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 Dakar 2010: Die Motorradfahrer bei der Rally Dakar 2010
Von Michele Ausonio Bald ist es wieder soweit - am 1. Januar 2010 startet die Dakar Rally zum zweiten Mal in Südamerika. An den Start in Buenos Aires dieser so faszinierenden Veranstaltung gehen neben Autos, Trucks und Quads natürlich auch 161 Motorräder. Die Motorradfahrer sind das Salz in der Suppe der Dakar. Auf dem Motorrad ist man unterwegs auf sich alleine gestellt, man muss alle Probleme selbstständig lösen, man ist sozusagen Eventmanger und Feuerwehrmann in ein und derselben Person. Ständig ist man damit beschäftigt, wie plane ich den Tag, wie löse ich plötzlich auftretende Probleme - und dabei hat man immer den Zeitdruck im Hinterkopf.
Letztes Jahr hiess es noch, in Südamerika kann keiner verloren gehen - wie in den Weiten der Wüsten Afrikas. Und doch vergass man den Franzosen Pascal Therry drei Tage im Nirvana. Er starb aber wohl an einem Lungenödem und war nicht verdurstet, was natürlich nicht heissen soll, dass man Teilnehmer der Rally erst nach drei Tagen wieder finden sollte. Jeder der Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen, die zu dieser Sportveranstaltung antreten, wissen auf welches Risiko sie sich einlassen, trotzdem ist die Rally immer wieder komplett ausgebucht.
Für dieses Jahr hat sich der Veranstalter ASO einige Neuigkeiten für die Motorradfahrer einfallen lassen. Die ersten 38 Top-Piloten der F.I.M (Fédération International de Motocyclisme) dürfen in diesem Jahr entweder eine Maschine mit max. 700 ccm und einem Luftmengenbegrenzer (Restrictor) im Vergaser fahren oder müssen auf eine Maschine mit maximal 450 ccm umsatteln. Aufgrund dieser Regeländerung hat auch das bisher dominierende KTM Werk seine Werksunterstützung offiziell zurückgezogen.
So, wie sieht denn nun aber die Verteilung der Kräfte in diesem Jahr bei den Motorrädern aus? Als einziges grosses offizielles Werksteam dabei ist die italienische Marke Aprilia, sie wird mit den Fahrern Chaleco Lopez, Gerald Farres, Paolo Ceci und Alessandro Zanotti auf neu entwickelten 450 Zweizylinder Rallymotorrädern an den Start gehen.
Als Semi Werksteam sind David Casteu und Michael Pisano auf werksunterstützen 450er französischen Shercos unterwegs. Verstärkt wird es noch durch den Franzosen Ludovic Boinnard, der aber eine KTM 690 mit Werksmotor und Restrictor fährt.
Die beiden ursprünglichen Werksteams vom letztjährigen Dakar Sieger Marc Coma und dem Dakar Zweiten Cyril Despres haben jeder ein eigenes Team gegründet. Despres fährt mit der Unterstützung des Portugiesen Ruben Faria und eigenem Red Bull Servicetross nach Südamerika und Marc Coma kann auf die Dienste von seinem langjährigen Wasserträger Jordi Villadoms zählen. Dazu neu im Team ist der Holländer Henk Knuimann, der LKW und einige Sponsoren beisteuert. Alle starten übrigens mit vom KTM Werk aufgebauten KTM 700 Werksmotorrädern mit Restrictor und diversen Werks - Spezialteilen.
Konkurrenzfähig ist sicherlich auch das Orlen Team mit Jakub Przygonski, Jacek Czachor und Marek Dabrowski. Sie sind als Team gut eingespielt, weil sie im Jahr 2009 alle Läufe zur Rally Raid Weltmeisterschaft bestritten haben. Alle drei starten auf KTM 690, die mit Werksteilen verstärkt sind.
Als weitere Mitfavoriten sind der letzjährige Dritte, der Franzose David Fretigne auf Yamaha 450, der Norweger Pal Anders Ullevalseter, auf KTM 690 und der Belgier Frans Verhoeven auf einer umgebauten BMW GX 450 zu erwähnen.
Auch zwei deutsche Rennfahrer machen sich auf den weiten Weg nach Südamerika: Zum Einen die Hamburgerin Christina Meier, die im letzten Jahr auf der zweiten Etappe wegen eines Elektrikschadens an ihrer Yamaha WR 450 aufgeben musste, aber die Rally trotzdem bis zum Ende begleiten konnte und so sicherlich einen tieferen Einblick in das Rallygeschehen in Südamerika erhalten hat. Als zweiter deutscher Teilnehmer auf dem Motorrad startet der Bayer Ingo Zahn. Nach der Dakar-Absage 2008 versucht er nun zum zweiten Mal an der Dakar teilzunehmen und würde sehr gerne mit seiner KTM 690 am 17. Januar in Buenos Aires ins Ziel kommen.
Schlussendlich dann wird man auch erst sehen können, ob die Reglementsänderungen hinsichtlich der Motorenkonzepte 450 zu 690 eine grosse Rolle gespielt haben oder ob eben doch der Fahrer aussschlaggebend für den Erfolg ist.
Artikel vom 09.12.2009, Artikel: Michele Ausonio, Fotos: Tina Meier
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