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Dakar 2007: Die Selbstzünder machen sich aus dem Staub

Historische Chance für Volkswagen: Nach fünf von 15 Tagesetappen führen drei VW Race-Touareg bei der Dakar und nähren die Hoffnung auf den möglichen ersten Erfolg mit einem Dieselmotor. Nach dem historisch wertvollen ersten Sieg eines Selbstzünders in Le Mans durch Konzernschwester Audi, wäre dies ein passendes Willkommensgeschenk der Führungsmarke für den neuen Konzernvorstand Martin Winterkorn.

Im Eiltempo tobte die Dakar durch Marokko, dem Herzstück in Mauretanien entgegen. Mit seinen Tagessiegen macht Volkswagen weiter das Tempo. Zuerst brillierte Lokalmatador Carlos Sousa auf heimischen Pisten in Portugal und setzte sich zusammen mit seinem deutschen Beifahrer Andreas Schulz noch vor den vier Werkswagen an die Spitze des Feldes. Tags darauf legte der ehemalige Rally-Weltmeister Carlos Sainz nach, bevor der Südafrikaner Giniel De Villiers mit Co Dirk von Zitzewitz (Karlshof) den dritten Etappensieg für Volkswagen besorgte. Heute ist es wieder Sainz, der sich knapp den Etappensieg vor Mitsubishi-Pilot Stephane Peterhansel sicherte.

Titelverteidiger Mitsubishi, in den vergangenen Jahren sechsmal in Folge siegreich, hat den Auftakt der bis zum 21. Januar dauernden Marathonrally verschlafen und befindet sich erst einmal in der Verfolgerrolle. Mittendrin im Werksduell, der Wüsten-Exzentriker Jean-Louis Schlesser, der auf der gestrigen Etappe die Nase seines Eigenbau-Buggy vorne hatte, heute aber wieder mit Platz 13 zurückfiel. Knapp dahinter versucht auch das hessische X-raid BMW Team, wie VW mit einem Dieselmotor am Start, Anschluss zu halten.

"Dass VW so angast, hätten wir nicht erwartet", staunt Wüsten-Schumi Stéphane Peterhansel, der neben Vorjahressieger Luc Alphand die Doppelspitze bei Mitsubishi bildet. "Nun gilt es Druck zu machen." Bei der zum 29. mal ausgetragenen Marathonjagd längst das einzige Rezept. Alles ist möglich, die Dakar unberechenbar.

Im Prestigeduell Benziner gegen Diesel musste auch Widersacher Volkswagen einen ersten, wenn auch kleinen Rückschlag hinnehmen. Ausgerechnet der viermalige Dakar-Sieger Ari Vatanen versenkte beim Auftaktgeplänkel seinen Race Touareg in einer Wasserfurt und kann mit Stunden-Rückstand seine Siegambitionen getrost begraben. Nur unwesentlich besser Jutta Kleinschmidt. Auch die deutsche Wüstenqueen im X-raid BMW X3 CC hadert mit allerlei Unbill und hetzt 2,5 Stunden hinter der Spitze hinterher. Derweil mischt ihr junger Teamkollege Guerlain Chicherit aber im Duell der beiden Werksmannschaften munter mit.

Unwägbarkeiten und Tragödien sind schon immer Teil der skurrilen Dakar-Faszination, wie - und das ist die Kehrseite der wilden Wüsten-Wallfahrt - über 45 Todesopfer in der 28-jährigen Geschichte belegen. Auch gestern musste ein Motorradfahrer seine wüste Leidenschaft mit dem Leben bezahlen. Nach 140 von 405 Kilometern der vierten Tagesetappe verunglückte der 29 Jahre junge Elmer Simons aus Südafrika tödlich. Er wird wohl nicht der letzte bleiben.

Artikel vom 10.01.2006, Artikel: Dakar-Live-Team/ar/Reiner Kuhn/hs








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