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 Dakar 2010: KTM steigt aus, geschockt über fehlende Loyalität der ASO
Die "Dakar" ist spätestens seit 2008 nicht mehr das, was sie einmal war. Jetzt folgen weitere schlechte Nachrichten für die Szene: Das KTM-Team zieht sich aus der Dakar-Rally zurück. Hintergrund ist eine jüngst veröffentlichte Regeländerung, nach der nur noch Motorräder bis 450cc für die Rally zugelassen werden. Die ASO wollte mit der Regelung den Amateuren mehr Chancen geben - doch letztlich profitiert nun nur noch die Marke Yamaha, die entsprechende Motorräder anbietet.
"KTM wird sich nicht mehr an der Dakar beteiligen, weder mit einem Werksteam, noch mit einem Werks-unterstützten Team" heisst es aus dem österreichischen Mattighofen. Harte Ohrfeige für den Dakar-Veranstalter ASO - denn aus dem Rallysport selbst will man sich nicht zurückziehen: "Statt der Dakar konzentrieren wir uns jetzt auf den FIM Marathonrally Worldcup sowie andere wichtige Rallys".
Vielmehr, bei KTM ist man stinksauer. "Die Regelung wurde eindeutig nur deshalb getroffen, um die KTM-Dominanz zu beenden" heisst es bei KTM. "Wir wurden nicht in die Planung involviert, knapp 6 Monate vor der Rally und vor allen Vorbereitungen die grosse Klasse zu canceln, ist nicht nur eine Frechheit gegenüber uns, sondern auch gegenüber den zahlreichen Privatiers."
KTM-Motorsportlegende Heinz Kinigardner sieht es ähnlich hart: "Jede Sportart braucht gelegentlich Regeländerungen. Aber die sollten gemeinsam mit den Teams und dazu behutsam eingeführt werden. Wir haben Material für über 50 Werks- und Privatteams vorbereitet, Material, das teilweise erst im Juni speziell für die Dakar fertig wird. Die Verträge sind unterschrieben, alle bereiten sich darauf vor. Allein der finanzielle Schaden ist enorm! Wir sind geschockt über die fehlende Loyalität der ASO. Wir haben immer zur Rally gehalten und uns nach 2008 stark für eine Fortsetzung der Rally in Südamerika engagiert."
KTM Motorsport-Direktor Winfried Kerschhaggl ergänzt: "Die Motorräder der 45oer Klasse sind nicht für Langstreckenrallys wie die Dakar gebaut. Nach dieser Entscheidung ist die "Dakar" für KTM erst einmal Geschichte. Wir konzentrieren uns jetzt ganz auf die FIM Weltmeisterschaft und suchen nach Alternativen zur Dakar Rally. Eventuell sehen wir uns in Afrika wieder - zurück zu den Wurzeln!" Damit spielt er auf das neue "Africa Race" an.
Artikel vom 05.06.2009, Artikel: Redaktion/hs


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