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 Cooper 24H Greece: Rally erfolgreich beendet - deutsche Pajero-Crew auf 6.
Wir hatten es zum Glück angekündigt: Knapp 1.000 Kilometer in 24 Stunden (inkl. Überführungen) sind nun einmal etwas Besonderes und waren auch für unsere Pressecrew eine neue Erfahrung. Kann man sich bei Rundkurs-Rennen als Reporter entspannt zurücklehnen, waren wir in Griechenland fast genauso gut unterwegs wie die Teilnehmer.
Gegen 15:00 Uhr wurde die Rally mit der Siegerehrung auf dem Podium in der Innenstadt von Athen offiziell beendet. So voll es hier zum Start war, umso leerer war es gegen Ende. Die Ausfallquote war extrem hoch, viele Teilnehmer waren zudem so müde, das sie nicht mehr ganz in die Innenstadt wollten. So gesellten sich zumindest alle Sieger auf dem Podium, am Abend feierten dann einige Team gemeinsam im kleineren Kreis im offiziellen Rally-Hotel.
Um es vorweg zu nehmen: Eine klasse Rally mit Wahnsinns-Strecken, einem absolut perfekten Roadbook und einem Wettermix, wie man es woanders in 24 Stunden kaum geboten bekommt. Schnelle Pisten, felsiges Gebirge, enge Waldpassagen durch Olivenhaine, steile Täler, Schlamm, Wasser, Tag, Nacht, Sonne, Regen und Schnee.
Ja, richtig gelesen: Schnee. "In der Nacht wurde es wahnsinnig kalt, die Beine begannen zu zittern" berichtet der Ungar Oliver Solyom (HawKia). "Wir mussten kurz anhalten und dann wussten wir warum: Wir waren mitten auf einem Hochplateau, umgeben von Schnee! Gegen Ende der Rally dann wieder Sonne und frühlingshafte Temperaturen, krass."
Solyom - gestern bereits als "Pechvogel des Tages" beschrieben, setzte tatsächlich Alles daran, trotz verpatztem Start (Elektrikschaden auf der ersten Überführung) noch einsteigen zu können. Über 5 Stunden (!) reparierte man den "HawKia" (Kia Sportage Proto), um dann mit der 2. Etappe einzusteigen.
Doch das Glück währte nicht lange: In einer engen Passage riss man sich das hintere linke Rad ab, dies schleuderte derart zurück gegen das Fahrzeug, das Heck und Spoiler beschädigt wurden. Man rief die Servicecrew, diese fuhr nur aufgrund einer GPS-Koordinate quer durch die Pampa (nachts wohlgemerkt) um dann festzustellen, das man zwar nur 10 Meter vom Auto entfernt angekommen ist... aber auf der anderen Seite eines Flusses... Dennoch, das Team hatte seinen Spass.
Die Siegerehrung wurde eilig abgehalten - irgendwie waren alle fertig und wollten nur noch ins Bett - auch die Pressecrews. Daher liegen uns die exakten Ergebnisse noch nicht vor. Doch soviel vorab: Bei den Pkw siegte das von der "Baja Saxonia" bekannte Team Trayanov / Marinkov im Toyota Land Cruiser Pickup (vor Suzuki Ignis und Mitsubishi Pajero V20) und bei den Motorrädern der Tscheche Vlastimir Tosenowsky Junior - die weiteren Ergebnisse werden wir später veröffentlichen.
Gute Nachrichten auch aus dem deutsche Lager: Das deutsch-griechische Duo Palaskas/Zachariou (Mitsubishi Pajero V20) schaffte es durch die gesamte Strecke un fuhr auf Platz 6 der Gesamtwertung Pkw. "Es war eine neue Erfahrung, sehr stressig, sehr ermüdend, aber auch sehr schön" berichtet Pilot Athanasios Palaskas, der normalerweise in Bayern wohnt.
Dabei hatte man noch Glück im Unglück: "Der Pajero läuft super, ohne Probleme, nur im Schlamm ist er fast unfahrbar, wir wissen nicht warum. An einer steilen Passage kamen wir im Schlamm ins rutschen, mein Beifahrer sagt nur "gib Gas, gib Gas" - aber das Auto machte, was es wollte. Am Ende sind wir dann umgekippt, zum Glück nur ein wenig Blechschaden" so Palaskas. Nächstes Ziel ist nun das "Africa Eco Race", die härtere Alternative zur Dakar auf den originalen Strecken.
Bei einem 24-Stunden Rennen gibt es unzählige Geschichten zu erzählen - erst recht, wenn es sich nicht um einen Rundkurs, sondern eine 800-Kilometer Rally handelt - zuviele, im sie alle aufzuzählen. So wurde "Albania Rally" Veranstalter Edvin Kasimati der Schlaf und die Abreise verwehrt... man hatte die Privatautos in einer Tiefgarage in Athen gepark, inklusive aller Kleidung etc. Doch das Parkhaus (24/7 geöffnet) hatte eben geschlossen... da half kein Rütteln und Ärgern...
Wir melden uns Anfang der Woche nochmals mit einer Zusammenfassung der Ereignisse - und den finalen Ergebnissen. Nach fast 36 Stunden auf den Beinen, drei Tankfüllungen, einem gut beanspruchten Suzuki Grand Vitara Presseauto und Köpfen voller einmaliger Erlebnisse und Geschichten sehnen auch wir uns nach Schlaf...
2011/11/27 | 16:12 CET | PICTURES: MR/HS






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