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Headline: Startet die Dakar Rally 2009 in Ungarn?










"Amaury Sport Organisation" (A.S.O.)-Chef Patrice Clerc hat es derzeit nicht leicht. Von der französischen Presse musste er sich vergangene Woche Fragen gefallen lassen, ob der Sportveranstalter noch ernst zu nehmen sei. Denn die Absage der Dakar ist nach den Doping-Problemen bei der Fahrradveranstaltung "Tour de France" der zweite grosse Rückschlag für das Unternehmen.

Die A.S.O. ist keine kleine Firma. Sie gehört zu der französischen Presse-Gruppe E.P.A. (Philippe Amaury Publications), die auch die Zeitungen und Magazine "L´Equipe", "Le Parisien", "Aujourd´hui", "France Football", "L´Equipe Magazin" und "Vélo Magazin" herausgibt und mit "L´Equipe TV" auch über einen TV-Sender verfügt. Neben der "Dakar" und "Tour de France" organisiert die A.S.O. u.A. auch den "Paris Marathon", die Golf-Veranstaltung "Open de France" sowie den Reitwettbewerb "Ride Normandie".

"Die Dakar wird weiterleben - Sie werden überrascht sein"

Die A.S.O. und ihr Chef gehen jetzt in die Gegenoffensive: "Die Dakar wird weiterleben!" verkündete Patrice Clerk in einem Interview mit der Zeitung "L´Equipe" am Freitag. "Wir sind derzeit mit Hochdruck in der Planungsphase und werden bereits in den kommenden Tagen ein Ergebnis bekanntgeben. Sie werden überrascht sein, wie schnell wir eine Lösung präsentieren können."

Den Teilnehmern verspricht er eine schnelle finanzielle Abwicklung: "Alle Gelder, die von den Teilnehmern an die A.S.O. gezahlt wurden, z.B. die Startgelder, werden zurückerstattet. Wir versuchen das so schnell wie möglich zu erledigen, damit die Teilnehmer nicht in finanzielle Probleme geraten. Nicht nur wir, jeder hat Federn lassen müssen. Einige hatten zum Glück eine Versicherung für eine eventuelle Absage. Wir alle sind Opfer dieser schrecklichen terroristischen Bedrohung geworden."

Ein Plan B "wäre in diesem Fall unmöglich gewesen"

Clerc verteidigte gegenüber der Zeitung auch die Vorwürfe, es habe keinen "Plan B" gegeben: "Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, einzelne Strecken oder Abschnitte zu neutralisieren. Ich will nicht ironisch klingen, aber in diesem Fall hätte das bedeutet, in Portugal zu starten, dann alle in ein Flugzeug zu verladen und nach Dakar zu fliegen."

Eine der beiden geplanten Strecken in Portugal hätte zudem wetterbedingt (Schlamm) nicht gefahren werden können. Und vertraut man auf die Aussagen des US-Amerikaners Ronn Bailey, hätte die potentielle Terrordrohung auch für Marokko gegolten, was versicherungstechnische Probleme aufgeworfen hätte.

Spritversorger Total soll bereits vorher abgebaut haben

Nach einem Bericht des portugiesischen Automagazines "Auto Sport" war die A.S.O. angeblich noch von einer ganz anderen Seite her gezwungen, den Start abzusagen. So soll der Spritversorger "Total", ein staatliches Unternehmen, bereits am Morgen des 4. Januar begonnen haben, die Spritversorgung auf der Rallystrecke abzubauen. "Auto Sport" spekuliert auf eine direkte Anweisung aus Paris. "Erstaunlicherweise passierte das, während die A.S.O. noch versuchte, den Start zu retten" so das Magazin.

"Wir können Afrika nicht aussen vor lassen"

Schwammige Aussichten machte Patrice Clerc in Bezug auf die neue Streckenführung einer Dakar. "Die Dakar ist traditionell eine afrikanische Rally, wir können Afrika nicht aussen vor lassen. Aber wird dürfen auch nicht mit der Sicherheit spielen" so Clerc. "Wir müssen unseren Horizont erweitern. Unser Planet bietet genug Möglichkeiten, eine Marathonrally über 10.000 Kilometer mit viel Sand zu veranstalten. Es gibt Wüsten in Nord-Afrika, Süd-Afrika, Ost-Afrika, im Nahen Osten, in Asien, Russland, China, der Mongolei, in Australien, Südamerika, Mexiko, in den USA ... "

Ganz vorne mitmachen im Run auf die Dakar wollen die südamerikanischen Staaten Chile und Argentinien. Einen konkreten Vorstoss machte am Freitag die chilenische Regierung: "Jetzt ist wichtig, was die A.S.O. entscheidet, aber wir sind bereit für eine Dakar. Wir arbeiten derzeit an möglichen Streckenvorschlägen" sagt Oscar Santelices, Direktor der nationalen chilenischen Tourismusbehörde. Dabei schliesst man eine Kooperation mit Argentinien, wie sie bereits bei der "Por las Pampas / Patagonia-Atacama" Rally praktiziert wird, nicht aus. Vertreter Chiles und Argentiniens sollen bereits für persönliche Gespräche nach Paris gereist sein.

Französische Regierung bevorzugt weiterhin Afrika

Die "L´Equipe" vermutet, das man primär eher doch auf Afrika schiele. Infrage kämen nach Angaben der Zeitung Libyen, West-Namibia, die Kalahari Wüste in Botswana - und ausserhalb von Afrika vor allem Osteuropa, Australien und die Mongolei. Das französische Magazin "Raid Live" spekuliert hingegen auf Süd Amerika.

Ende vergangener Woche meldete sich die französische Regierung zu Wort. Der Staatssekretär für das Sport-Ressort, Bernard Laporte, kündigte an, man werde sicherstellen, das die Dakar 2009 stattfindet. Allerdings sollte Afrika als Austragungsort beibehalten werden, "sonst wäre es keine Dakar." "Wir werden das mit der A.S.O. besprechen und eine Lösung finden."

Die Unterstützung der Regierung sei aber nicht finanzieller Art. Gegenüber RTL Frankreich meinte Laporte, es sei nicht Aufgabe des Landes, eine unternehmerisch organisierte Veranstaltung zu finanzieren. "Der Veranstalter hat die Rally abgesagt, nicht die Regierung. Dennoch war die Entscheidung mutig und richtig" so Laporte.

Start in Budapest 2009 etwa schon sicher?

Glaubt man der ungarischen Zeitung "Pester LLoyd", ist ein Dakar Start 2009 in Ungarn bereits beschlossene Sache. "Die Rally Dakar startet 2009, wenn, dann in Ungarn" titelt die Zeitung am Morgen des 14. Januar. Nach Angaben der Zeitung verkündete Staatssekretär István Újhely bereits den Start "nach einem Jahr anstrengender Verhandlungen". Allein für die Lizenzgebühr würde Ungarn 2 Millionen Euro an die A.S.O. zahlen, heisst es weiter.

Offiziell gibt es dazu (zumindest bis zum Morgen des 14. Januar) aus Paris keine Stellungnahme: "In etwa 10 bis 15 Tagen werden wir ein Ergebnis bekanntgeben" meint Patrice Clerc.

Kommt der "Dakar Cup" schon 2008?

Gemäss eines Berichtes der französischen Fach-Journalistin Marie-France Estenave werde die A.S.O. in wenigen Tagen den Start eines "Dakar-Cups" bekanntgeben. Der "Dakar-Cup" ist schon länger als Alternative zum FIA Marathonrally Worldcup im Gespräch - und anders als beim Worldcup sollen alle drei grossen Teams, Mitsubishi, Volkswagen und X-Raid BMW den kompletten Cup fahren. Nach Informationen Estenaves plant die A.S.O. den Dakar-Cup wie auch die Dakar 2009 eng in Kooperation mit den drei grossen Teams.

Wie genau der Dakar-Cup aussehen würde, wird nur spekuliert. So sollen vorab vorab zwei Läufe geplant sein, einer in Osteuropa und einer in einer Wüstenregion. Finale wäre dann als dritte Veranstaltung die Dakar Rally 2009. "Allerdings wäre das ein wenig unsportlich gegenüber der FIA, die ihren Worldcup schon seit Ende vergangenen Jahres bekanntgegeben hat" so Estenave im Magazin "Raid Live".

Artikel vom 10.01.2008, Artikel: Redaktion/hs










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