicht galt der Einhaltung des Roadbooks, denn in einigen Passagen wurden alte Minenfelder zwischen der offenen Grenze von Marokko und der von Marokko kontrollierten West-Sahara durchquert.

"Eine Wahnsinns-Etappe" berichtet Attila Nagy vom führenden Volkswagen Touareg Team. "Wir haben uns immer mehr an unser Topspeed herangetastet und sind bis zu 180 km/h auf dem Salzsee gefahren, es war wie auf der Autobahn." Doch fast wurde der Speed zu Verhängnis: "Kilometerlang war es nur geradeaus, keine Wellen, keine Löcher, nichts. Doch dann in der Mitte der Strecke erwischten wir die einzige Bodenwelle des Tages, hebelten uns total aus. Wir flogen über 15 Meter weit, alles im Auto verteilte sich neu. Wir hielten an um den Schaden zu begutachten, aber wir hatten Glück. Nur ein Reifen war platt und der Unterbodenschutz beschädigt. Erstaunlich was das Auto aushält, wir haben nichts daran gemacht und wollen ihn in Bamako verkaufen."

Mehr Pech hingegen hatte ein ungarisches Mitsubishi-Team - sie erwischten die gleiche Stelle nur wenige Minuten später und überschlugen sich. Zum Glück wurde keiner der Insassen ernsthaft verletzt. Das tschechische Hummer Racing Team passierte die Stelle als Erstes, versorgte die Fahrer und stellte den Mitsubishi L200 wieder auf. Nach einer kurzen Notreparatur mit Hilfe von Hammern und Spanngurten konnte der Pickup wieder fahrbereit gemacht werden, trotz nun fehlender Scheiben will das Team weiter an der Rally teilnehmen.

Das Wetter erinnert an die Dakar Rally 2005 - die Grundtemperatur ist mit 18 Grad ok, aber der Wind pfeift eiskalt und kriecht in jedes Zelt und jede Kleidung. Dazu kam erneut feiner Regen, der die Teilnehmer über weite Teile der Strecke begleitete.

Als Camp hatte die Organisation eine kleine "Geisterstadt" nahe der Stadt Smara ausgesucht, die allerdings nicht ihrem Namen gerecht wurde, da mittlerweile wieder ein paar Tuaregs in die leeren und halb verfallenen Häuser eingezogen waren. Was folgte war ein Paradebeispiel an internationaler Kultur: Anstatt sich abzugrenzen, suchten einige Tuaregs und Rally-Teilnehmer das Gespräch, man teilte das Essen, spielte mit süssen Baby-Ziegen und versorgte die Kinder mit T-Shirts und Süssigkeiten. Erstaunlich, anders als in vielen bsherigen Orten waren die Kinder hier sehr gut erzogen - selten erlebten wir auf Rallys ein derart nettes "Get-Together" der Nationen.

Am Samstag fahren die Teilnehmer die längste Strecke in Afrika, über 770 Kilometer geht es in das erste Camp in Mauretanien. Um Kilometer zu schaffen fahren alle Teilnehmer nur auf Apshalt-Strassen - erst am Sonntag geht es wieder "Offraod".

Artikel vom 22.01.2009, Artikel: Redaktion/hs

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