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Central Europe Rally: Neue Serie bestraft die Unfähigkeit der FIA







Die Bekanntgabe der neuen "Dakar-Series" ist nicht nur eine klare Kampfansage an die FIA, sondern auch an den französischen Veranstalter NPO, der ziemlich zeitgleich (22. April bis 3. Mai) seine " Tunesien Rally" abhalten will. Die ist nicht nur Auftakt zum FIA-Worldcup für Autos, sondern auch FIM-Worldcup für Motorräder.

Die ASO pokert sehr hoch - denn vor allem bei vielen kleineren Teams hat sie nach der Dakar-Absage (ohne "Plan B") ihr Vertrauen verspielt - und die Motorradfahrer mögen "Ihren" FIM-Worldcup. Auf der anderen Seite macht die ASO genau das, was die (Auto- und Truck-)Szene schon lange fordert: Sie nimmt der FIA den Rallyraid-Sport aus der Hand und schafft hoffentlich endlich eine erstzunehmende Serie.

Die FIA bewies über Jahre ihre Unfähigkeit, eine vernünftige Serie auf die Beine zu stellen. Rally-Veranstalter behaupten gar, die FIA wolle den Rallyraid-Sport gar nicht - denn wie bei vielen Autoherstellern sitzen in den Gremien überwiegend Liebhaber des Rundstreckensports - und der lässt sich nunmal bequemer vermarkten.

FIA-Rallyraid-Entscheidungen werden in einem Gremium getroffen, das - so behaupten Insider - teils kartellähnliche Strukturen aufweisen soll. Die Vorwürfe sind hart: Es komme nicht darauf an, ob man eine gute Veranstaltung abliefere - es komme vielmehr darauf an, welcher Nationalität man angehören würde, wie gut die "persönlichen Kontakte" sind und wieviel man bereit wäre, finanziell "zu opfern".

Eine lustlos organisierte Rally wie die "Baja UK" oder die international völlig unerfahrene "Hail Saudi Baja" kamen bereits nach einem Jahr in den FIA-Kalender. Top-Veranstaltungen wie die "Pharaonen Rally" oder "Hungarian Baja" kämpften hingegen über Jahre für einen FIA-Einstieg. Die Baja Deutschland gab sogar nach drei Jahren leerer (aber teurer) Versprechungen ganz auf.

Wünsche der Rallyteilnehmer: Uninteressant. Eine vernünftige, strukturierte Organisation? Organisierte Medien, TV-Übertragung, Publicity, gemeinsame Sponsoren, eine professionelle Vermarktung? Fehlanzeige. Stattdessen gab es ein übertriebenes bis undurchsichtiges Regelwerk, horrende Gebühren und damit Verteuerungen der Startgelder und mürrische Komissare. Damit ist FIA für einen Rallyveranstalter ungefähr so nützlich wie die GEZ für einen deutschen Privatmensch.

"Lieblingskind" der FIA war (und soll es noch sein) der französische Veranstalter NPO, der über Jahre hinweg mit gleich zwei Veranstaltungen (Tunesien und Marokko-Rally) im "FIA Marathonrally Worldcup" vertreten war. Doch die NPO gilt - wohl auch durch die FIA-Nähe - als "zu abgehoben".

2007 erwies sich die NPO als äusserst unfair, als sie den Termin der Marokko-Rally (FIA-Lauf) so dicht an die italienisch-organisierte Pharaonen-Rally (ehemaliger FIA-Lauf) legte, das eine Teilnahme an beiden Veranstaltungen nicht mehr möglich war. Offensichtlich wollte man verhindern, das FIA-Kunden auf der Pharaonen-Rally starten - und den Motorrad-Weltverband FIM dazu bringen, sich für die Marokko-Rally als WM-Lauf zu entscheiden.

Doch der Plan ging nach hinten los. Die Pharaons blieb erfolgreich und die FIM warf anstatt der Pharaons die Marokko-Rally aus dem Veranstaltungskalender.

Der Dakar-Veranstalter ASO brauchte nach der Rally-Absage schnell einen neuen Termin - und die NPO bekommt schlicht ausgedrückt ihre "Retourkutsche". Das mag genauso unfair sein, wie der damalige NPO-Angriff. Man kann es aber auch "symbolisch" sehen - denn kein Veranstalter steht so sehr für "FIA" wie die NPO. Wie man es dreht und wendet, offensichtlicher hätte die ASO die neue Konkurrenz zur FIA nicht unterstreichen können.

Symbolisch ist auch Ungarn als hauptsächlicher Austragungsort des "Dakar-Series" Auftakts. Denn einer der Haupt-Verantwortlichen für den ersten Lauf ist der Ungar Balazs Szalay, vielen besser bekannt als jahrelanger Opel-Pilot auf der Dakar. Szalay war derart verärgert über den jahrelang erfolglosen Versuch, die "Hungarian Baja" als FIA-Bajacup-Lauf zu etablieren, das er seine Ideen der ASO vortrug. Einen guten Draht dorthin hatte er schon - denn er ist der Osteuropa-Vertreter des französischen Unternehmens.

Entgegen der FIA hat die ASO ihre neue Serie nach den Wünschen der Teilnehmer und Werksteams ausgerichtet, lockt mit einer guten Organisation und vor allem viel internationaler Presse. "Die grossen Teams wollen eine Meisterschaft, alle haben grosses Interesse gezeigt" berichtet Emilie Poucan von der ASO. Dem stimmt auch X-Raid Chef Sven Quandt zu - "wenn Meisterschaft, dann unter Leitung der ASO" meinte er kürzlich gegenüber der Zeitung "Motorsport Aktuell".

Doch nicht nur mit der Ungarn/Rumänien-Rally greift die ASO jetzt die FIA an. Im Herbst ist eine zweite Veranstaltung in Spanien und Portugal als Gegenstück (oder Ersatz?) der "Transiberico"-Rally geplant, die "Chile-Argentinien-Dakar" ersetzt die "Por las Pampas / Patagonia-Atacama"-Rally. Damit wären drei von vier Veranstaltungen im FIA Marathonrally Worldcup betroffen. Der FIA Baja-Worldcup ist von der neuen ASO-Serie nicht betroffen.

Mit dem Startdatum der "Dakar-Series" hat die ASO nun offen einen Wettlauf um die Gunst der Kunden eröffnet. "Dakar-Series" oder "FIA Marathonrally Worldcup"? Entscheiden wird dies vor allem die Szene - denn sie ist es letztlich, die den Rallyraid-Sport ausmacht.

Artikel vom 04.02.2008, Artikel: Redaktion/hs








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