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Budapest-Bamako: Rallytross in Arfoud angekommen




Nach einer dreitägigen Überführung sind die Racing-Teilnehmer der Budapest-Bamako Rally am Dienstag Abend im ersten Camp in Erfoud angekommen. Pech hingegen hatte die Touristen-Gruppe (darunter auch die beiden deutschen Trabis von "D-Rolf" und Willi Janke), die sich eigentlich in Süd-Spanien von der Racing-Gruppe trennen sollte. Für sie war eine einfachere Strecke entlang der afrikanischen Westküste geplant.

Doch ausgerechnet das Wetter machte der Touristen-Gruppe vorerst einen Strich durch die Rechnung. Anders als die Racing-Gruppe wollten sie im spanischen Algericas in der Meerenge von Gibraltar nach Tanger übersetzen, doch Sturm und schwerer Seegang sorgten dafür, das die Fähren im Hafen blieben. Die Gruppe will nun am Mittwoch starten, durch den eingeplanten Ruhetag ist die Zeit derzeit noch einzuholen.

Die Racing-Teilnehmer nahmen die Fähre von Almeria nach Nador, drei Fähren standen zur Auswahl. Der Sturm schlug auch hier zu, aber wesentlich harmloser als bei Tanger.

Italien, Frankreich, Monaco und Spanien wurden seit Sonntag Morgen durchquert. Nach der Fährüberfahrt empfing die Teilnehmer in Marokko vorerst ziemlich schlechtes Wetter, Temperaturen bis 0 Grad und immer wieder Regenschauer. Einige erwischten sogar einen Schneesturm, Andere widerum erlebten den Tag bei Sonnenschein und angenehmen 21 Grad - der Norden Marokkos ist immer für eine Überraschung gut. Immerhin, die Nacht ist für alle gleich. "F****** cold" beschrieb es einer der marrokanischen Gastgeber in Erfoud passend, denn 4 Grad in der Nacht sind auch hier selten.

Nach einer nächtlichen Pause in Nador ging es über abgelegene Asphaltstrassen quer durch das Atlasgebirge, das sich teils mit überraschend grünen Flächen und als Kontrast mit schneebehangenen Berggürteln präsentierte.

Bereits während der Überführung wurde schnell klar, auch in der "Racing"-Gruppe liegen die Ansprüche und Fähigkeiten weit auseinander. Erfahrene Rallyprofis wie Mila Janacek (Vize-FIA Baja Worldcupsieger 2007) oder Attila Nagy (5. Platz Dresden-Breslau Team Lila Q) prallen auf "4x4-Ersttäter", die Geschwindigkeiten variierten zwischen 170 km/h bei den Profis und 70 km/h bei den Amateuren. Während die ersten Teilnehmer bereits am frühen Abend in Erfoud eintrafen, werden die letzten Teams erst gegen 7:00 Uhr am Mittwoch Morgen erwartet.

Kleine "Kinderkrankheiten" gab es bei den "Schnitzeljagden", die als Auflockerung in die Mega-Überführung eingebaut wurden und in die Wertung einfliessen. Gelegentlich mussten spezielle GPS-Punkte gesucht und angefahren werden, hier sollte man einen Buchstaben, einen Code oder eine Zahl finden oder eine Aufgabe lösen.

Der Haken an der Sache: Die Markierungen wurden auf der Vortour im Oktober gesetzt, entsprechend waren Einige im Laufe der Zeit verschwunden, nur noch schwer lesbar oder unter Schnee bedeckt. Viele Teilnehmer griffen daher zu "Plan B", nahmen ihr GPS-Gerät und fotografierten den Punkt als Beweis. "Wir hätten gerne alle Punkte nochmals kontrolliert" berichtet Veranstalter Andrew Gál, "aber wir sind eben auch in den Anfängen, eine Low-Budget-Veranstaltung und können daher noch nicht Alles einbauen. Die Teilnehmerzahl in diesem Jahr hat uns sehr überrascht, da musste viel neu disponiert werden."

Am morgigen Mittwoch startet offiziell die 1. Stage der Budapest-Bamako 2009 in Marokko und führt über knapp 400 Kilometer durch leichtes Offroad-Gelände sowie erste kleine Dünen. Auch für die Organisation ein besonderer Tag: "Dann können wir sehen, wo wir mit dem Können unserer Teilnehmer stehen...und wissen in etwa, was uns in den nächsten Tagen erwartet."

Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Die am Sonntag vorläufig ausgefallenen Sieger der Budapest-Bamako 2007 und 2008 sind wieder mit dabei. Wie berichtet, verletzte sich Beifahrerin Daniela Ulrichova bei einer GPS-Aktion am Sonntag, nach einem Besuch bei den Medicals entschied sie sich, die Rally fortzusetzen. Vorübergehend aufgegeben hat hingegen "Miss Hungary 2005" Semmi Kis, die eigentlich mit einem Motorrad teilnehmen wollte. Bereits die Etappe von Ungarn nach Italien war vorerst die Letzte, die heftigen Minusgrade waren schuld. Doch Semmi gibt nicht auf, will in den nächsten Tagen erneut starten - nachdem sie ihr Motorrad nach Marokko liefern liess...

Artikel vom 20.01.2009, Artikel: Redaktion/hs

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