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Budapest-Bamako: Spontaner Einfall im schicken Monte Carlo





Sonntag bis Dienstag - drei Tage Zeit haben die (Rally-)Teilnehmer der Budapest-Bamako Rally, um vom italienischen Brescia ins marrokanische Merzouga zu gelangen - denn spätestens am Mittwoch Morgen startet dort die "eigentliche" Rally für die Competition-Teilnehmer in Afrika. Dennoch, auch auf den Weg nach Südspanien haben die Teilnehmer noch einige Aufgaben zu bewältigen. Die Touristenklasse hat es etwas einfacher, zwei offizielle Zwischenstops sind bis Marokko geplant.

2.740 Kilometer inklusive Fähre von Almeria (Spanien) nach Nador (Marokko), in dieser Zeit auch für erprobte Rallyfahrer nicht ohne. Doch die Überführung war/ist nicht nur eine Überführung, sondern hatte eigentlich auch einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad eingeplant. Statt die wunderschöne Küstenautobahn von Genua nach Nizza zu nutzen, sollten die Competition-Teilnehmer einen Pass über die Alpen wählen, um hier eine zusätzliche Aufgabe zu lösen. Doch Veranstalter Andrew Szabo Gál hatte es im ersten Video bereits angekündigt - es könnte ein Problem geben...

Das Problem trat ein - und zwar in Form von Schnee. "Es kann sein, das der Pass wegen zuviel Schnee gesperrt ist" gab Gál noch am Samstag Abend bekannt. Schnee war entgegen der Hoffnung massig vorhanden, der Pass für den Verkehr gesperrt worden. So entschied man sich für Plan B, also ganz "luxuriös" doch über die Küstenautobahn zu fahren.

Dabei griff bei vielen Teilnehmern das "Wenn-man-schon-mal-hier-ist"-Prinzip. Die Küstenautobahn führt direkt am "geheimnisvollen" Zwergstaat Monaco und deren Hauptstadt Monte Carlo vorbei - zu verlockend war für Viele der Wunsch, doch wenigsten einmal den Formel-1-Stadtkurs in der Luxus-Metropole zu befahren. Zusätzliche Animation: Statt Schnee und Minusgraden lockten angenehme 16 Grad, strahlender Sonnenschein und eine angenehme Meeresbrise im tiefer gelegenen Monaco - endlich mal ohne Jacke aussteigen nach einem kalten Winter.

Was als einzelner Gedanke eines Teams begann entwickelte sich zum kollektiven "Einfall". An allen Ecken standen Rallyfahrzeuge, fuhren immer wieder den Formel 1-Kurs inklusive zur Zeit wegen Bauarbeiten eingeschränktem "High-Speed-Tunnel" und nutzten den seltenen Moment, sich neben Ferraris, Bentleys und Rolls Royce zu fotografieren. Das fiel auch der Prominenz auf, neben einer Luxus-Hochzeitsgeselshaft streckte auch Mega-Popstar "Jamiroqai" aus seinem schwarzen Ferrari an der roten Ampel den Daumen positiv nach oben.

Selbst der Concierge des legendären Spiel-Kasinos sowie die theatralisch gekleideten und mit weissen Handschuhen agierenden Polizisten hatten ein Einsehen, liessen das eine oder andere Fahrzeug sogar auf den exklusiven Parkplätzen vor dem Kasino und "Hotel de Paris" parken und freuten sich über den ungewöhnlichen, aber bunten "Einfall". "Ah, Budapest-Bamako - le petit Dakar! Welcome to Monaco" - man kennt die Rally schon.

Doch hinter Monaco war ersteinmal Schluss mit Lustig...rauf auf die Autobahn und direkt nach Almeria im Süden Spaniens. Allerdings wurde den Teilnehmern offen gehalten, einen Zwischenstop im französischen Montpellier einzulegen. Egal, die "Harten" zogen bis zum Morgen durch und erwischten die erste von drei Fähren, die für die Rally gebucht sind.

Erneut gab es bereits in Europa einen Ausfall zu beklagen. Die Sieger der Budapest-Bamako 2007 und 2008 mussten verletzungsbedingt aufgeben - das sorgte für heftige Tränen im Team, zu schnell platzte der Traum über einen eventuellen dritten Rally-Sieg.

Ein kleiner Teil der Rallyfahrzeuge hat es tatsächlich bis zur ersten Fähre am Montag Morgen geschafft, als Belohnung wartet eine ordentliche Porton Schlaf nach über fast 3.000 Kilometern Autobahn.

Artikel vom 19.01.2009, Artikel: Redaktion/hs

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