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Budapest-Bamako Spirit: "Big Boy" beschützt das Camp-Zelt



Rallys sind nicht nur zum Fahren da - sie bringen auch immer wieder neue Erfahrungen und Abenteuer. Wie in vielen Ländern Afrikas gibt es vor allem in Marokko eine Menge wilder Hunde, die Nachts abgemagert durch die Strassen schleichen und nach Essbarem suchen. In vielen afrikanischen Ländern hat man es sich so mit der Hundeliebe, statt Streicheleinheiten sind die Vierbeiner eher gewohnt, mit Steinen verscheucht zu werden.

Das ändert sich schon einmal, wenn Hunde-Liebhaber auf die armen Geschöpfe treffen. Eigentlich sind die wilden Hunde sehr scheu und haben Angst vor Menschen - oder greifen sofort knurrend an. Nicht so im Camp Dahkla. Irgendwie müssen es die Vierbeiner in den Genen haben, doch immer wieder das Gute im Menschen zu sehen. Wie schnell das in Treue wechselt, erlebten wir am Abend.

Zwei grosse Hunde, ein Collie und eine Art Boxer schnüffelten sich durch das Camp am Abend, blieben in Distanz stehen und hofften, etwas Essbares zu bekommen. Einige der Teilnehmer benahmen sich wie Afrikaner und verscheuchten die beiden Hunde, einen "Jungen" und ein "Mädchen". Doch die Hunde blieben treu - der Hunger war stärker als die Angst.

Vor dem Journalisten-Zelt gab es statt Steinen ersteinmal Wasser satt (3 Liter in 10 Minuten!), eine gute Portion Brot und Fleisch - und ein paar Streicheleinheiten, die beide Hunde bisher anscheinend kaum kannten. Der Dank der Vierbeiner: Beide postierten sich vor dem Zelt, knurrten jeden an, der sich auch nur auf drei Meter näherte und nicht den neuen, freundlichen Gerüchen entsprach.

Unser "Big Boy" erwies sich als besonders anschmiegsam, er genoss die Streicheleinheiten mit geschlossenen Augen und versuchte gar, sich direkt an einen der beiden Schlafsäcke zu kuscheln. "Big Girl" hielt etwas scheuer Distanz, blieb dann aber auch vor dem Zelt liegen, um brav jeden Fremden mit grolligem Knurren zu vertreiben. Faszinierend auch, wie schnell die Hunde ihre "neuen Freunde" erkennen - am Morgen reichte ein Pfiff und unser Pärchen stand bei Fuss.

Auch wenn es nur für eine Nacht war, in der man die ansonsten verstossenen Geschöpfe glücklich machen konnte - auch das sind die vielen neuen Erfahrungen, die wir von dieser sehr ungewöhnlichen Rally mitnehmen. Freuen Sie sich auf unsere Halbzeitbilanz am Montag Abend - in der wir versuchen wollen, dem "Spirit" der Budapest-Bamako ein wenig näher zu kommen.

Artikel vom 24.01.2009, Artikel: Redaktion/hs

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