

|

 El Chott / OiLibya: Bericht zur Lage in Tunesien - Franzosen auf der Vortour.
Nach der Absage der neuen "Truck Challenge" und der Verschiebung der "Grand Erg" fragen sich Viele, wie es denn momentan in Tunesien ausschaut. Die Antwort: Gut.
Die französische Organisation der FIA-Rally "OiLibya Rally of Tunisia" ,ist derzeit mit Stéphane Clair auf der Vortour - die französische Rally zieht vom 1. bis 7. Mai durch. Auch "El Chott"-Gründer Jörg Steinhäuser machte den "Selbstversuch".
Zuerst zu den Franzosen. "Bei unserer Ankunft in Tunis war die Stadt ruhig, alles ging seinen gewohnten Gang" berichtet Stéphane Clair. "Wie immer haben wir einen General des tunesischen Militärs sowie einen lokalen Spezialisten für den Süden mit dabei. Wir sind nach unserer Ankunft direkt in den Süden gefahren, alles verlief problemlos."
Insgesamt bleibt die Truppe 15 Tage in Tunesien, fährt die neue Strecke mit einem seriennahen Isuzu D-Max und einem Land Rover ab.
"In diesem Jahr gibt es einen See aus Sand" meint Clair, "die Teilnehmer werden kämpfen müssen. Aber wo wir mit dem D-Max durchkommen, werden es auch die Teilnehmer schaffen. Ungewöhnlich war es nur in Ksar Ghilane - die Nacht und der Morgen waren so kalt, das die Scheiben vereist waren."
Auch Jörg Steinhäuser wollte sich selbst ein Bild von der Lage machen und reiste vom 20. bis 23. Februar durch Tunesien. "Die Probleme der Bevölkerung von Tunesien, Strassenschlachten und viele Tote, für mich erschreckend und unfassbar, habe ich doch viele liebenswerte und hilfreiche Freunde in Tunesien um die ich mir Sorgen mache" so Steinhäuser zu seiner Motivation.
1. Reisetag: "Flug nach Tunis. Die Einreise war einfach und schnell, mein Chauffeur wartete auf mich im Flughafen. Zwei Stunden lang fuhr er mich durch Tunis. Die Polizei-Präsenz war wie immer. Aber Armee oder Panzer, zerschlagene Fenster, verbrannte Fahrzeuge - alles Fehlanzeige. Die anschliessende Strecke führte über Hammamet, Sousse, Sfax und Gabes weiter bis nach Djerba."
2. Reisetag: "Von Houmt Souk nach Medenine, Tataouine und dann einfach ohne Genehmigung nach Remada. Die Kontrollen waren wie immer und wir wurden in Remada mit dem äusserst höflichen Hinweis gebeten, nun doch wieder Richtung Norden zu fahren. Also nach Ksar Ghilane und von dort nach Douz, über Tozeur nach Nefta und Tamerza."
3. Reisetag: "Von Tamerza nach Gafsa und weiter nach Kairouan. Wir besuchten die Moschee und gingen durch den riesigen Bazar. Anschliessend im Eiltempo zurück nach Tunis, um am nächsten Morgen wieder zurück nach Frankfurt zu fliegen."
"Fazit der Stippvisite: Ich habe nicht ein einziges Mal bei meinem Besuch erlebt, dass ich bei einzelnen oder auch grossen Gruppen von Tunesiern unerwünscht sei. Meine Höflichkeitsbesuche bei allem auf den Strecken liegenden Gouverneurraten waren herzlich und zuvorkommend. Die Gespräche führten immer dahin, dass wir als Touristen herzlich willkommen seinen und dass man mir persönlich (ich denke natürlich auch bei allen Veranstaltern) wie in allen Jahren immer hilfreich zur Seite stehen würde" so Jörg Steinhäuser.
"Je weiter wir in den Süden fuhren hatte ich das Gefühl, dass viele Tunesier von der Revolte in Tunis nichts wussten. Auf jeden Fall wurden wir nur ganz selten danach gefragt ob wir etwas gesehen oder gehört hätten."
Das man sich endgültig vom diktatorischen Staat verabschiedet hat bestätigt abschliessend auch Ridha Kacem, Direktor von "OiLibya", dem Hauptsponsoren der französischen Rally. "Rallyteilnehmer werden nach der Revolution vom 14. Januar ein neues, freies Tunesien kennenlernen. Sie werden den Wechsel miterleben und dürfen das Ende des Polizeistaats kennenlernen."
2011/03/04 | 17:04 CET | ARTICLE: MR/SY/NPO/STEINHAEUSER


|

|