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Die Hannibal-Etappe wurde zur echten Herausforderung







Sie wurde gefürchtet von Allen - die sogenannte "Hannibal-Etappe", die die beiden Camps zwischen Recz und Zagan verbindet. Zur Vorgeschichte: Jahrelang gab es auf der Breslau mehrere Camps (z.B. in Sulecin oder Posen), man war sogar schon dann glücklich, wenn man einmal zwei Nächte in einem Camp verbringen durfte. Seit zwei Jahren hat sich das geändert, es gibt nur noch Zagan (steht für Sand und Wälder) und Recz (der Inbegriff für die nassen und schlammigen Passagen).

Vor zwei Jahren wechselte man die Richtung, statt von oben (Recz) nach unten (Zagan) fuhr man nun umgekehrt. Gleichzeitig fielen die Zwischencamps weg, nun musste mal also irgendwie die knapp 250 Kilometer zwischen den Orten überbrücken. Die Idee zu einer wirklichen Marathon-Etappe war geboren: "Wir nehmen einfach die alten Strecken, fahren sie aber in einem Rutsch" berichtet Franz Aigner. Aus 250 Kilometer Luftlinie wurden so 500 Kilometer in Wertung.

2007 wurde die "Hannibal"-Etappe dann in dieser Form zum ersten mal ausgetragen. Das Resultat: Eine heftig lange Etappe, wie sie noch keiner kannte, die letzten Teilnehmer kamen erst am nächsten Tag (!) gegen 12:00 Mittags ins Ziel.

Der Clou in diesem Jahr: Die Etappe wurde erstmals anders herum gefahren - das kannte noch keiner. Entsprechend spannend wurde es, Veranstalter Henrik Strasser fuhr die Strecke sogar persönlich ab, um eventuelle Unfahrbarkeiten auszumachen.

Es wurde heftig - und lang. Die Schlammlöcher kamen diesmal also am Anfang. Der Tag begann mit einem 75-Kilometer Kurs um Recz, schlammig, aber nicht sehr schwierig denn das Wetter zeigte sich mit Sonnenschein und 27 Grad von seiner besten Seite. "Krass war der Morgennebel" berichtet der "Moped-Sani", der mit einem Rettungs-Motorrad die komplette Strecke mitfährt, gleich nach dem Start war sogar die Brille beschlagen." Ein paar Schlammlöcher machten die Strecke anspruchsvoller, das vor allem für die hinteren Teams (weil die Löcher dann entsprechend ausgefahrener waren).

Weiter ging es nach einer 30-Kilometer Überführung in den zweiten Teil, der in dem Ort Bren endete und vor allem schnelle sowie verschlammte Waldpassagen bot. Teil Drei folgte nach einer erneuten Überführung von 30-40 Kilometern durch schnelle Waldpassagen. "Der Teil war richtig schön, vorbei an abgelegenen Seen und lauschigen Plätzen" grinst der Mopedsani.

Nach zwei weiteren Überführungen und einer weiteren Waldetappe dann das Highlight mit den "Legendären Drei" - die bestehen aus zwei Wasserlöchern (eines davon mit unsichtbaren Baumstämmen durchsetzt) und einer Flussquerung. Das Spezielle: Vor allem das letzte Wasserloch sowie die Flussdurchquerung liegen hausnah an einem Ort, die Rally ist hier der Event des Jahres.

Früher stauten die Bewohner sowohl Fluss als auch Wasserdurchfahrt auf - diesmal war das nicht mehr nötig. Die Wasserdurchfahrt war ausgebaggert und gerade, der Fluss hingegen in den letzten Jahren immer mehr ausgewaschen, breiter und vor allem tiefer geworden. Ein POle gab zu, hier vor Tagen schon einmal getestet zu haben: "Da ging es noch wir hatten uns eine Bahn ausgearbeitet, aber das hat nichts gebracht. Die Strömung hat eben ihre eigenen Regeln."

Alle Motorräder und Quads wurden vorsorglich über eine nahe Brücke umgeleitet - umso mehr freute man sich auf die Pkw und LKw. Als Erster kam der ehemalige Breslau-Sieger Martin Hähle, sein Auto ist nagelneu speziell für die Breslau gebaut - und kam sauber und in einem Zug durch. Sollte das Alles sein?

Nein, denn schon die beiden nachfolgenden Autos versenkten sich bis zur A-Säule, mussten von einem Unimog der Organisation herausgeholt werden. Unter dem Gejohle der bis zu 300 Zuschauer (darunter alleine ca. 50 Bauarbeiter, die tagsüber noch die nahe Strasse flickten und zahlreiche der unglaublich hübschen Polinnen), die am Rande grillten und die ganze Familie mitbrachten, versenkte sich ein Fahrzeug nach dem Anderen, nur wenige schafften es auf Anhieb durch.

Es war eindeutig die Etappe der Lkw, die in den Wäldern zwar teilweise aufgrund der Enge zu kämpfen hatten, hier aber klar im Vorteil waren. Nicht ein Truck blieb hängen, im Gegenteil, Einige gaben ihren Vorteil an die Pkw weiter - so ketteten sich z.B. gleich zwei Fahrzeuge an den Scania von Peter Niedergesaess und liessen sich durchziehen.

Für Andere bedeutete das Wasserloch das Ende der Rally. Hart erwischte es z.B. Andreas "Flashman" Pflug und seine "Fettschnecke", einem extrem umgebauten Range Rover, Der saugte (wie viele andere Teilnehmer auch) Wasser an, Motorschaden. Am Freitag früh ging es auf dem Hänger zurück nach Hause.

Diesmal ging die Etappe ein wenig schneller als in den Vorjahren, dennoch blieben viele noch bis in die tiefe Nacht draussen.

Das Rennen machte am Abend der "Promi-Koch" Gerhard Kastenmeier mit seiner nun ergrünten "Lila Q" vor dem Polen Jacek Ambrozik (Jeep Proto) und Martin Hähle (Toyota Proto), bei den Trucks gewannen die Gebrüder Hellgeth mit ihrem Twinturbo-Unimog vor Udo Heidenreich (MAN) und Krzysztof Ostaszewski (Ural-Volvo). Bei den Motorrädern gewann Bastiaan Nijen vor Thomas Spaarmann und Christina Meier. Die Qaud-Klasse gewann Martijn van Gastel vor Jacek Bujanski und Tzschichholz.

Artikel vom 02.07.2009 I 18:15 Uhr








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