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 Dakar 2011: "Wir haben kein Geld mehr für die Experimente der ASO".
Was ist nur aus der "Dakar" geworden? Diese Frage stellen sich dieser Tage anlässlich der aktuellen Entwicklungen viele Teilnehmer und Fans. Die neue "alte" Afrika-Route wird gerade durch den Visa-Stop und die politischen Veränderungen Libyens blockiert, eine eventuell erneute Austragung in Chile durch das schwere Erdbeben in Frage gestellt - denn es dürfte klar sein, Hilfe zum Aufbau des Landes ist in Chile nun wichtiger als die Millionenförderung der Dakar.
Die Regierungen Argentiniens und Chile wollen die Dakar, zeigten sich aber enttäuscht über die gegenüber anderen Veranstaltungen massiv gesunkenen Teilnehmerzahlen. Denn auch wenn die Wirtschaftskrise oft genannt wird, andere Rallys verzeichnen steigende Teilnehmerzahlen.
"Wir wollen wieder die Zahlen von 2009 erreichen" hiess es aus Südamerika. Um dieses Ziel zu erreichen, wollten beide Regierungen ihr Engagement auf mehrere Millionen erhöhen, auch um die Startgelder und Logistik-Kosten zu drücken oder gar eine kostenlose Teilnahme zu ermöglichen.
Doch die aktuelle Situation regt zum Nachdenken an. "Vielleicht ist dies ein Zeichen, die Dakar in ihrer bisherigen Form zu beenden" meint ein prominenter Teilnehmer in einem französischen Forum. Die Stimmung unter den Privatiers (die nichts zu vermarkten haben) schlägt langsam um. Der Kampf um den Austragungsort, die freundliche "Erpressung" Volkswagens in Sicht auf Reglement und Austragungsort - und ein Schwierigkeitsgrad, die einen Grossteil der Teilnehmer nach drei Tagen ausfallen lässt.
"Wir haben einfach kein Geld mehr für die Experimente der ASO" meint ein anderer französischer Privatier. "Auf der Dakar geht es nur noch um Vermarktung und Show, andere gute Rennen werden mit Macht unter den Tisch gekehrt." So wundert es Viele, das jüngst das "Africa Race" völlig problemlos trotz anhaltender Terrordrohungen eine erfolgreiche Rally in Afrika hinlegte (aber fast niemand darüber berichtete), die "Budapest-Bamako" hingegen auf fast gleichen Strecken gecancelt wurde. "Vielleicht sollten wir wieder wie früher einfach Fahren, ohne grossen Medienhype, ohne TV-Rechte - dann haben eventuelle Terroristen auch kein Interesse mehr."
Dakar-Chef Etienne Lavigne reist derzeit quer durch die Welt, verhandelt in Südamerika und Nordafrika - und sucht vielleicht schon Alternativen? In keinem Jahr dürfte eine Entscheidung spannender gewesen sein als 2010...
2010/03/05 | 08:24 CET | Editor: MR/HS


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