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 | Budapest-Bamako: Zwei-Tage Dauer-Marathon nach Mauretanien |
 Am Sonntag dem 25. Januar 2009 ist die Budapest-Bamako Rally nach zwei langen Strassen-Etappen in Mauretanien angekommen. Vom Camp in Smara ging es satte 770 Kilometer (die längste Etappe in Afrika) quer durch die von Marokko bewirtschaftete West-Sahara, deren einst spanische Einflüsse noch deutlich erkennbar sind. Ganz anders als im regulären Marokko erstrahlte die ehemalige Hauptstadt Laayoune im modernen Glanz mit sauberen Strassen, modernen Geschäften und sehr freundlichen Bewohnern. Man fühlte sich eher wie in Süd-Spanien als in Afrika.
Statt durch Offroad-Passagen ging es diesmal aufgrund der vielen Kilometer nur über Asphalt, eher ein wenig langweilig, zudem nur 100 km/h pro Stunde erlaubt waren und auch gemessen wurden. Doch zwischen den langen Strecken lockten wieder kleine Aufgaben, bei denen zuerst das fahrerische Können in Mini-Offroad-Passagen bewiesen werden musste.
Die Aufgaben selbst waren nett durchdacht und sollten vor allem für Eines sorgen: Auch einmal die selteneren, schönen Plätze der West-Sahara zu entdecken. So führte eine Aufgabe zu einem gestrandeten Schiff durch tiefen Sand direkt ans Meer, hier musste ein Buchstabe auf dem Schiff gefunden werden. Doch das Schiff lag ca. 15 Meter weit im Wasser - so blieb den Teilnehmern nur übrig, durch das kalte Meer zum Schiff zu schwimmen. Der Punkt war - wie sehr viele auf der Rally - nicht mehr vorhanden, da er schon im Oktober angebracht wurde. Aber durch ein Foto können die Teilnehmer beweisen, das sie am entsprechenden Punkt waren, dies wird als korrekt gewertet.
Das letzte Camp in der West-Sahara war in einem Bergtal direkt am Meer vorgesehen, doch mittlerweile hatten einige Marokkaner das Gelände für sich und eine kleine Ziegelsteinfabrik eingenommen. So wich man spontan auf eine offene, weite Fläche aus, die nicht nur extrem windig war, sondern auch mit einem extrem schlammigen Schott durchzogen war. Da die meisten Teilnehmer erst im Dunkeln eintrafen und die Wege nicht markiert waren, fuhren viele in das Schott - mit dem Ergebnis, das es anstelle Schlaf eine aufwändige, nächtliche Befreiungsaktion der Fahrzeuge gab. Am heftigsten erwischte es einen Iveco Daily 4x4 aus Polen, der bis über die Achsen im Schlamm steckte, ganze 4 Stunden benötigten 4 (!) Fahrzeuge, um ihn mitten in der Nacht heraus zu bekommen.
Mit wenig Schlaf ging es am Sonntag Morgen gegen 5:00 Uhr weiter in Richtung Mauretanien, wo vor allem die Landschaft neue Herausforderungen birgt. Besteht Marokko überwiegend nur aus Bergen und Steinen, warten in Mauretanien vor allem Dünen, Sand und schnelle Pisten auf die Teilnehmer.
Zur Überraschung Aller verlief der Grenzübergang nach Mauretanien sehr schnell. Am längsten dauerte die Ausreise aus Marokko, dann ging es durch das beklemmende, 5 Kilometer breite Niemandsland zwischen den Ländern, in dem es keine Gesetze gibt und vor allem der Schwarzhandel blüht. Beklemmend war die Durchfahrt vor allem deshalb, da sie aus 100% Offroad bestand und die Wege links und rechts überall vermint sind. Dutzende von schrotten und teils zerfetzten Fahrzeugen säumen den Weg und warnen deutlichst, bloss nicht neben den Spuren der Anderen zu fahren.
In Mauretanien wurde der Rallytross sehr freundlich begrüsst, die Grenzformalitäten liefen sehr schnell und mit einem Lächeln ab und selbst Teilnehmern, die kein Visum vorweisen konnten, wurde mit Hilfe von Organisator Andrew Szabo Gál schnell und unbürokratisch geholfen. Nach nicht einmal einer Stunde war der gesamte Rallytross im Land.
Nur wenige Kilometer hinter der Grenze wurde das erste Camp in Mauretanien aufgeschlagen, malerisch zwischen kleinen Dünen neben einer Strasse gelegen. Erstaunlich: Mauretanien zeigt sich von seiner sicheren Seite, man will Alles tun um zu beweisen, das man eine Rally sicher durch das Land bringen kann. Auf allen Dünen warteten Soldaten mit postierten Maschinengewehren, hinter jeder Ecke stehen bewaffnete Militärfahrzeuge. Ein örtlicher Politiker kam persönlich ins Camp, um die Teilnehmer zu begrüssen.
Am Montag startet der Rallytross über 480 Kilometer nach Atar, wie viele Stationen der Budapest-Bamako ebenfalls bestens bekannt durch die Dakar Rally.
Artikel vom 27.01.2009, Artikel: Redaktion/hs
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