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 Dakar 2011: Europäische Städte buhlen um den Dakar-Start 2011.
Noch ist nichts entschieden - wird die Dakar 2011 in Südamerika oder wieder in Afrika stattfinden? Die Entscheidung wird schwer, denn es gilt abzuwägen, ob man aus der Rally endgültig einen Massen-PR-Event macht - oder zurück zu den Wurzeln geht. Eines ist klar: Die alte Strecke nach Dakar kann vorerst nicht mehr gefahren werden, denn auch die "Budapest-Bamako" hat jüngst Probleme mit der Sicherheit, muss die Rally in Agadir/Marokko abbrechen.
Hinter vorgehaltener Hand wird ein Wechsel nach Afrika favorisiert, sowohl bei der ASO als auch bei den meisten Teilnehmern. Unglücklich darüber wäre vor allem Volkswagen - aus gutem Grund. Süd Amerika ist für den Konzern ein Hersteller-Kontinent und wichtiger Absatzmarkt, Afrika hingegen weniger interessant.
VW-Motorsport Pressesprecher Stefan Moser hat noch einen weiteren Aspekt - die Zuschauer. "Sie könnten durch Deutschland fahren und 100 Euroscheine aus dem Fenster werfen und sie würden nicht so begeisterte Zuschauer sehen wie hier", sagte Moser jüngst der "Süddeutschen Zeitung". Landschaftlich seien Argentinien und Chile genauso interessant wie Afrika. Aber: "Es ist einfach besser, an Menschen vorbeizufahren, die sich freuen." In Afrika sei das Umfeld schwieriger. "Bei der letzten Dakar in Afrika mussten wir fünf Windschutzscheiben auswechseln, weil die Autos mit Steinen beworfen worden waren," so Moser.
Vorab ist soweit (fast) klar: Wenn es zurück nach Afrika geht, dann Reise- und Touristenfreundlich von Tunesien über Libyen nach Ägypten - oder eine Schleife. Geringe Logistikkosten für die Teilnehmer, kürzerer Zeitaufwand, geringe Reisekosten für "echte" Offroader-Fans, das dürfte gefallen. Zudem gelten die nordafrikanischen Länder als relativ sicher, die jeweiligen Regierungen würde das Projekt unterstützen.
Doch wo soll die Rally starten? Wenn, dann wieder in Europa, soviel steht fest. Lissabon würde - wenn auch gerne Gastgeber - wohl eher uninteressant, da logistisch zu unpraktisch. Neu im Gespräch ist nun Zagreb, Hauptstadt Kroatiens - zumindest hat man dort Interesse. In Frage kämen viel grosse Städte am Mittelmeer, zeitlich günstige Fährverbindungen nach Tunesien gibt es von Frankreich, Spanien, Italien - mit einer längeren Überführung kämen weitere Städte in Frage.
Dakar-Veranstalter Etienne Lavigne steht vor einer grossen Aufgabe: "Es wird eine schwere Entscheidung. Wir müssen genau die Interessen der Teilnehmer, Länder und Sponsoren abwägen, aber auch die Meinung der Fans. Beide Austragungsorte sind für eine Dakar Rally ideal." Ein spezielles Lob für Süd Amerika hat er aber dennoch: "Zumindest in Sachen Organisation kann eine Austragung in Afrika nicht mit der in Süd Amerika konkurrieren."
2010/01/27 | 04:37 CET | Editor: MR/HS


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