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 Sie befinden sich in den Einzelnews zur "Budapest-Bamako Rally" 2009. Alle Bilder lassen sich durch Anklicken vergrössern.
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 | Budapest-Bamako Spirit: Eine kleine Zwischenbilanz vor Mali |
 Die Budapest-Bamako ist anders, komplett anders. In den vorherigen Jahren konnte man die Marathonrally eher als eine Art touristischen Cannonball mit Speed-Limits und humanitärem Hintergrund ansehen - doch man hat viel vor. Besonders nach der Absage der Dakar in Afrika 2008 boomten die Anmeldezahlen wie noch nie. Über 200 Fahrzeuge waren ursprünglich zum Start angetreten, knapp zwei Drittel sind noch dabei.
Das Gros der Teilnehmer startet mit zum Teil flippigen Fahrzeugen wie einer Citroen Ente oder einem alten Feuerwehrfahrzeug in der touristischen Kategorie, die easy überwiegend nur über Asphalt führt. Um den Anspruch auszuweiten eröffnete man in diesem Jahr erstmals die "Racing"-Kategorie - in der aber weniger der motorsportliche Aspekt, sondern das Durchkommen, die Navigation und kleine Aufgaben (die überall im Land verteilt werden) zählen.
Die Geschwindigkeit wird bewusst niedrig gehalten, in den Camps gibt es keinen Service - Teilnehmer sind komplett auf sich allein gestellt oder bilden Teams, um sich im Ernstfall gegenseitig zu helfen. Ein wenig schade ist die Tatsache, das es (wie sonst auf Rallys üblich) kein zentrales Catering gibt - dadurch fehlt die Gemeinsamkeit, denn so splitten sich die einzelnen Teams in den Camps auf, viele bleiben unter sich und es ist schwieriger, andere Teilnehmer kennenzulernen.
"Es ist etwas völlig Anderes" meint Gabi Kulcsar vom tschechischen Hummer-Racingteam. Kulcsar ist sonst ausschliesslich auf FIA-Rallys und regionalen Events in Ungarn und der Tschechei unterwegs, ist also bestens in der Szene bewandelt. "Man gibt kein Gas, man geniesst eher das cruisen. Die kleinen Challenges lockern die Rally auf und die Organisation hat sich viel Mühe gegeben, die Teilnehmer so auch einmal an weniger bekannte, sehr schöne Stellen zu bringen. So haben wir in Marokko z.B. eine heisse Quelle finden müssen. Anstatt dann hektisch weiterzufahren, haben wir eine Pause eingelegt und in der Quelle gebadet. Das hat man sonst nie."
Viele der Racing-Teilnehmer wollen auch gar nicht mehr Offroad-Passagen, sind mit den gegebenen Strecken sehr zufrieden. Für diese ist die Rally eine "kleine Dakar", schliesslich fährt man genauso viel Kilometer und teils auf gleichen Strecken. Entsprechend aufwändig sind die Teilnehmerfahrzeuge hergerichtet, "Show and Shine" ist hier Alles, aufwändig wurde fast jedes Auto mit besonderen Folien beklebt und gestylt. Respekt, das sieht man sogar auf Profi-Rallys selten.
Doch man denkt darüber nach, die Budapest-Bamako im nächsten Jahr um eine Motorsport-Kategorie zu erweitern, in der dann auch einmal Gas gegeben werden kann. Zudem soll der Anspruch an die Strecken weiter erhöht werden - denn in diesem Jahr will man den Teilnehmern noch nicht allzuviel zumuten, viele Strecken führen daher über Asphalt. Die Chancen stehen gut wie noch nie - denn sollte die Dakar in Südamerika bleiben, würde die Budapest-Bamako wie schon in diesem Jahr als grösste Rally in Afrika gelten - und mit allergrösster Wahrscheinlichkeit auch viele der Afrika-treuen Dakar-Teilnehmer auf die Rally locken. Es kommt darauf an, was man nun daraus macht.
Die Budapest-Bamako ist zur Halbzeit auf jeden Fall ein ganz besonderes Erlebnis. Man könnte fast sagen, "Spiel und Spass in Afrika", verbunden mit dem Hauch einer Expedition sowie einem hohen touristischen Anspruch. Sollte die Budapest-Bamako im nächsten Jahr "Gas geben" und auch die Motorsport-Fraktion ansprechen, würde dies auf jeden Fall ein besonderes Highlight.
Auf einen Punkt legt Veranstalter Andrew Szabo Gál besonderen Wert - die "Caravane Humanitaire". Gleich einen ganzen Lkw voll Spenden bringt man nach Bamako, viele Teilnehmer haben zudem Spielsachen und dutzende nützliche Dinge als Geschenke im Gepäck. Ein Aspekt, der Schule machen könnte - er kostet wenig, bringt aber viel. Wir haben gelernt, die glücklichen Augen eines Kindes über ein geschenktes Matchbox-Auto sind tausendmal grösser als bei einem Bonbon...wir werden also bei der nächsten Rally ein paar neue Dinge einpacken.
Artikel vom 27.01.2009, Artikel: Redaktion/hs
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