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 El Chott: Teamreport Nissan Raid Rally - tapferer Nissan in tunesischen Dünen.
Teamreport - von Andreas Wulf: Vom 30. Oktober bis 11. November 2011 fand die mittlerweile 30. Sahara Rally "El Chott" in Tunesien statt. Insgesamt starteten 13 Motorräder, 20 Geländewagen, 1 Buggy sowie 4 Lkw in den Süden von Tunesien, knapp 3.000 Kilometer Wertungsstrecke lagen vor den Teilnehmern.
Der Prolog auf einer sehr schnell zu fahrenden Piste über 20 Kilometer fand in der Nähe von El Hamma statt, hier konnten wir - das sind Andreas Wulf und Anja Bork - uns mit unserem Nissan Navara T2 schon unter den Top 5 platzieren.
Die erste Wertungsprüfung führte dann über schnell zu fahrende Pisten bis zu kleinen Pfaden mit vielen Querrillen. Hier war der Copilot voll gefordert, um die kleinen versteckten Pisten mit vielen Richtungswechseln nicht zu verlieren. Am letzten Kontrollpunkt waren wir das zweite Auto. Dann ging es in die extrem weichen Dünen bei Douz. Hier entschieden wir, diese zu umfahren und nahmen die Zeitstrafe in Kauf; wir waren trotzdem noch vorne dabei.
Die folgende Prüfung führte über 225 Kilometer von Douz nach Ksar Ghilane. Auch diese Prüfung begann mit einem hohen Anteil an Navigationsarbeit, bevor wir den Nationalpark Jebil erreichten, um dort durch die Dünen, die sehr steil und kurz waren, weiter zur Oase zu fahren. Wir erreichten das Ziel als drittes Auto. Dieses gute Ergebnis hatten wir auch unseren guten General Tire Reifen verdanken, die, nachdem wir den Reifendruck extrem ablassen mussten, noch über 70 Kilometer härteste Piste bestehen mussten.
Dann die schlechte Nachricht für unser Team: Die Prüfungen, auf die wir uns am meisten gefreut hatten, konnten aus Sicherheitsgründen nicht gefahren werden. In den hohen, schnell zu fahrenden Dünen bei El Borma hatte sich unser Nissan Navara genauso wie in den Dünen in Libyen bewährt. Damit war klar, dass wir auf den Alternativstrecken um die Oase Ksar Ghilane keine Möglichkeit mehr hatten, gute Zeiten zu fahren.
Auf der Prüfung nach Tatouine konnten wir dann noch einmal zeigen, was in unserem Rallyfahrzeug steckt. Auch hier erreichten wir eine Platzierung unter den besten Drei. Am Tag darauf folgte die Marathonetappe über 380 Kilometer. Zuerst super schnell zu fahrende Pisten, dann total mit Sand verwehte kleine Pisten bis zur alten Pipelinepiste, die es besonders in sich hatte.
Die Verwehungen waren weich wie der berüchtigte "Fech Fech". Die Vorgabezeit von zwei Stunden bis zum ersten Kontrollpunkte erreichte kein (!) Auto, und so verlängerte der Veranstalter diese um eine Stunde. Besonders schwer war ein Dünenfeld von ca. 6 Kilometern, das kaum zu schaffen war. Hier meinte dann auch unser Fahrzeug, dass es ihm langsam reicht. Wir mühten uns auf einmal mit Motoraussetzern und Leistungsverlust rum.
Mit Mühe erreichten wir die Organisation und begannen mit der Fehlersuche. Leider konnten wir aber keinen Schaden feststellen - und nach dem Reset der Elektronik lief der Motor wieder normal. Nun mussten wir aber mit der Organisation ins Camp fahren und somit die Etappe abbrechen.
Die folgenden Dünenetappen waren erwartungsgemäss nicht für unser eher langes Fahrzeug geeignet: Der Vorbau haute immer kräftig ins Dünental und der Schwung für das Hochfahren fehlte. Nachdem wir uns dann doch recht schnell durchgekämpft hatten, beschlossen wir, den möglichen Ausstieg aus der Etappe zu wählen - natürlich mit Strafzeit.
Eine sehr interessante Etappe über 230 Kilometer führte anschliessend von Douz am bekannten Chott El Jerid (Afrikas grösster Salzsee) vorbei zu den "Star Wars"-Kulissen bei Nefta. Über Pisten, sehr weiche Sandverwehungen bis zur Überfahrt über den Salzsee bis in die weissen Dünen bei Nefta war die Prüfung sehr selektiv. Hier liefen wir als viertes Fahrzeug ins Ziel ein und konnten noch ein paar schöne Bilder in den Star Wars Kulissen machen.
Die letzte Prüfung führte dann 75 Kilometer über nochmals sehr anspruchsvolle Pisten ins Ziel der Jubiläumsrally. Auch hier platzierten wir uns unter die besten Drei.
Fazit: Bis auf ein Elektronikproblem am Motor und einem schleichenden Plattfuss gab es keine grossen Probleme. Veranstalter Jörg Schumann mit seiner gesamten Organisation hat einen super Job gemacht. Unser Service von "Daktec" hat sich wie immer um das Wohl unseres Fahrzeuges gekümmert. Unser Hauptsponsor Auto Hagen in Neustadt hatte das Fahrzeug optimal vorbereitet und Reifensponsor General Tire mit dem AT² wieder einen haltbaren Reifen für alle Untergründe zur Verfügung gestellt. Dank auch an Reineke Carconcepts, Bilstein und Wiechers Sport.
Am Ende können wir mit einem 5. Platz immer noch zufrieden sein, zumal die Konkurrenz mit den kürzeren Fahrzeugen besonders in den Dünen grosse Vorteile hatte. Wir haben uns im neuen Tunesien jederzeit sicher und wohl gefühlt und hoffen, dass wir weiterhin die Möglichkeit haben, Land und Leute so intensiv zu erleben.
2011/11/23 | 11:42 CET | ARTICLE: MR/SY/WULF






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